Ausrufezeichen

FC Barcode setzt Ausrufezeichen!

Suni Musa | 2. Juni 2008 | 0 Kommentare
Die Stadtliga Stuttgart startete am 24. Mai 2008 mit einem richtigen Knaller in die neue Saison. Losfee Marcia servierte den Anhängern des gepflegten Freizeitfußballs einen Leckerbissen als Hors d’oeuvre. Mit dem FC Barcode und dem Team von Tünnes & Co trafen nämlich der amtierende Meister sowie Ligapokalsieger und der zuvor sechs Jahre in Folge triumphierende Rekordmeister aufeinander. Dabei setzte der Titelverteidiger FC Barcode durch einen 6:0-Kantersieg ein deutliches Ausrufezeichen.

12:15 Uhr, Anpfiff und leichtes Hin- und Hergeschiebe von Tünnes. Beide Mannschaften hatten es offensichtlich nicht gerade eilig loszulegen. Klar, es war ja auch warm und jede Anstrengung natürlich mühsam. Dennoch kamen nach sage und schreibe zehn Minuten die ersten Angriffsversuche von Tünnes & Co. Zunächst war aber nichts Nennenswertes dabei. Zu diesem Zeitpunkt verlief für den amtierenden Titelträger FC Barcode alles nach Plan. Dessen Stürmer schonten sich in der Sonne draußen auf der Bank und machten mit Sonnenbrille einen auf locker, während das Mittelfeld ordentlich am Rackern war und die Abwehr immer mehr unter Druck geriet. Der Trainer reagierte in der 25. Minute, brachte Barcode-Superstürmer Marco aufs Feld und nahm dafür Tommi runter, der dafür zuständig war, im Mittelfeld die Bälle abzufangen, und das bis dato auch sehr gut hinbekam. Doch durch das neue Aktiven-Gesetz (maximal zwei aktive Vereinsspieler dürfen gleichzeitig auf dem Platz stehen, Anm. d. Red.) war man natürlich dazu gezwungen, taktische Änderungen gegenüber dem letzten Jahr vorzunehmen.

Durch diesen Wechsel lief der mit insgesamt acht Titeln ausgestattete Rekordmeister in seinem Angriffswahn dem FC Barcode voll ins Messer. Die Angriffe von Tünnes schufen viel Platz für die Barcode-Spitzen Marco und Butzi, die es natürlich zu verstehen wussten, diesen Raum freizügig zu nutzen. Unter der Anleitung von Marco kam Butzi besser ins Spiel und riss durch seine Laufwege viele Lücken für Marco, der dadurch immer wieder zum Abschluss kam. In der 30. Minute fiel ein etwas unsauberer Pass im Tünnes-Strafraum vor die Füße von Butzi, doch die Abwehr konnte zur Ecke klären.

Der folgende Eckstoß von Barcode-Kapitän Alex landete bei Marco am kurzen Pfosten; dessen Kopfball prallte jedoch an die Latte. Während alle bereits die Hände vor Ärger über dem Kopf zusammen schlugen, fuhr der Ball nahe der Torlinie am gesamten Gehäuse vorbei direkt zu Tobi, Barcode-Neuzugang auf dem rechten Flügel. Dieser ist bekannt dafür, nicht lange zu fackeln, und schon war der Ball drin. Bumm, ein Schuss aus dem Fast-Aus mitten hinein ins Tünnes-Herz und ins Barcode-Glück. Im ersten Pflichtspiel für die neue Mannschaft gleich so kaltschnäuzig – Respekt.

Ab da war es eine etwas ruhigere Angelegenheit. Der FC Barcode ging nicht mehr ganz so verkrampft wie zu Beginn zu Werke und spielte sein Ding runter. Tünnes & Co ließ sich des Gegners Spiel aufdrängen und konnte streckenweise nur noch mit viel Mühe das Mittelfeld überbrücken. Jeder Tünnes-Angriff endete in einem Barcode-Konter, und so war es lediglich eine Frage der Zeit, bis das 2:0 fiel. Neno, der linke Flügel des Barcode-Angriffsspiels, setzte eine maßgeschneiderte Flanke in den gegnerischen Strafraum direkt auf den Kopf von Marco, der den Ball unhaltbar in die Maschen wuchtete. Halbzeit.

Der erste nennenswerte Barcode-Angriff nach Anpfiff der zweiten Halbzeit endete für Tünnes & Co sogleich fatal. 50. Minute, ein Pfiff, Riesen-Tumult und Gedränge. Es gab Freistoß für den FC Barcode direkt an der Grenze des Sechzehnmeterraums. Alex und Butzi liefen auf Veit zu, der sich den Ball schon zurecht gelegt hatte, und diskutierten eine halbe Ewigkeit über die Variante. Irgendwie war allen klar, was jetzt passiert; nur Tünnes & Co waren so mit sich selbst beschäftigt, dass ihnen entgangen war, dass sich Alex und Butzi mit in die Mauer integriert hatten und nur auf den Heber von Veit warteten. Der kam dann auch, so dass Alex nach einer Drehung um die Mauer den Ball mitten im Strafraum abschlussbereit unter Kontrolle hatte. Aber, ja genau, kein Tor... Ein weiterer Pfiff! Der Barcode-Kapitän wurde umgestoßen. Elfmeter.

Wieder Riesen-Tumult und Geschrei. Das beeindruckte Tommi aber nicht. Der hatte sich den Ball längst geschnappt und bereit gelegt. Pfiff, Antritt, Bumm. Ein halbhoher Schuss auf die rechte Seite. Der Torwart hob ab und entschied sich für die falsche Ecke. 3:0, 51. Minute.

Nun wurde es für Tünnes sehr schwer. In der 65. Minute erspielte man sich zwar noch eine aussichtsreiche Chance, allerdings ohne die Rechnung mit Barcode-Keeper Steffen zu machen. Der war nämlich noch hellwach, obwohl er kaum etwas zu tun hatte, und zeigte innerhalb einer Hundertstel Sekunde, wieso er bei der amtierenden Meistermannschaft im Tor steht. Beinahe in Oliver-Kahn-Manier flog er in Richtung des linken Winkels und fischte einen quasi unhaltbaren Kopfball aus dem Tordreieck. Wahnsinn. Jeder hatte gedacht, das Ding sei drin; und es war nicht drin.

Das war’s, die letzten Kämpfer an der Front gaben sich geschlagen... Hoffnungslos erschien es den meisten – und Recht hatten sie, denn der FC Barcode war an diesem Tage nicht zu schlagen. Der Rekordmeister brach zusammen. 4:0, 70. Minute, Butzi. Ein Doppelschlag von Marco binnen drei Minuten machte das halbe Dutzend voll. Und es hätte noch höher ausgehen können, wenn der Meister nicht so fahrlässig mit seinen Torchancen umgegangen wäre.

Was für ein Auftakt in die neue Stadtliga-Saison! Der erste Spieltag wurde komplettiert durch den Ländervergleich Frankreich, Les Chattes Bleues, gegen Irland, Biddy Early’s, der mit 0:10 (0:4) Toren endete, sowie durch den 5:1-Erfolg von 98elf über One Taste. Diese Begegnung wurde leider durch die Verletzung des One Taste-Spielmachers fünf Minuten früher beendet. Ergebnis: Muskelfaserriss in der Wade, zehn Wochen Pause. Fairplay geht vor. Gute Besserung!

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