Tristesse en bleue

Thorsten Gohl | 10. Juni 2008 | 0 Kommentare
Die Franzosen sind im Turnier 1 nach Zinedine Zidane mehr oder weniger enttäuschend in die Europameisterschaft gestartet. Auch wenn man angesichts dessen, dass im Züricher Letzigrund-Stadion mit Frankreich und Rumänien zwei der defensivstärksten Teams der Qualifikation aufeinander trafen, davon ausgehen konnte, dass hier nicht unbedingt bedingungslose Offensive gelten würde, hätte man sich dennoch eine weniger infam destruktive rumänische Mannschaft gewünscht.

Keine Tore, kaum Torraumszenen, wenig Tempo – die Europameisterschaft hat an ihrem dritten Tag ihr bisher schlechtestes Spiel gesehen. Das lag einerseits an der sich nur auf die Sicherung der Abwehr verlegten Elf von Trainer Victor Piturca, die in den gesamten neunzig Minuten lediglich vereinzelte Halbchancen zuließ; andererseits mangelte es den Franzosen aber auch an Kreativität und spielerischer Linie. Auch Bayern-Star Franck Ribéry konnte nur selten sein Können wie gewohnt entfalten. Auf der ihm ungeliebten rechten Seite sahen ihn nicht wenige Experten gar auf der falschen Position. Komisch, hatte er diesen Part doch zu früheren Zeiten ebenfalls schon herausragend gespielt.

Von Beginn an wurde klar, dass die Begegnung eine ganz enge und zähe Angelegenheit werden würde. Die Elf von Raymond Domenech hatte zwar mehr vom Spiel, doch vor der Abwehr der Rumänen bot deren defensiv ausgerichtete Mittelfeldreihe um Cristian Chivu kaum Platz für ansehnliche Kombinationen. Ohne den angeschlagenen Thierry Henry kam man selten an das Gehäuse Bogdan Lobonts heran, auch wenn sich die zwei schnellen Spitzen Nicolas Anelka und Karim Benzema redlich mühten.

Die Rumänen spielten mit nur einem echten Stürmer, Daniel Niculae, der Lilian Thuram und vor allem William Gallas unerwartete Probleme bereitete. Er hatte auch die erste gute Torgelegenheit des Spiels, doch sein Schuss in der 16. Minute ging letztlich recht weit am Tor Gregory Coupets vorbei. Kurze Zeit darauf kam Malouda auf der Gegenseite gegen Lobont nur knapp zu spät. In der 33. Minute vergab dann Anelka die größte Möglichkeit der Partie, indem er nach einer kurzen Ecke und einer Flanke Ribérys an der Fünfmeterraumlinie frei zum Kopfball kam, diesen aber über die Querlatte setzte. So ging es torlos in die Halbzeitpause.

Nach dem Wechsel folgte eine kurze Phase der französischen Angriffslust. Zunächst gab Florent Malouda einen Warnschuss aus etwas zu spitzem Winkel ab, dann wurde Benzema von dem sich nun steigernden Ribéry mustergültig bedient, platzierte den Ball jedoch zu mittig, so dass Lobont schließlich parieren konnte. Der Stürmer von Olympique Lyon hatte später noch eine weitere Möglichkeit, doch das Piturca-Team hielt konzentriert dagegen bis zum Schluss und sicherte sich damit einen Punkt.

Der rumänische Trainer war im Anschluss mit der Leistung seines Teams zufrieden und stellte fest, dass die Franzosen möglicherweise nicht mehr ganz „so stark wie einst” seien. Zur Vorbereitung auf die entscheidende Begegnung gegen Italien gab er als Ziel aus, dieses Spiel nicht verlieren zu wollen. Das kann nur einen Schluss zulassen: Rumänien spekuliert auf ein Weiterkommen mit drei Unentschieden. Ob sich da mal nicht jemand verrechnet hat...

Wenn Sie irgendetwas in dieses Feld eintragen, wird der Kommentar als Spam betrachtet

Wir wollen Dich als Neuzugang
Sei Teil einer Mannschaft, die etwas von Fußball versteht sowie darüber schreibt – einer Mannschaft ohne Grenzen. Denn unsere Farben kann jeder tragen. Gerade Du könntest uns entscheidend verstärken. Kurz angemeldet, kannst Du Dich überall und jederzeit einloggen, um Deiner Meinung zu verschiedenen Themen des Fußballs Ausdruck zu verleihen, ob in Worten oder Form von Bildern.
Meister 2008 ist der FC Barcode
Die prestigeträchtige Trophäe der Stuttgarter Stadtliga ist ein weiteres Jahr im Besitz des FC Barcode, der im Finale gegen die Pumas mit 6:0 triumphierte. MIT SCHMACKES gratuliert und freut sich, weiterhin als exklusiver Berichterstatter dabei zu sein und die Spiele, Ereignisse sowie Hintergründe beleuchten zu können und der Öffentlichkeit zu präsentieren. mehr...
Vom Blog zum Magazin
Dass der Fußball ein unerhörtes Medienspektakel darstellt, ist klar. Unklar war dem Fan bisher nur, wie er auf die Seite der Medienmacht gelangen kann. Sowohl als Blog als auch in gedruckter Form bieten wir ein Magazin, das offen ist für die Beiträge aller Fußballfans. Denn der Fußball findet in erster Linie dort statt, wo ihn die Leute gemeinsam erleben: im Austausch der Fans.
We are Fans for Football
Für die WM 2006 riefen wir unter dem Titel „wm0711" ein Projekt von Fans für Fans ins Leben, das über die Spiele und Ereignisse rund um das Turnier in Stuttgart authentisch und ungefiltert berichtete. So war das Sommermärchen quasi unser persönlicher Anpfiff. Die Initiative erhielt neben großer internationaler Aufmerksamkeit eine Auszeichnung der Friedrich-Ebert-Stiftung. mehr...