Keine Tore, kaum Torraumszenen, wenig Tempo – die Europameisterschaft hat an ihrem dritten Tag ihr bisher schlechtestes Spiel gesehen. Das lag einerseits an der sich nur auf die Sicherung der Abwehr verlegten Elf von Trainer Victor Piturca, die in den gesamten neunzig Minuten lediglich vereinzelte Halbchancen zuließ; andererseits mangelte es den Franzosen aber auch an Kreativität und spielerischer Linie. Auch Bayern-Star Franck Ribéry konnte nur selten sein Können wie gewohnt entfalten. Auf der ihm ungeliebten rechten Seite sahen ihn nicht wenige Experten gar auf der falschen Position. Komisch, hatte er diesen Part doch zu früheren Zeiten ebenfalls schon herausragend gespielt.
Von Beginn an wurde klar, dass die Begegnung eine ganz enge und zähe Angelegenheit werden würde. Die Elf von Raymond Domenech hatte zwar mehr vom Spiel, doch vor der Abwehr der Rumänen bot deren defensiv ausgerichtete Mittelfeldreihe um Cristian Chivu kaum Platz für ansehnliche Kombinationen. Ohne den angeschlagenen Thierry Henry kam man selten an das Gehäuse Bogdan Lobonts heran, auch wenn sich die zwei schnellen Spitzen Nicolas Anelka und Karim Benzema redlich mühten.
Die Rumänen spielten mit nur einem echten Stürmer, Daniel Niculae, der Lilian Thuram und vor allem William Gallas unerwartete Probleme bereitete. Er hatte auch die erste gute Torgelegenheit des Spiels, doch sein Schuss in der 16. Minute ging letztlich recht weit am Tor Gregory Coupets vorbei. Kurze Zeit darauf kam Malouda auf der Gegenseite gegen Lobont nur knapp zu spät. In der 33. Minute vergab dann Anelka die größte Möglichkeit der Partie, indem er nach einer kurzen Ecke und einer Flanke Ribérys an der Fünfmeterraumlinie frei zum Kopfball kam, diesen aber über die Querlatte setzte. So ging es torlos in die Halbzeitpause.
Nach dem Wechsel folgte eine kurze Phase der französischen Angriffslust. Zunächst gab Florent Malouda einen Warnschuss aus etwas zu spitzem Winkel ab, dann wurde Benzema von dem sich nun steigernden Ribéry mustergültig bedient, platzierte den Ball jedoch zu mittig, so dass Lobont schließlich parieren konnte. Der Stürmer von Olympique Lyon hatte später noch eine weitere Möglichkeit, doch das Piturca-Team hielt konzentriert dagegen bis zum Schluss und sicherte sich damit einen Punkt.
Der rumänische Trainer war im Anschluss mit der Leistung seines Teams zufrieden und stellte fest, dass die Franzosen möglicherweise nicht mehr ganz „so stark wie einst” seien. Zur Vorbereitung auf die entscheidende Begegnung gegen Italien gab er als Ziel aus, dieses Spiel nicht verlieren zu wollen. Das kann nur einen Schluss zulassen: Rumänien spekuliert auf ein Weiterkommen mit drei Unentschieden. Ob sich da mal nicht jemand verrechnet hat...














