Vielleicht kann der „Opa mit der Trillerpfeife” (Spiegel) seine Schützlinge diesmal ins Viertelfinale bringen. 2004 waren sie nach einem 4:0-Auftaktsieg gegen die Ukraine ebenfalls hoch gehandelt worden und dann doch sang- und klanglos ausgeschieden. Nach dieser Vorstellung jedenfalls kann sich Luis Aragonés berechtigte Hoffnungen machen.
Das Spiel wurde von beiden Mannschaften auf technisch hohem Niveau geführt und war bis zum ersten Treffer von David Villa in der 20. Minute absolut ausgeglichen. Russland kombinierte dabei gefällig und schnell im Mittelfeld, Spanien stand sicher in der Verteidigung. Dem 1:0 ging dann ein Fehlpass eines russischen Innenverteidigers voraus, dessen Ball von seinem spanischen Gegenüber Capdevila direkt auf Fernando Torres geschlagen wurde, dieser einen Verteidiger stehen ließ und dann uneigennützig Villa auflegte. Aus elf Metern hatte Torres' Sturmpartner keine Probleme zu verwandeln.
Im Gegenzug konnte Zyryanov eine Flanke von Sychev nicht verwerten und knallte den Ball direkt an den linken Pfosten. Das wäre die Möglichkeit gewesen, das Spiel weiter offen zu gestalten. So rannte die Elf von Guus Hiddink gegen eine auf Konter lauernde spanische Mannschaft an. Und es kam, wie es kommen musste: Iniesta passte durch die Viererkette auf Villa. 2:0. Halbzeit.
Die nachlassenden Kräfte machten es Russland nicht einfacher, den Anschlusstreffer zu erzielen; und in dieser Phase war es wieder ein Konter, den Villa zum 3:0 abschloss. Es folgten noch ein Ehrentreffer für die Russen durch Pavlyuchenko und das 4:1 durch den eingewechselten Fabregas. Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt schon lange gelaufen.
Eine abgeklärte spanische Mannschaft zeigt einer jungen, unerfahrenen russischen Truppe die Grenzen auf, so könnte man den Abend zusammen fassen. Ob sich andere Mannschaften ebenso leicht überlisten lassen werden, wird sich spätestens im Viertelfinale zeigen.














