Donadoni kämpft um Amt und Würde

Alexander Valet | 13. Juni 2008 | 0 Kommentare
Italien steht nach der Pleite gegen die Niederlande gehörig unter Druck, will man nicht bereits in der Gruppenphase scheitern und den „Commissario Tecnico” Roberto Donadoni der Pressemeute zum Fraß vorwerfen. Die Rumänen müssen auf Angreifer Ciprian Marica wegen einer Kopfverletzung verzichten und sehen sich in der Rolle des Außenseiters. Die italienische Mannschaft wird ein anderes Gesicht haben wie zuletzt, dafür haben nicht nur die Medien gesorgt.

Der Nachfolger von Weltmeistertrainer Marcello Lippi ist in der Heimat schwersten Attacken ausgesetzt. Denn ihm wird die alleinige Schuld an der Vorstellung seiner Mannschaft im ersten Gruppenspiel aufgeladen. Hätte er nur Cassano, De Rossi sowie Del Piero von Beginn an spielen lassen, schallt es von den Titelblättern – alles wäre besser gewesen. Es wird sich zeigen, ob diese Spieler überzeugen können. Del Piero jedenfalls ist bereits in die Startelf gerutscht, Cassano könnte folgen.

Nach außen demonstrieren die Italiener im Quartier in Baden bei Wien Gelassenheit, intern jedoch brodelt die Stimmung gefährlich. Hat die Mannschaft noch Vertrauen in ihren Trainer? Der Süddeutschen Zeitung zufolge meutern die Spieler gegen ihren Chef. Sie beklagen mangelnde Vorbereitung und unzureichendes Training. Es wird zwar viel geschrieben, aber eine gute Vorbereitung auf ein beinahe entscheidendes Spiel sieht anders aus.

Roberto Donadonis Vertrag wird automatisch um zwei Jahre verlängert, falls er mit Italien das Halbfinale erreicht. Andernfalls ist er wohl sicher seinen Job los. Die Bilanz gegen Rumänien ist mehr als positiv, von 14 Spielen wurden nur zwei verloren, nämlich 1984 und '89. Aber das ist Statistik; die Wahrheit liegt auf dem Platz.

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