Als Fatih Terim nach dem Spiel schweißbedeckt vor den Kameras stand, war sein Stolz auf die Leistung seiner Mannschaft unübersehbar. „Ich habe gesagt, man wird sich an uns erinnern. Das habe ich nach dem Spiel gegen die Schweiz gesagt und ich sage das heute wieder”, diktierte der türkische Trainer mit Pathos in der Stimme. Damit hat er sicher nicht unrecht. Lange wird man über dieses Match noch sprechen, nicht nur in der Türkei.
Dabei hatte die Leistung in der ersten Hälfte nicht darauf hingedeutet, dass die Türken als Sieger vom Platz gehen würden. Die Tschechen erarbeiteten sich ein Übergewicht, lange Bälle auf die einzige Spitze Jan Koller sorgten immer wieder für Gefahr. In der 34. Minute war es dann soweit. Koller köpfte eine Flanke von Zdenek Grygera unter die Latte und ließ Torwart Volkan keine Chance. Von türkischer Seite war wenig zu sehen, einzig ein Weitschuss von Tuncay Sanli verfehlte knapp das Tor.
Nach der Pause drehte plötzlich der Wind. Fatih „Imperator” Terim hatte wohl eine deftige Ansprache gehalten in der Kabine, denn sein Team drehte den Spieß nun um und schnürte die Tschechen in ihrer eigenen Hälfte ein. Mehrere Möglichkeiten konnten nicht genutzt werden; so kam es auf der Gegenseite zum 2:0 durch Plasil, der eine Hereingabe von Sionko aus fünf Metern ins Tor grätschte. Das brachte die Angriffsbemühungen der Türkei erst einmal zum Erliegen. In der darauf folgenden Szene setzte Jan Polak eine Flanke an den Pfosten und hätte mit dem 3:0 den Sack wohl zugemacht. Aus heiterem Himmel erzielte dann Arda mit einem Flachschuss den Anschlusstreffer, und es begannen die 15 bisher denkwürdigsten Minuten dieser Europameisterschaft. Fanatisch aufspielende Türken kesselten die tschechische Mannschaft in ihrer Hälfte ein und kamen zu Chancen im Minutentakt. Es brauchte aber, wie ihn jedem guten Stück, einen tragischen Helden. In diesem Fall ließ Petr Cech, der sichere Rückhalt seines Teams, eine harmlose Flanke vor die Füße von Nihat fallen. 2:2, das Elfmeterschießen drohte. Aber noch in der regulären Spielzeit hämmerte erneut Nihat einen Ball unter die Latte und ließ bei den türkischen Anhängern alle Dämme brechen. In der Nachspielzeit wurde Keeper Volkan noch vom Platz gestellt, weil er Jan Koller umgestoßen hatte.
Im Viertelfinale wird die Türkei auf Kroatien treffen. An Selbstvertrauen mangelt es ihnen nicht mehr. „Wir haben jetzt Geschichte geschrieben und schreiben sie weiter”, jubelte Matchwinner Nihat.














