Pflichtsieg gegen harmlose Österreicher

Alexander Valet | 17. Juni 2008 | 0 Kommentare
Die Vorgabe war klar: Ein Sieg musste her gegen den Gastgeber aus Österreich. Der Rummel vor dem Spiel, das Beschwören des Geists von Cordoba ´78 und die forschen Töne aus der Alpenrepublick hinterließen deutliche Spuren bei der deutschen Mannschaft. Ohne Mut und Selbstvertrauen war mehr als dieser 1:0 Sieg nicht zu erreichen. Sorgen macht vor dem Viertelfinale gegen Portugal vor allem der Sturm.

Vor der Partie hatte Joachim Löw versprochen, die Mannschaft würde gegen Österreich ein ganz anderes Gesicht zeigen als gegen Kroatien. Aber so hatten wir uns das nicht vorgestellt. Gelähmt von den Erwartungen, die man an einen Titelfavoriten hat und der Angst, in der Vorrunde auszuscheiden, wurde das absolute Minimalprogramm an fußballerischen Möglichkeiten abgerufen.

Mario Gomez, in der abgelaufenen Bundesligasaison ein Torgarant, wurde von Löw erneut von Beginn an aufgeboten. Trotz dieses Vertrauensbeweises konnte sich der Angreifer vom VfB Stuttgart kaum durchsetzen, nur wenige Bälle sauber verarbeiten und scheiterte nach vier Minuten so kläglich aus zwei Metern, dass es beinahe schon Mitleid auslöste. Er steht sinnbildlich für die Verkrampfung im deutschen Team, die jeden Ansatz von Tempofußball und Spielfreude verhindert. Der Bundestrainer betonte nach dem Spiel weiter die Qualitäten von Gomez, aber offensichtlich kann sich keiner der anderen Stürmer im Kader im Training so empfehlen, dass Löw einen Wechsel in Betracht zieht.

Ein weiteres Sorgenkind im Mittelfeld ist Thorsten Frings. In der Qualifikation zu dieser Europameisterschaft ein Garant für eine stabile Defensive, läuft er seiner Form sprichwörtlich hinterher. Wenn man sieht, wie wenig Spitzigkeit er hat - und nicht nur er - drängt sich der Verdacht auf, dass es auch um die Physis der Spieler nicht allzu gut bestellt ist. Zu allem Übel wurde Frings nach dem Spiel mit Verdacht auf einen Rippenbruch ins Krankenhaus eingeliefert.

Überzeugen konnten nur Philip Lahm und Kapitän Michael Ballack. Mit Vorstößen über die von im eher ungeliebte linke Seite sorgte Lahm immer wieder für Gefahr und konnte so auch den Freistoß herausholen, den Ballack dann aus fast 30 Metern ins Netz hämmerte. Die Entschlossenheit und Willensstärke des Mannes vom FC Chelsea waren es, die eine Blamage verhinderten. Das Minimalziel Halbfinale ist wieder nähergerückt, aber gegen eine ausgeruhte portugiesische Mannschaft wird nur Kampf und Wille nicht genügen.

Wenn Sie irgendetwas in dieses Feld eintragen, wird der Kommentar als Spam betrachtet

Wir wollen Dich als Neuzugang
Sei Teil einer Mannschaft, die etwas von Fußball versteht sowie darüber schreibt – einer Mannschaft ohne Grenzen. Denn unsere Farben kann jeder tragen. Gerade Du könntest uns entscheidend verstärken. Kurz angemeldet, kannst Du Dich überall und jederzeit einloggen, um Deiner Meinung zu verschiedenen Themen des Fußballs Ausdruck zu verleihen, ob in Worten oder Form von Bildern.
Meister 2008 ist der FC Barcode
Die prestigeträchtige Trophäe der Stuttgarter Stadtliga ist ein weiteres Jahr im Besitz des FC Barcode, der im Finale gegen die Pumas mit 6:0 triumphierte. MIT SCHMACKES gratuliert und freut sich, weiterhin als exklusiver Berichterstatter dabei zu sein und die Spiele, Ereignisse sowie Hintergründe beleuchten zu können und der Öffentlichkeit zu präsentieren. mehr...
Vom Blog zum Magazin
Dass der Fußball ein unerhörtes Medienspektakel darstellt, ist klar. Unklar war dem Fan bisher nur, wie er auf die Seite der Medienmacht gelangen kann. Sowohl als Blog als auch in gedruckter Form bieten wir ein Magazin, das offen ist für die Beiträge aller Fußballfans. Denn der Fußball findet in erster Linie dort statt, wo ihn die Leute gemeinsam erleben: im Austausch der Fans.
We are Fans for Football
Für die WM 2006 riefen wir unter dem Titel „wm0711" ein Projekt von Fans für Fans ins Leben, das über die Spiele und Ereignisse rund um das Turnier in Stuttgart authentisch und ungefiltert berichtete. So war das Sommermärchen quasi unser persönlicher Anpfiff. Die Initiative erhielt neben großer internationaler Aufmerksamkeit eine Auszeichnung der Friedrich-Ebert-Stiftung. mehr...