Die Erwartungen waren hoch gewesen vor dem Spiel. Beide Teams hatten im Viertelfinale Tempofußball vom Feinsten gezeigt und ihre Gegner spielerisch dominiert. Aber in einem Halbfinale sieht das erstmal anders aus. Hiddink hatte seiner Mannschaft eine defensivere Taktik verordnet, um den Spaniern nicht noch einmal, wie beim 1:4 in der Vorrunde, ins offene Messer zu laufen. Genützt hat es ihm nichts. Wieder kommt die Sbornaja mit derselben Tordifferenz unter die Räder.
In der ersten Halbzeit hatte Spanien Probleme, sein Kurzpassspiel aufzuziehen; Russland stand relativ sicher in der Defensive und so kam es kaum zu nennenswerten Torraumszenen. Die russischen Stürmer Andrei Arshavin und Roman Pavlyuchenko waren überhaupt nicht zu sehen in den ersten 45 Minuten.
Es dauerte bis zur 50. Minute, ehe Xavi nach einem schönen Zuspiel von Andres Iniesta aus fünf Metern traf. Akinfeev bekam den Ball unglücklich durch die Beine, war aber machtlos bei diesem Gegentreffer. Das Tor beflügelte die Spanier und sie machten jetzt deutlich, dass sie dieses Spiel gewinnen wollten. Angriff um Angriff rollte auf die überfordert wirkende Verteidigung der Russen zu. Mit dem 2:0 von Güiza, immerhin spanischer Torschützenkönig, war der Widerstand endgülig gebrochen und Russland gab sich auf. Vom hoch gelobten Arshavin war da schon lange nichts mehr zu sehen. Sämtliche Aktionen waren an Puyol und Ramos abgeprallt. Den Schlusspunkt zum 3:0 setzte David Silva und die Lehrstunde war beendet. Spanien steht im Finale gegen Deutschland und ist in dieser Verfassung ein ganz schwerer Gegner.
Einziger Wermutstropfen aus spanischer Sicht ist die Verletzung von Villa, der wohl am Sonntag wegen einer Muskelverletzung nicht wird auflaufen können.














