Pumas vs Barcode

Die Neuauflage als Traumfinale

Siegi Assfalg | 12. Juli 2008 | 0 Kommentare
Das Traumfinale ist perfekt. Im Halbfinale der Stuttgarter Stadtliga zogen am 12. Juli mit den Pumas und dem FC Barcode nicht nur die souveränen Gruppenersten der Vorrunde ins Endspiel ein, sondern auch die beiden Finalkontrahenten der letzten Saison. Und es verspricht, wieder ein sehr spannender wie hochklassiger Abschluss der Stadtliga zu werden, denn sowohl Pumas als auch Barcode zeigten sich im Semifinale in glänzender Verfassung. Am Ende standen daher auch deutliche Siege zu Buche.

Pumas - 98elf 4:0 (2:0)

Die Pumas hatten schon vor Beginn der Stadtliga-Saison angekündigt, auch in diesem Jahr wieder um den begehrten Titel mitzuspielen. Nach dem Durchmarsch ins Halbfinale aufgrund der verlustpunktfreien Gruppenphase konnte das Team mit einer überzeugenden Vorstellung gegen seinen Lieblingsgegner 98elf und einem 4:0-Erfolg sein Vorhaben nocheinmal deutlich unterstreichen und verdientermaßen ins Endspiel einziehen.

Dank einer sehr guten taktischen wie physischen Auf- und Einstellung waren die Pumas von Anfang an wach und konzentriert bei der Sache. So wurde das Mittelfeld derart eng gemacht, dass 98elf kaum ein Mittel fand, die vielbeinige Defensive der Pumas in größere Bedrängnis zu bringen. Aus dieser sicheren Verteidigung suchten die Weißhemden ihrerseits mit Kontern über ihre schnelle Spitze Emrah zum Erfolg zu kommen. Wurde er in Szene gesetzt, wurde es auch stets gefährlich. So führte eine Szene nach genau jenem Muster zur Führung in der 23. Minute, als Emrah sich nach einem Einwurf auf der rechten Angriffseite mit seiner Schnelligkeit gleich gegen zwei Gegenspieler durchsetzte und den Ball aus spitzem Winkel flach ins lange Eck beförderte. In der Folgezeit sorgten solche Konter immer wieder für Gefahr, doch wurden sie teils leichtfertig nicht konsequent zu Ende gespielt; in einer weiteren Szene verhinderte die Querlatte nach einem strammen Schuss aus 18 Metern Entfernung das 2:0. Auf der anderen Seite konnte sich 98elf nun etwas besser in Position bringen. Nach einer halben Stunde übernahm man das Kommando im Mittelfeld und schuf in Folge dessen auch die eine oder andere aussichtsreiche Torgelegenheit. Die beste davon verhinderte Pumas-Keeper Nussi mit einer sehenswerten Parade. Wenige Minuten vor dem Seitenwechsel korrigierte der gefoulte Emrah einen Elfmeterpfiff des Unparteiischen, um nur kurze Zeit darauf selbst für die Vorentscheidung zu sorgen, indem er sich nach einer schnellen Kombination im linken Mittelfeld in den Strafraum durchtankte und sein Querpass von Uli Fohrer nur noch verwandelt werden musste. Damit ging's dann schließlich in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel folgten sogleich turbulente fünfzehn Minuten. 98elf versuchte nocheinmal alles, um möglichst schnell zum Anschlusstreffer zu gelangen. Damit wäre die Partie wieder offen gewesen. Und das 2:1 hätte auch fallen müssen, doch nach einem Querpass schaffte man das Kunststück, den Ball aus zwei Metern über den leeren Kasten zu bugsieren. Auch die Pumas kamen in dieser Phase zu größten Einschusschancen; nach zwei Eckbällen standen aber sowohl das eigene Unvermögen als auch die Lattenunterkante dem dritten Torerfolg im Weg. So war es wieder Emrah vorbehalten, nach einem langen Ball alleine davonzusteuern. Seinen Abpraller machte Frank Georgiadis mit links rein – sein erstes Stadtligator im Übrigen. Mit dem 3:0 war eigentlich alles klar. Nach weiteren Chancen hüben wie drüben sorgte die Doppelsechs der Pumas, Jogi, per Kopf für den 4:0-Endstand. Damit war das Finale für die Pumas perfekt. Und dort wartet niemand geringerer als der FC Barcode. Da ist doch noch eine Rechnung offen... (2007 unterlagen die Pumas dem FC Barcode in einem spannenden Endspiel mit 1:3, Anm. d. Red.)

FC Barcode - Tünnes & Co 6:1 (2:1)

Im zweiten Halbfinale trafen Titelverteidiger FC Barcode und Rekordmeister Tünnes & Co aufeinander. Diese Begegnung hatte es zum Saisonauftakt als Eröffnungsspiel schon einmal gegeben. Ein 6:0-Kantersieg des FC Barcode hatte am 24. Mai für einen furiosen Beginn der Stadtliga-Saison sowie für deutliche Konturen der diesjährigen Ambitionen des Barcode-Teams gesorgt: Titelverteidigung und Machtübernahme von der langjährigen Übermannschaft der Liga, Tünnes & Co. Und wieder neigte sich das Blatt eindeutig in die Richtung des FCB – das Spiel endete dieses Mal 6:1.

Zahlreiche Ausfälle hinterließen in der Anfangsphase beim Barcode-Team merkliche Spuren. So haperte es im Spiel nach vorne erheblich, wirklich durchschlagskräftig präsentierte man sich zunächst nicht. Einige unnötige Ballverluste im Mittelfeld sorgten hingegen für aussichtsreiche Kontermöglichkeiten für Tünnes & Co, dessen Spitzen sich aber in der Konsequenz nicht gegen die Barcode-Abwehr durchsetzen konnten. Auf der anderen Seite blieb es vorerst bei einer Handvoll Eckbällen hintereinander, aus denen jedoch kein Kapital geschlagen werden konnte. So war es schließlich eine gelungene Einzelaktion der hängenden Barcode-Spitze Tommi Lovric, der sich geschickt um seinen Bewacher herumdribbelte und mit einem trockenen Flachschuss aus etwa 14 Metern ins kurze Eck für das 1:0 verantwortlich zeichnete. Auch danach blieb die Partie ausgeglichen, ohne größere Torgelegenheiten auf beiden Seiten. Die Kicker vom Ackermanns agierten auf Augenhöhe, so dass der Ausgleich nach einer halben Stunde nicht nur äußerst sehenswert sondern auch verdient war: Eine Bogenlampe aus rund 40 Metern flog über Barcode-Torhüter Steffen Ehrhardt hinweg ins Netz und ließ Tünnes & Co kurzzeitig vom Endspiel träumen. Dafür war es jedoch zu früh, zumal der FCB nur wenige Augenblicke später in Form der erneuten Führung durch Kapitän Alex Gabriel die entsprechende Antwort gab. Mit diesem knappen Ergebnis ging es schließlich in die Halbzeitpause.

In Halbzeit zwei schien die Kraft der Ackermanns-Schützlinge nachzulassen. Nach der einen oder anderen vergebenen Torchance in den ersten zehn Minuten gelang dem Barcode-Team nämlich doch recht schnell der vorentscheidende dritte Treffer, indem Tommi Lovric den Ball aus kürzester Distanz in Gerd-Müller-Manier über die Linie drückte. Kurze Zeit später war es wieder Lovric, der mit einem herrlichen Heber aus 25 Metern das Tor des Tages und damit das 4:1 erzielte. Weiter offensiv agierend vernachlässigte der FC Barcode mit zunehmender Spielzeit etwas seine Defensivaufgaben, weshalb Tünnes seinerseits noch zu ein paar Gelegenheiten kam, die Steffen Ehrhardt aber entschärfen konnte. Auch auf der anderen Seite konnte sich der Keeper ein ums andere Mal auszeichnen und so eine zu hohe Niederlage für sein Team verhindern. Bei den beiden abschließenden Treffern zum letztlichen Endstand von 6:1 war er jedoch machtlos.

So winkt am 19. Juli 2008 mit der Neuauflage des Endspiels von 2007, die Pumas gegen den FC Barcode, ein würdiges Finale, zumal diese zwei Teams mit Sicherheit die beiden besten Mannschaften der sich dem Ende neigenden Saison stellen. Man darf also gespannt sein und sich freuen auf einen spannenden Finaltag, an dem es zudem ein Wiedersehen mit allen beteiligten Teams gibt. Beginn ist bereits morgens um 10:15 Uhr, wenn sich im Spiel um Platz 7 die beiden Vierten der Vorrundengruppen gegenüber stehen. Praktisch im Zwei-Stunden-Rhythmus geht es danach mit den übrigen Platzierungsspielen weiter. Das Endspiel steigt um 16:45 Uhr. Für das leibliche Wohl wird ebenfalls bestens gesorgt sein. Verlierer wird es an diesem Tage also keine geben.

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