Der Sennerpokal ist längst zu einer Marke geworden, sowohl in sportlicher als auch in gesellschaftlicher Hinsicht. Einer Marke mit Lokalkolorit. Dafür sorgen schon allein die teilnehmenden Mannschaften aus dem Umkreis Nürtingens, etwa 30 Kilometer südöstlich von Stuttgart. Als das Event im Einzugsgebiet des Veranstalters, der lokalen Nürtinger/Wendlinger Zeitung, gehört der Sennerpokal seit vielen Jahren zum festen Bestandteil ihres Terminkalenders. Beim Sennerpokal trifft man sich, und er erfreut sich Jahr für Jahr einer unglaublichen Resonanz. Der Umfang des Turniers, das stets in der Sommerpause Ende Juli stattfindet, ist bis heute ständig gewachsen; die jährlich wechselnden ausrichtenden Vereine haben immer einiges stemmen müssen, um die Organisation der mittlerweile siebentägigen Veranstaltung zu bewältigen und sie im Grunde ständig besser zu machen. 2009 feiert das traditionsreichste Fußballturnier der Region sein 50-jähriges Jubiläum. Dann werden wieder rund 30 Vereine von der Kreisliga B bis zur Verbandsliga um den begehrten Siegerpokal spielen – quasi in seiner Geburtsstadt, Nürtingen.
Die Geschichte des Sennerpokals
Der Sennerpokal galt zu Beginn vor allem als Anreiz für die unteren Spielklassen, deren Vereinsarbeit, zumeist von Ehrenamtlichen, durch die Unterstützung der Nürtinger Zeitung aus dem Hause Senner-Druck entsprechend gewürdigt wurde. Zugleich stärkte sich das gute Verhältnis zwischen Fußballsport und Heimatzeitung. Ins Leben gerufen wurde dieser Pokalwettbewerb 1955 von Trude Maier als eine ihrer ersten Amtshandlungen nach der Übernahme der Geschäftsleitung von ihrem verstorbenen Onkel Gustav Senner.
Zunächst wurde der gestiftete Wanderpokal ausschließlich zwischen Teams der B-Klasse ausgespielt; ab 1960 wurde das Turnier auch auf Vereine der C-Klasse ausgeweitet. Allerdings ermittelte man in beiden Spielklassen getrennte Sieger. Nach 14 Jahren der Trennung zwischen B- und C-Klasse sowie zahlreichen Änderungen der Spielmodi folgte 1977 die überfällige Zusammenfassung aller Spielklassen zu einem Wettbewerb. Die Auslosung zu diesem Turnier fand dann zum allerersten Mal in den Räumlichkeiten der Nürtinger Zeitung statt, wo sie bis heute jedes Jahr stattfindet. Alle Teams, egal welcher Liga zugehörig, werden seitdem in einen Topf geworfen und den Gruppen zugelost.
Bis 1980 dauerte das Sennerpokal-Turnier ein Wochenende. Doch da zwei Tage aufgrund der gestiegenen Anzahl der gemeldeten Vereine nun nicht mehr genügten, fand es erstmals über vier Turniertage statt. Diese ausgeweitete, mehrtägige Form kam sowohl bei den Mannschaften als auch bei den Zuschauern so gut an, dass drei Jahre später auch vier Tage für die Ermittlung des Pokalgewinners nicht mehr ausreichten.
So folgte 1983 die Geburtsstunde des Sennerpokal-Turniers, wie man es heute kennt. Ausrichter TSV Raidwangen verteilte den Spielplan aufgrund von erstmals 18 gemeldeten Vereinen über eine ganze Woche und ließ zudem auf zwei Plätzen spielen. Der Gastgeber durfte sich im Übrigen dann selbst über den Turniersieg freuen.
Es verging ein Jahr nach dem anderen, und das Turnier erfreute sich einer stetig steigenden Beliebtheit in der lokalen Kickerszene. Mittlerweile kämpfen etwa 30 Mannschaften um den Wanderpokal. Der Rekordgewinner mit 14 Triumphen ist der 1. FC Frickenhausen, seit 2007 in der Verbandsliga angesiedelt und in den letzten acht Auflagen sechsmal obenauf. Dabei ist es der Nürtinger Zeitung in besonderem Maße gelungen, den Sennerpokal in der Region und darüber hinaus auf eine nahezu einzigartige Weise bekannt zu machen und ihm dazu zu verhelfen, was er heute ist – das größte Amateur-Fußballturnier im süddeutschen Raum schlechthin.














