Trainer Dion Green hat eine schwere Aufgabe vor sich. Sein neues Team, der SV 1845 Esslingen, den er kurz vor der Sommerpause übernommen hatte und mit dem er in der Relegation nach einem dramatischen Elfmeterschießen gegen den FV Neuhausen den bitteren Gang in die nächstniedrigere Spielklasse antreten musste, steht vor einem kompletten Neuaufbau. Das weiß er und das weiß sein neuer Abteilungsleiter Ali Karagüzel, der den scheinbar ewigen Esslinger Abteilungsleiter Martin Staas nach 16 Jahren im Amt abgelöst hat. So haben viele Spieler dem Verein nach dem Abstieg den Rücken gekehrt, beinahe ebenso viele sind zum Kader hinzugestoßen. Unter diesen Voraussetzungen selbst in der Kreisliga A eine schlagkräftige Truppe auf die Beine zu stellen, gestaltet sich natürlich schwierig. Prompt folgte gegen den Kreisliga-B-Vertreter TSV Berkheim in der ersten Runde des Bezirkspokal-Wettbewerbs das Aus. Vielmehr blamierte man sich, ausgerechnet gegen Greens langjährigen Verein, mit 1:5. Auch im ersten Punktspiel der neuen Saison präsentierten sich die Esslinger gegen den TSV Wendlingen im Eberhard-Bauer-Stadion sehr schwach.
Ebenfalls mehr schlecht als recht zeigte sich vor allem in der ersten Spielhälfte auch das Wendlinger Team, das nach der Auftaktpleite zuhause gegen den TV Nellingen II bereits unter Druck stand und insbesondere im Spiel nach vorne einmal mehr erhebliche Defizite offenbarte. So resultierte die einzige nennenswerte Wendlinger Chance im ersten Durchgang aus einem Fernschuss des aufgerückten Verteidigers Thorsten Gohl nach etwa einer halben Stunde Spielzeit. Thomas Glattki im Esslinger Gehäuse war aber auf dem Posten. Genauso wie auf der anderen Seite Alexander Kurz, der einen Versuch Adem Fakilis nach einem Alleingang bravourös entschärfte. Farbe in die Partie brachte dann der Unparteiische Tobias Drixler, der dem Wendlinger Spielmacher Florian Wiest drei Minuten vor dem Seitenwechsel wegen Nachtretens die Rote Karte zeigte – eine harte, aber vertretbare Entscheidung.
So musste der TSV in Unterzahl in die zweite Halbzeit gehen. Die Esslinger reagierten jedoch kaum auf die gewonnene Überzahlsituation – im Gegenteil, ihre beste Phase hatte nun die Wendlinger Mannschaft. Prompt erzielte Benjamin Haufe in der 50. Minute die Führung, die Uwe Plitt zehn Minuten später mit einem Kopfball ausbauen konnte. Auch war es der Wendlinger Abwehrspieler Plitt, der weitere zehn Minuten darauf den Ball nach einer Hereingabe von links an seinem eigenen Torhüter vorbei ins kurze Eck spitzelte und so den Esslinger Anschlusstreffer markierte. Dieses Eigentor brachte nochmal Spannung in die Partie. Doch der ehemalige Bezirksligist agierte zu schwach, um die Wendlinger Hintermannschaft ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Die einzige Möglichkeit zum Ausgleich hatte letztlich Dion Green auf dem Fuß – er hatte sich in der Zwischenzeit im Angriff eingewechselt –, aber Alexander Kurz verkürzte geschickt den Winkel und sicherte seinem Team die ersten Punkte der jungen Spielzeit. Für den SV 1845 Esslingen wird das Erwachen in der Kreisliga A1 in dieser Verfassung und mit dieser Spielanlage sicherlich hart werden. Also viel Arbeit für Dion Green.














