„Unsere Ambitionen, oben mitzuspielen, können wir erst einmal begraben”, meinte TSG-Trainer Luis Domingos nach der Begegnung. Was sollte er auch sagen angesichts der am Ende doch deftigen Pleite, die bei konsequenterem Vorgehen der Gastgeber bei ihren Kontern sogar noch höher hätte ausfallen können. Von Beginn an präsentierte sich der TSV Wendlingen agiler, wacher, entschlossener als die behäbig wirkenden TSG-Akteure. Die Mannen von Trainer Matthias Schwarz waren auch in den Zweikämpfen viel präsenter, weshalb in der zwölften Spielminute völlig verdient das Tor zum 1:0 fiel, auch wenn es etwas glücklich zustande kam. Denn nach einem Eckball von Michael Klein stiegen Frank Herrmann und TSG-Torhüter Tim Köper gemeinsam hoch; der Ball landete bei Abwehrspieler Timo Gans, der unglücklich ins eigene Netz vollendete.
Immerhin berappelten sich die Gäste im Anschluss und versuchten, ihr kombinationssicheres Spiel aufzuziehen. Doch auf dem zudem noch schwer bespielbaren Platz fehlten der Esslinger Offensive um Antreiber Tim Kremer die Ideen; obendrein machte der TSV die Räume nach der frühen Führung geschickt eng und die Abwehr um Alexander Valet, Thorsten Gohl und Uwe Plitt stand hervorragend. Glück hatte die Schwarz-Elf allerdings kurz vor der Halbzeitpause, als nach einer Ecke ein Schuss von Athanasios Gountoulas von der Strafraumgrenze an den Außenpfosten sprang.
In der zweiten Spielhälfte versuchten die Wendlinger mit dem knappen Vorsprung im Rücken, in der Defensive weiter sicher und kompakt zu stehen und in der Offensive auf Konter zu setzen. So auch in der 53. Minute, als Gökhan Öztürk den Wendlinger Angreifer Benjamin Haufe im Strafraum zu Fall brachte, und Kapitän Thorsten Gohl den fälligen Elfmeter sicher zum 2:0 verwandelte. Das kam einer Vorentscheidung gleich, denn die Gäste vom Zollberg waren daraufhin mit ihrem Latein am Ende; Torchancen ihrerseits gab es nicht. Ganz anders der TSV, der in der 70. Minute einen erneuten Konter zur endgültigen Entscheidung nutzen konnte: Durch einen schönen Flügelwechsel Jonatan Ghebremariams eingeleitet, stoppte Michael Klein eine Flanke Benjamin Haufes mit der Brust und schloss zum dritten Treffer ab. Nach einer Roten Karte gegen den eben erst für Angelo Caggiano eingewechselten Hrisowalantis Betikis wegen Schiedsrichterbeleidigung setzte Wendlingen in Überzahl in der 83. Minute sogar noch einen drauf, indem Klein im Anschluss an eine Standardsituation einen Querpass Gohls aus kurzer Distanz zum 4:0-Endstand über die Linie drückte. Zwei Minuten später war die numerische Gleichzahl wieder hergestellt; der sicher leitende Unparteiische Jürgen Heim stellte auch den Wendlinger Haufe wegen Beleidigung mit Rot vom Platz.
Das klare Resultat ging voll und ganz in Ordnung, da die Gastgeber die TSG über die gesamte Spielzeit hinweg klar beherrschten. Die Schwarz-Elf konnte durch ihren zweiten Saisonsieg auf den dritten Tabellenplatz der A1 klettern, während die Mannschaft von Luis Domingos vorerst ins untere Mittelfeld der Staffel abrutscht.














