Baltimore-Coup im Lauterstadion

Uwe Gahala | 5. Okt. 2008 | 0 Kommentare
Am siebten Spieltag gastierte mit dem TSV Baltmannsweiler der Vorletzte der Kreisliga A1 Neckar-Fils beim Tabellenzweiten TSV Wendlingen – vom Papier her eine klare Sache. Doch wie so oft kam alles anders: Das Team von Joannis Fotarellis siegte dank Sturmtank Stephan Bender mit 2:1 und beendete damit die Wendlinger Serie von fünf Spielen ohne Niederlage. Sieben Punkte holten die Schurwälder aus den letzten drei Begegnungen und sind so erst richtig in der neuen Spielzeit angekommen.

Der Wendlinger Spielleiter Markus Schloz hatte die Partie im Vorfeld noch als „das bislang schwerste Saisonspiel” bezeichnet. Auch Trainer Matthias Schwarz hatte höchste Konzentration und Einsatzbereitschaft gefordert. Doch allen Warnungen zum Trotz unterlag der TSV Wendlingen auf eigenem Platz mit 1:2. Matchwinner auf Seiten der Gäste war Stürmer Stephan Bender, der sich vorbildlich in den Dienst seiner Mannschaft stellte und zudem das entscheidende Tor erzielte.

Von Beginn an gestaltete sich die Begegnung offen und ausgeglichen, wobei die Gastgeber nie an die gezeigten Leistungen der letzten Wochen anknüpfen konnten. Die erste Torgelegenheit hatten dann auch die Gäste nach lediglich fünf Minuten, als Micha Scholer nach einer Kopfballvorlage Benders plötzlich alleine vor Wendlingens Torhüter Alexander Kurz auftauchte, in diesem jedoch seinen Meister fand. Nach einer Viertelstunde gelang Verteidiger Uwe Plitt auf der anderen Seite aber die Führung für den TSV Wendlingen, indem er eine Freistoßflanke Jonatan Ghebremariams mit dem Kopf in die Baltmannsweiler Maschen setzte.

Im Anschluss spielte sich das Geschehen hauptsächlich im Mittelfeld ab. Die größte Gefahr auf beiden Seiten entstand aus ruhenden Bällen. Fast hätte erneut Plitt die TSV-Führung ausgebaut; doch in der 31. Minute führte ein Missverständnis zwischen Torwart Kurz und Alexander Valet zum Ausgleich durch ein Eigentor: Nach einer hohen Hereingabe in den Strafraum der Wendlinger gingen beide zum Ball und behinderten sich gegenseitig. Der Ball sprang von Valets Kopf an die Schulter von Alexander Kurz und von dort ins Tor. In den folgenden Minuten erarbeitete sich der TSV Baltmannsweiler ein optisches Übergewicht und drückte die Gastgeber in die eigene Hälfte.

Fünf Minuten vor der Halbzeitpause konnte Michael Klein einen Kopfball Stephan Benders nach einem Eckball gerade noch von der Linie kratzen, bevor ein Ebenbild dieser Situation unmittelbar vor dem Pausenpfiff des Schiedsrichters Benno Kermautz die Gästeführung bedeutete. Wieder sprang Bender nach einer Ecke Steffen Kurrles am höchsten und versenkte den Ball im Wendlinger Torwinkel. Kurz blieb ohne Abwehrchance.

In der zweiten Spielhälfte waren die Schurwälder in erster Linie darauf bedacht, das knappe Ergebnis zu verteidigen. Das Team von Matthias Schwarz mühte sich zwar, Druck auf das Gästegehäuse auszuüben, richtig gelingen wollte es aber nicht. Die Impulse aus dem Mittelfeld nach vorne fehlten diesmal völlig. Der TSV Baltmannsweiler stand in der Defensive stabil, weshalb die größte Ausgleichsmöglichkeit der Wendlinger wieder aus einer Standardsituation resultierte. Doch Uwe Plitt scheiterte am glänzend reagierenden Baltmannsweiler Schlussmann Andreas Eisinger. Bis zum Ende der Begegnung blieben Torgelegenheiten letztlich Mangelware. Die Gäste verteidigten den knappen Vorsprung und brachten ihren zweiten Erfolg auf fremdem Platz unter Dach und Fach.

Damit stellte der TSV Baltmannsweiler wieder den Kontakt ans Mittelfeld her, während der TSV Wendlingen zwar auf dem zweiten Tabellenrang bleibt, es aber versäumte, seinen Platz im oberen Tabellendrittel frühzeitig zu festigen.

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