Der Wendlinger Trainer Matthias Schwarz brachte es nach der Begegnung auf den Punkt: „Wie will man gewinnen, ohne ein Tor zu schiessen?” Diese Frage beschäftigte auch die zahlreichen Wendlinger Schlachtenbummler, die vor allem in der zweiten Spielhälfte eine Überlegenheit ihrer Mannschaft gesehen hatten, die sich letztlich aber nicht in Zählbares hatte ummünzen lassen. Dafür war in der Schlussphase vor allem der Altbacher Schlussmann Carsten Lohrmann verantwortlich gewesen, der einen sehr guten Tag erwischt und mit mehreren Glanzparaden den Ausgleich verhindert hatte. Der Mann des Spiels stand somit an diesem Tag zwischen den Pfosten.
Mit dem TSV Wendlingen kam eine Mannschaft nach Altbach, die dem diesjährigen Aufsteiger vor zwei Jahren in der Relegation noch den Weg in die Kreisliga A verbaut hatte. Die Partie endete damals 3:0 für den TSV, wobei der SCA beim Stand von 0:0 einen Foulelfmeter ungenutzt gelassen hatte. Das bedeutete für die Elf um Spielertrainer Athanasios Kirkopoulos eine zusätzliche Motivationsspritze; zudem galt es, wie auch für die Gäste, nach der Niederlage der Vorwoche den Anschluss an die Tabellenspitze aufrecht zu erhalten.
Das mit Spannung erwartete Spiel begann dann mit etwa zehnminütiger Verspätung, nachdem die Einheimischen vor dem Anpfiff noch ihre Trikots wechseln mussten. Zu ähnlich empfand der Unparteiische Achim Frank das Altbacher Grau dem Dunkelblau der Wendlinger. Schließlich sorgte der SCA mit seinen neuen, gelben Hemden für den ersten Farbtupfer der Partie. Dieser sollte zumindest in der ersten Halbzeit der einzige sein, denn die Begegnung wurde den Erwartungen zunächst nicht gerecht. Eher langweilig gestaltete sich das ausgeglichene Geschehen, in dem die Gäste die wenigen Torraumszenen für sich verbuchen konnten. Bei Versuchen der Wendlinger Mittelfeldakteure Steffen Lorch, Michael Klein sowie Ercan Topdag war SCA-Torhüter Carsten Lohrmann aber auf dem Posten. Auf der anderen Seite ergab sich vorerst keine aussichtsreiche Einschussmöglichkeit. Daher ging es mit einem torlosen Unentschieden in die Halbzeitpause.
Nach dem Wechsel übernahm das Team von Matthias Schwarz dann das Kommando und war deutlich aktiver als die Altbacher Kontrahenten. Insbesondere in dieser Phase des Spiels hätte sich der TSV Wendlingen auf die Siegerstraße bringen können. In den ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit drängte man förmlich auf die Führung; die beste Möglichkeit dazu hatte Michael Klein nach einem Querpass Christopher Amends auf dem Fuß, doch sein Schuss auf das kurze Eck entschärfte Lohrmann bravourös.
Die Kirkopoulos-Elf musste sich aufs Kontern beschränken und kam praktisch wie aus dem Nichts zum 1:0. Goalgetter Halil Culha war zur Stelle und verwertete einen Pass von der linken Angriffsseite in den Rücken der TSV-Abwehr von der Strafraumgrenze flach zur umjubelten Altbacher Führung. Daraufhin reagierten die Gäste wie geschockt, weshalb der SCA kurz darauf die Möglichkeit bekam nachzulegen. Doch Culha zielte dieses Mal zu hoch.
So nahm Wendlingen mit Beginn der Schlussphase das Heft wieder in die Hand und drängte vehement auf den Ausgleich. Dabei fehlte jedoch zum einen das Quentchen Glück, aber auch die letzte Entschlossenheit, Carsten Lohrmann zu überwinden. Erst blieb der Altbacher Keeper gegen Amend Sieger aus kürzester Distanz, dann gegen den auf Wendlinger Seite eingewechselten A-Jugendlichen Manuel Wagner von der Strafraumgrenze. Zu guter Letzt landete ein abgefälschter Freistoß des ebenfalls gegen Ende hereingekommenen Osman Özkara senior auf der Querlatte. Es blieb beim 1:0 für Altbach.
Die individuell starken Aktionen Lohrmanns und Culhas ermöglichten den Altbachern trotz einer mäßigen Mannschaftsleistung den Erfolg und den Sprung auf den dritten Tabellenplatz. Das Wendlinger Team hingegen stand trotz einer guten Leistung am Ende mit leeren Händen da und hat mit der dritten Niederlage in Folge nach dem Höhenflug zu Beginn der Saison nun eine bittere Pille zu schlucken, zumal gerade in diesem Spiel doch deutlich mehr drin gewesen wäre. Nur ein Treffer aus den vergangenen vier Spielen sprechen aber auch eine deutliche Sprache und zeigen die momentanen Defizite auf.














