Jaja, man lernt nie aus. Auch Timo Hildebrand nicht, einst Torhüter in Diensten des VfB Stuttgart. Unvergessen seine Jahrhundertparade zur Meisterschaft in Bochum. Doch die bösen Zungen interpretierten seine reifen Leistungen stets unter dem Motto „Jugend trainiert für Olympia”. Schade, denn an sich ist Hildebrand ein hervorragender Torwart, und das jugendliche Alter hat er mit seinen nunmehr 29 Jahren auch schon hinter sich gelassen. Auf dem Olymp angekommen ist er nicht.
„Wir wünschen Timo Hildebrand auf seinem weiteren sportlichen Weg viel Glück”, so verlautete es in der knappen, aber aussagekräftigen Erklärung des FC Valencia zur Vertragsauflösung. Was so viel heißt wie: „Hau ab, du Depp!” Hinter dem Engagement des siebenfachen deutschen Nationalspielers beim spanischen Traditionsverein bleibt somit ein dickes Fragezeichen. Nachdem Hildebrand sich noch in einem monatelangen Kampf um die Vormachtstellung im Tor gegen den Mobbingspezialisten Santiago Cañizares durchgesetzt hatte, fiel er unmittelbar danach hinter dem neu dazu geholten Brasilianer Renan Brito zurück, zuletzt sogar hinter Azubi Vicente Guaita. Diese Saison bestritt er weder in der Primera División noch im spanischen Pokalwettbewerb ein einziges Spiel; das letzte machte er am 24. August im Supercup gegen Real Madrid (2:4).
Lässt man die eineinhalb Jahre in Valencia Revue passieren, fällt natürlich auf, dass sich Hildebrand trotz des Zwischenhochs vor allem im eigenen Verein nie durchsetzen konnte. Von den Gegnern in der Liga hoch gelobt, aber im eigenen Lager stets ohne Rückendeckung. Öffentliche Bekenntnisse Fehlanzeige. Woran mag das liegen? Von seinem umstrittenen Berater-Umfeld soll sich der ehemalige Stuttgarter Musterschüler nun getrennt haben und Nachhilfe von Beckenbauer-Manager Marcus Höfl bekommen. Jedenfalls verlautbarte kurz nach der Vertragsauflösung, es gäbe bereits konkrete Angebote „nicht nur aus der Bundesliga, auch aus England und dem französischen Raum”. Fast musste man befürchten, Hildebrand werde vielleicht in die französische Schweiz oder nach Belgien verscherbelt. Aber, wie schon gesagt, man lernt nie aus. Das Boulevardblatt mit den vier großen Lettern wusste es mal wieder als erstes: Hopp holt Hildebrand.
Den Fußball-Professor wird’s freuen.














