„Wir haben mit Klaus Müller einen sehr guten Mann verpflichtet”, so der Vorsitzende des TB Neckarhausen, Gerhard Brodbeck. Gewiss, nicht umsonst war Müller in den letzten zehn Jahren ausschließlich für höherklassigere Teams des Bezirks tätig. Vom TSV Notzingen führte sein Weg über ein langjähriges Engagement beim TSV Jesingen schließlich zum FV 09 Nürtingen, dessen mittelfristiges Ziel es war, durch das Engagement Müllers den Sprung in die Landesliga zu realisieren. Daraus wurde nichts; stattdessen begann die neue Saison recht ernüchternd, was letztlich in Müllers Beurlaubung kurz vor Weihnachten resultierte.
Ähnlich lautete die Geschichte in Nürtingens Nachbarörtchen Neckarhausen, nur eine Klasse tiefer. Während der Turnerbund in der letzten Saison fast in die Bezirksliga durchgestartet wäre, fand man sich in der Winterpause auf dem Relegationsplatz gen Kreisliga B wieder. Am Wochenende hat der TBN dann die Zusammenarbeit mit Trainer Reiner Walz beendet, immerhin vier Jahre im Amt. Aufgrund der negativen Stimmung innerhalb der Mannschaft erfolgte die Trennung situationsbedingt. Der Spielerrat war der Meinung, Reiner Walz erreiche die Mannschaft nicht mehr in gewünschter Form.
„Der Turnerbund ist Reiner Walz für seinen Einsatz in all den Jahren dankbar und wünscht ihm für seine sportliche Zukunft alles Gute.” Der TBN weiß sehr wohl, was er seinem Urgestein zu verdanken hat. 25 Jahre lang war Walz in irgendeiner Funktion für den Verein tätig. Bereits mit 17 begann er als Jugendtrainer zahlreicher Juniorenmannschaften. Nach einiger Zeit als Co-Trainer rückte er vor vier Jahren erfolgreich in die Verantwortung für die 1. Mannschaft. Nebenbei fungierte er als Spielleiter und stellvertretender Abteilungsleiter.
„Vielleicht habe ich auch zu viel gemacht, so dass das Traineramt manchmal etwas gelitten hat”, gibt sich Walz selbstkritisch. „Der TBN war für mich eine Herzensangelegenheit”, so Walz weiter, „natürlich bin ich enttäuscht, das geht mir schon sehr nahe.” Von einem sehr emotionalen Moment sprechen auch die Verantwortlichen um Gerhard Brodbeck, die in einer Aussprache letztlich zu dem Schluss gelangten, die Zusammenarbeit zu beenden. Verständnis brachten sie für Walz’ Enttäuschung auf, der sich von der Mannschaft abgesägt fühlt. Diese habe die Einstellung zum Training sowie eigene Versäumnisse nur am Trainer festgemacht. Doch wie immer war auch in diesem Fall der Trainer das schwächste Glied.
Nun sind die Spieler in der Pflicht zu zeigen, ob der geforderte Wechsel auf dem Trainerstuhl den gewünschten Effekt, vor allem aber die notwendigen Punkte bringt. Mit Klaus Müller haben die TBN-Verantwortlichen jedenfalls einen sehr guten wie überraschenden Fang gemacht. Bereits kommenden Samstag absolviert man unter Müllers Regie ein erstes Vorbereitungsspiel. Gegner ist der TSV Wendlingen, mit dem Klaus Müller vor 15 Jahren in die Bezirksliga aufgestiegen war und den er 1999 in der Kreisliga A vor dem Abstieg bewahrte.














