Goldener Schlagstock verliehen: Fans gegen Repression

Alexander Valet | 27. Jan. 2009 | 0 Kommentare
Als Interessenvertretung von Fans und im Kampf gegen eine unangemessene Kriminalisierung von Stadiongängern verleiht das Bündnis Aktiver Fußballfans jährlich den Negativpreis "Goldener Schlagstock" an Vereine, die ihren Fans gegenüber unnötige Maßnahmen eingesetzt haben. "And the Oscar goes to..."

So freudig gespannt wie Hollywoods Schauspielgrößen waren die Vereine der Bundesliga sicher nicht, als das Bündnis Aktiver Fußball-Fans (B.A.F.F.) die diesjährigen Sieger des Negativpreis "Goldener Schlagstock" bekannt gab, der für die unangemessene Behandlung von Fans verliehen wird. Verständlicherweise ist diese Art von Auszeichnung und die damit verbundene Presse nicht gerne gesehen und wird gerne einfach ignoriert.

Die Preisträger sind der FC Schalke 04 in der Kategorie Ordnungsdienst sowie der SV Werder Bremen in der Kategorie Polizei

Der Schalker Ordnungsdienst ließ 150 französische Fans von Paris Saint-Germain beim Auswärtsspiel im UEFA-Cup zur Leibesvisitation antreten, um sie – bis zur Unterhose – nach Böllern und Fackeln zu durchsuchen. Diese Aktion, bei der übrigens nichts gefunden wurde, untermauerte laut BAFF den Ruf der Gelsenkirchener als "einer der ungastlichsten Spielorte" jetzt auch international.

Die Bremer Polizei kann sich über eine Auszeichnung freuen für die Verhaftung von 232 Gästefans beim Bundesligaspiel gegen Eintracht Frankfurt am 29.11.2008. Die Frankfurter wurden bereits am Vormittag in Gewahrsam genommen und verbrachten die Zeit bis nach dem Spiel in überfüllten Zellen, obwohl es im Vorfeld nur zu Sprechchören und dem Zünden eines Böllers kam. Zeugen zufolge kam es während des Spiels zu Übergriffen der Polizei gegen Eintracht-Fans, die vom Ordnungsdienst der Bremer geschützt werden mussten.

BAFF

"Elementares Ziel ist der Erhalt der historisch gewachsenen Fankultur als Stadion-Live-Ereignis mit hohem Unterhaltungs- und sozialem Integrationswert. Dazu gehört der Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung, gegen die übertriebene Kommerzialisierung des Fußballs mit all ihren negativen Auswirkungen (Versitzplatzung, TV-Allmacht, Terminwillkür, Preiserhöhungen, ungerechte Ticketvergabe, Showprogramme usw.) und gegen die zunehmende Repression von Seiten der Polizei und der Ordnungskräfte." BAFF-Website

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