Mit rund 45.000 Mitgliedern ist der VfB Stuttgart der größte Sportverein in Baden-Württemberg. Er kann mittlerweile auf eine 115-jährige Geschichte zurückblicken, von den kleinen Anfängen bis zum Aufstieg als sportliches Aushängeschild der Region schlechthin. Und eine große Geschichte macht sich immer auch an großen Persönlichkeiten sowie Symbolen fest. Dazu gehören nicht nur die Helden der Neuzeit wie ein Mario Gomez oder ein Jens Lehmann, nicht nur die Meisterschalen von 1992 oder von 2007 etwa, sondern vor allem und vor allen Dingen die „kleinen” Geschichten und leisen Menschen. Wer wusste schon, dass Rolf Blessing, bescheiden, still, Gewohnheitstier und Spieler des VfB in der erfolgreichen Ära der Fünfziger Jahre, täglich von seinem Heimatort Wendlingen mit dem Zug nach Bad Cannstatt zum Training fuhr und seine Sportutensilien stets in einem kleinen Köfferchen transportierte?
Die Besucher der Wanderausstellung „Mythos VfB – Tradition, Leistung, Erfolg” erfahren dies und noch vieles mehr. Neben Blessings Köfferchen sind allerhand Raritäten rund um die schwäbische Erfolgsgeschichte zu bewundern, vom Silbernen Lorbeerblatt, das Bundespräsident Theodor Heuss dem Verein anlässlich der Meisterschaft 1950 überreichte, über die Meisterschale und die DFB-Pokal-Trophäe bis hin zu den Original-Trikots und Bildern zahlreicher VfB-Spieler. Über 100 Exponate umfasst die Ausstellung, die den Grundstock für das in den kommenden Jahren auf dem Cannstatter Wasen geplante VfB-Museum bilden soll, inzwischen.
Vom 27. Januar bis zum 6. Februar macht das „Raritätenkabinett” nun schon zum 17. Mal halt, in den Räumlichkeiten der Kreissparkasse Ostalb in Schwäbisch Gmünd. Die Filiale in der Katharinenstraße ist montags bis freitags jeweils von 8:30 bis 17 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr geöffnet. Donnerstag, den 29. Januar, sowie Dienstag, den 3. Februar, findet jeweils um 15:30 Uhr eine Filmvorführung über die Geschichte des VfB statt. Gewinnen kann man auch etwas: Ein Preisausschreiben, bei dem Trikots und Tickets des VfB verlost werden, rundet die Ausstellung ab. Vom 17.03. an gastiert sie bei der GEK in Aalen. Der Eintritt ist im Übrigen kostenlos.
Die Ausstellung in Schwäbisch Gmünd eröffnete der Präsident persönlich. Im Beisein eines illustren Publikums aus Politik, Wirtschaft und Sport dankte Erwin Staudt Sparkassendirektor Johannes Werner und dem stellvertretenden GEK-Vorstandsvorsitzenden Alexander Stütz dafür, als Partnerfirmen des VfB Stuttgart in Gmünd den Kostbarkeiten der VfB-Sammlung ein angemessenes Forum zu bieten. „Der VfB Stuttgart”, das betonte Staudt bei seiner Ansprache, „ist nicht nur eine Stuttgarter Veranstaltung.” Wie könnte auch, das Einzugsgebiet der Roten reicht weit über die Grenzen der Region hinaus. „Und wir wollen ganz bewusst auch Kontakt haben zu unseren Fans.”
Der Fisch, an dem sich VfB-Torjäger Fritz Walter 1992 seine legendäre Fischvergiftung geholt hatte, gehört – leider – nicht zu den Exponaten.














