Aber zuerst zurück zum Spiel: Im Vorfeld noch als rassiger Südgipfel angepriesen, entwickelte sich eine mehr als nur einseitige Begegnung. Bayern dominierte von Anfang an das Geschehen und ließ den Stuttgartern nie den Hauch einer Chance. Von Mario Gomez’ Aussage „Ich weiß, dass die Bayern im Pokal nicht so gerne zu uns kommen” war zu keiner Zeit auch nur ansatzweise etwas zu erkennen. Besonders frappierend war neben der zu erwarten gewesenen fehlenden spielerischen Klasse die mangelnde Laufbereitschaft und der fehlende Kampfeswille – sprich Tugenden, die essenziell für jede Fußballmannschaft der Welt sind. Demzufolge war die Niederlage auch in ihrer Höhe verdient und sorgte entlang des Neckars für Ernüchterung.
Doch diese Niederlage hatte sich bereits im Vorfeld angekündigt: Trainer Markus Babbel musste vor allem am Ende der Vorbereitung auf viele wichtige Akteure verletzungs- oder krankheitsbedingt verzichten. Höhepunkt der Verletzungsmisere war die Absage des Vorbereitungsspiels gegen den TSV 1860 München am 22. Januar, als neun Spieler, darunter Neuzugang Gebhart, Kapitän Hitzlsperger und auch Arthur Boka, krank oder verletzt waren. Dadurch fehlte natürlich die nötige Fitness und Spritzigkeit, um Weltklassespielern wie Lahm, Ribéry und Toni Paroli bieten zu können.
Allerdings darf der FC Bayern München nicht als Maßstab genommen werden, im Moment zumindest nicht. Die nächsten Spiele gegen Gladbach, in Leverkusen (genauer gesagt in der LTU-Arena in Düsseldorf) und in Hannover werden zeigen, wohin der Weg führt. Besonders wichtig wird dabei das Spiel zuhause gegen Gladbach sein. Wird dies gewonnen, kann mit dem Erfolgserlebnis im Rücken, respektive in den Beinen, eventuell gegen Leverkusen etwas Zählbares geholt und eine Serie gestartet werden. Dann wäre die Niederlage gegen den FC Bayern der berühmte – und von den Verantwortlichen nun auch beschworene – Weckruf zur richtigen Zeit gewesen.
Ein anderes Szenario träte wohl im Falle einer Heimniederlage gegen Borussia Mönchengladbach ein. Eine Pleite würde das ohnehin angeknackste Selbstvertrauen der Spieler im Hinblick auf das schwere Auswärtsspiel gegen Leverkusen weiter schwächen. Die Gefahr eines gefährlichen Abwärtsstrudels wäre dann allgegenwärtig. Hamburg und Nürnberg können davon ein Lied singen.
Um es in Franz Beckenbauers Worten zu sagen: Schau’ mer mal...














