Die Kultur in Sportvereinen hat in der Regel eine gute Tradition. Und damit ist nicht nur die Stammtisch-Kultur gemeint. Insbesondere auf regionaler Ebene entwickeln sich Sportvereine im Idealfall zu kulturellen Anlaufstellen vor Ort und spielen so eine immer wichtigere Rolle im bürgerschaftlichen Leben. Künstlerische Aktivitäten bereichern beispielsweise Veranstaltungen oder verzieren Vereinsheime und Sporthallen. Liest man einmal genauer in Vereinssatzungen nach, so findet sich oftmals ein Passus zur Förderung von Kunst und Kultur, sei es durch Pflege der Malerei, des Theaters oder des Liedgutes. Nicht gewusst? Aber dennoch wahr.
Und gerade im Fußball kommt dem Liedgut eine noch besonderere, größere Rolle zu: „You’ll never walk alone” – this is Anfield, nur soviel dazu. Lieder bzw. eingängige, teils folkloristische Hymnen als musikalische Begleitung von König Fußball sind unverwüstlich, sowohl in den großen Stadien der Welt als auch in den Vereinskneipen, wo sich Hase und Igel gute Nacht sagen. Sang nicht schon Kaiser Franz von seinen guten Freunden, die niemand trennen kann, und der Bomber der Nation von dem eindringlichen Geräusch des Torerfolgs? Dann macht es Bumm. Beide zusammen mit der ganzen Mannschaft erhoben den Fußball gar zu ihrem Lebensinhalt: „Fußball ist unser Leben...”
Dass König Fußball die Welt regiert, erkannten auch bereits berühmte Liedermacher. In einem lesenswerten Interview mit Udo Jürgens verweist dieser auf den „globalen Wirkungsbereich” von Fußball und Musik: „Die Sportfans und die Musikfans – vor allem von Fußball und Schlager – verkörpern die beiden wohl größten Gruppen dieser Welt.”
Der Fußball wie die Musik leben von Sehnsüchten und Träumen, und davon singt uns der Schiedsrichterchor Zollernalb ein Lied: „Fußball unsere Freude, Fußball unser Traum!” Nun weiß man endlich, wovon die Schiedsrichter träumen, wenn gerade nicht vom passiven Abseits: Vom Singen. So feierte der Schiedsrichterchor aus dem Landkreis Zollernalb, der insgesamt 29 Sänger aus der Region vereint, sein nunmehr 40-jähriges Bestehen mit einem großen wie festlichen Chor- und Solistenkonzert am 18. Januar 2009 in der Stadthalle Balingen. Knapp 1000 Zuschauer waren gekommen, um das imponierende und beinahe schon majestätische Vortragen der besten Stücke aus dem Repertoire der vergangenen vier Jahrzehnte unter der Leitung von Karlheinz Leis mitzuerleben. Und leise war’s nicht wirklich.
Highlights aus der Geschichte der Sangesbrüder in Schwarz gibt es ab Mai des Jahres in der Jubiläumschronik „40 Jahre Schiedsrichterchor Zollernalb 1969-2009”, die in einer limitierten Auflage von 1000 Stück bei der Druckerei St. Elser in Haigerloch erscheint.
„Blau und Weiß, wie lieb’ ich Dich. Blau und Weiß, verlass mich nicht! Blau und Weiß ist ja der Himmel nur. Blau und Weiß ist uns’re Fußballgarnitur.” Der Schiedsrichterchor Zollernalb und Udo Jürgens – das wär doch was...














