Polizei

Hamburger Polizei verhindert Fan-Treffen

Alexander Valet | 6. Feb. 2009 | 0 Kommentare
Man kann es kaum glauben: Nur wenige Tage nach der Verleihung des Goldenen Schlagstocks erreicht uns die nächste Meldung von einem Polizeieinsatz, der tiefes Unverständnis und Kopfschütteln auf Seiten der beteiligten Fans hervorrief. Willkür, Pfefferspray und Unvermögen sind die Hauptdarsteller in dieser Groteske, die am vergangenen Freitag in Hamburg aufgeführt wurde.

Eine Gruppe von circa 160 Bayern-München-Fans wollte sich nach dem Ligaspiel gegen den Hamburger SV mit befreundeten St.-Pauli-Fans in einer Kneipe des gleichnamigen Kiez treffen. Dafür wurde laut eines Bayern-Fan-Vertreters im Vorfeld eine passende Kneipe angemietet. Allerdings erreichte die Fan-Gruppe nie ihr Ziel im bekannten Hamburger Vergnügungsviertel, sondern wurde direkt am Ausgang des Stadions von der Polizei in Empfang genommen. Die folgende Odyssee, die spät abends am Hauptbahnhof ihr Ende finden sollte, wird auf fansmedia.org detailliert nachgezeichnet.

Aufgrund eines mehr als vagen Verdachts der Gewaltbereitschaft wurden die Bayern stundenlang ohne Zugang zu Essen und Trinken bzw. sanitären Einrichtungen festgehalten und von Polizeibeamten drangsaliert. Die Einsatzleitung machte einen so konfusen Eindruck, das selbst die beteiligten Beamten ihr Erstaunen kaum verbergen konnten. Auch als ein FC-Bayern-Mitarbeiter aus der Fanbetreuung am Hauptbahnhof erschien und die Situation aufklären wollte, konnten die Fans das Gleis nicht verlassen.

Bei aller Vorsicht und dem Wunsch, gewaltbereite Fans frühzeitig voneinander zu trennen, dürfen organisierte Fans, die sich auf einer Auswärtsfahrt befinden, nicht in einer solchen Art und Weise ihrer Rechte beraubt werden. Ein Generalverdacht gegen Fangruppen, die gerade während und nach einem Auswärtsspiel lautstark auftreten, darf es nicht geben. Auch wenn es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Fans untereinander oder mit den Sicherheitskräften kommt, ist die Stimmung in deutschen Stadien überwiegend positiv.

Trotz oder wegen so mancher eingeschleuster bengalischer Feuer.

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