Speziell im Mittelfeld und im Angriff forderten Fans und Veh noch einen richtigen „Kracher“ – einen Spieler, der den Unterschied zwischen einer guten und einer sehr guten Mannschaft ausmacht. Doch die fast schon traditionelle Sparsamkeit in puncto Neuzugängen sowie Manager Heldt verhinderten das und führten zu großem Unmut bei Veh, der warnte, dass mit diesem Kader die sportlichen Ziele nur schwerlich zu erreichen seien. Wie recht er mit seiner Aussage haben würde, sollte er keine vier Monate später schmerzlich erfahren.
Die Saison begann sogar noch recht passabel: Die Qualifikation für den UEFA-Cup wurde über die Stationen FK Saturn Ramenskoje, Györi ETO FC und Cherno More Varna geschafft, und auch in der Bundesliga holte man aus den ersten sechs Partien respektable 13 Punkte. Zwar wurden die Fans nicht mit Zauberfußball a la Hoffenheim verwöhnt, aber immerhin stimmten die Ergebnisse.
Doch je kürzer die Tage wurden, desto unbefriedigender die Resultate. Die erste hausgemachte Krise gipfelte schließlich in dem desaströsen 1:4 in Wolfsburg und der damit verbundenen Beurlaubung Armin Vehs. Derselbe Veh, der ein Jahr zuvor den VfB nach über zehn Jahren wieder zur Meisterschaft geführt hatte, sollte nun der falsche Mann sein? Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Vehs Kritik an der Transferpolitik des Vereins, neben der sportlichen Situation, der ausschlaggebende Punkt für seine Entlassung gewesen sein soll. Veh hatte vor der Saison mehrmals vergeblich versucht, Heldt davon zu überzeugen, dass ohne adäquate Neuzugänge keine sportliche Verbesserung zu erreichen sei. Wer weiß, ob Armin Veh nicht heute noch VfB-Trainer wäre, wäre Manager Heldt seinen Wünschen nachgekommen.
Doch das Leben spielt nicht im Konjunktiv
Unter dem Strich steht eine Deutsche Meisterschaft, eine Trainerentlassung und viele Transferflops. Erreicht der VfB unter Markus Babbel keinen Platz unter den ersten Fünf, sollte der Manager als Hauptverantwortlicher zur Rechenschaft gezogen werden. Denn wer als Manager die Forderungen seines Trainers nicht erfüllen kann, trägt die Verantwortung für ein sportliches Scheitern. Bleibt Heldt im Amt, sollte er sein Hauptaugenmerk auf die Einbindung der vielen eigenen Talente (Didavi, Funk, Fischer & Co) legen. Es bleibt abzuwarten, ob die Verantwortlichen ihre Lehren aus dem Fall Beck gezogen haben.














