„Ich habe die Leistung der Deutschen zuletzt sehr genau beobachtet. Ich habe mir die letzten drei Spiele angeschaut. Ich wusste, dass wir die sich bietende Chance konsequent nutzen mussten, denn die Deutschen sind immer langsam in Gang gekommen.“ So erklärte der norwegische Trainer Egil Olsen nach dem Spiel seine Erfolgstaktik. Da hätte er gleich sagen können: „Keine Ahnung, was ich da rede. Wir haben uns halt mal hinten reingestellt und gekontert.“ Und sollte es in Zukunft reichen, einfach die drei letzten Spiele der deutschen Mannschaft auf Video anzuschauen, um sie zu besiegen, müsste einem ja angst und bange werden.
Abgesehen davon, tat sich die Löw-Elf gegen ein international allenfalls zweitklassiges, zudem noch ersatzgeschwächtes norwegisches Team tatsächlich ungemein schwer. Viele unnötige Ballverluste und ein viel zu langsamer Spielaufbau ließen jegliche Gefahr für das norwegische Tor schon im Ansatz ersticken. So entwickelte sich im Spiel der Deutschen, wieder mit Michael Ballack und Torsten Frings im zentralen Mittelfeld sowie Rückkehrer Andreas Hinkel auf der rechten Außenverteidiger-Position, so gut wie überhaupt kein Schwung. Außer einer Chance des Stuttgarters Mario Gomez nach Klose-Vorlage in der Anfangsphase der Partie mündeten die deutschen Angriffsbemühungen meist in mehr oder weniger ungefährlichen Distanzschüssen.
Anders die Gäste, die aus ihrer massiven Deckung durch Konter zum Erfolg zu kommen suchten. Innerhalb von zehn Minuten ergaben sich gleich drei gute Einschussmöglichkeiten; die größte davon, ein Kopfball Thorstein Helstads, parierte René Adler bravourös. Dagegen hatte er kurz zuvor bei einem Schuss Per Skjelbreds von der Strafraumgrenze nicht allzu gut ausgesehen. Desweiteren hatten die Deutschen Glück, dass der österreichische Schiedsrichter Messner nach einem Foul Westermanns an Braaten nicht auf den Elfmeterpunkt zeigte.
Auch in Hälfte zwei änderte sich das Geschehen kaum. Konzept- und ideenlos präsentierten sich Ballack und Co., während die ohne ihre Stars Riise, Carew und Iversen angetretenen Norweger bei ihren Vorstößen stets gefährlich blieben. Nachdem der Gästeschlussmann Jarstein mit einem Schuss von Mario Gomez in der 58. Minute noch die beste deutsche Möglichkeit zunichte gemacht hatte, ging die Olsen-Elf folgerichtig nicht unverdient in Führung. Nach einem eigentlich ungefährlichen Einwurf auf der linken Abwehrseite der Deutschen brachte Morton Pedersen den Ball mit dem Spann scharf vor das Gehäuse Adlers; und da die gesamte deutsche Abwehrkette einen Meter zu weit vorne stand, ließ jeder den Ball im Fünfmeterraum passieren, auch Adler. Am langen Pfosten drückte Christian Grindheim den Ball über die Linie und besorgte so den 0:1-Endstand.
In der ganzen letzten halben Stunde gelang dem deutschen Team kein wirklich vernünftiger Spielzug mehr. Zu erwähnen bleiben lediglich die absolut kläglich vergebene Schusschance Marko Marins kurz nach seiner Einwechslung sowie die Debüts der ebenfalls hereingekommenen Andreas Beck und Mesut Özil. Den einzigen Beifall des Abends erntete übrigens Özil bei seiner Einwechslung. Ansonsten gab's nur Pfiffe. Zurecht.














