„In einer außerplanmässigen Sondersitzung der Vereinsführung wurde heute entschieden, dass Kevin Kuranyi von seinen vertraglichen Pflichten gegenüber Schalke 04 bis auf weiteres befreit wird. Nach medienwirksamen und für den Verein untragbaren Äußerungen von Kevin gegen die Mannschaft war eine Freigabe unausweichlich. Seitens der Vereinsführung und engen Vertrauen Kevins wurden alle Bemühungen unternommen um einer Fortsetzung bei Schalke nicht im Wege zu stehen. Alle sogearteten Versuche sind gescheitert. Um die Mannschaft vor einem weiteren Imageverlust zu schützen, und die Stimmung im Verein nicht länger zu belasten, wird Kevin jetzt bedingungslos aus seinem Vertrag entlassen. Über die weiteren Pläne von Kevin und eine Ablöse von einem neuen Verein ist uns noch nichts bekannt. Kevin wird sich dazu aber noch gesondert an die Presse wenden. Uns verlässt ein ausgezeichneter Spieler der ein grosses Loch im Kader unserer Mannschaft hinterlässt, trotzdem schauen wir hoffnungsvoll in die Zukunft und freuen uns auf neue Herausforderungen und neue Gesichter im Verein.“
Dieser Wortlaut war für ca. eine halbe Stunde auf der Vereinsseite des FC Schalke 04 als aktuelle Meldung zu lesen. Durchaus glaubwürdig, zumal in den vergangenen Wochen mehrfach von Verstimmungen zwischen der Führung des Gelsenkirchener Bundesligisten und Kevin Kuranyi berichtet worden war. Zwischenzeitlich war in den Medien sogar intensiv über einen Verkauf Kuranyis vor seinem Vertragsende 2010 spekuliert worden. In ihrer Donnerstag-Ausgabe wirbt auch die Stuttgarter Zeitung wiederholt für eine Verpflichtung des 26-jährigen Stürmers durch den VfB Stuttgart.
Und die Meldung war angesichts der lauwarmen Vorstellung der Nationalelf gegen Norwegen so heiß, dass die BILD-Zeitung sie gleich geschluckt hat. Ganz ohne zu kauen. Denn Minuten nach dem Erscheinen auf der Seite des FC Schalke lief sie auf Bild.de brandaktuell über den Ticker. Nachdem kurze Zeit später die Schalker Homepage nicht mehr zugänglich und die Meldungsüberschrift der BILD nur noch über Googlenews, der zugehörige Artikel jedoch nicht mehr auf der Internetseite des Boulevardblattes zu lesen war, stellte sich heraus, dass es sich um eine Falschmeldung gehandelt hatte – ins Internet gestellt offenbar von einem Hacker.
Der Bundesligist erklärte schnell, dass es sich um eine Fehlinformation handele und die offizielle Homepage Opfer eines Hackerangriffes geworden sei. Auch die BILD stellte den Sachverhalt daraufhin richtig. Aber interessant zu beobachten, wie in der heutigen Medienwelt Nachrichten gemacht werden können und gemacht werden.
Was Kevin Kuranyi wohl dazu sagt? Bisher nichts.














