Zwanziger gegen Zwanziger

Alexander Valet | 8. März 2009 | 1 Kommentar
Am 5. März mussten der DFB und sein Präsident Theo Zwanziger eine weitere Niederlage vor Gericht hinnehmen. Das Landgericht Frankfurt gab dem Widerspruch nicht statt, den die Juristen der Otto-Fleck-Schneise gegen die durch Jens Weinreich erwirkte Gegendarstellung - gegen eine unverschämte Pressemitteilung des DFB - eingereicht hatten. Somit ist das die sechste blutige Nase, die sich der größte Verband der Welt in der Sache "unglaublicher Demagoge" abholt. Aber Papier ist bekanntlich geduldig und die Kriegskasse ist, zumindest auf einer Seite, prall gefüllt.

Zur Erinnerung: Jens Weinreich nannte den Präsidenten des DFB, Dr. Theo Zwanziger, in einem Kommentar auf dem Blog direkter-freistoss einen "unglaublichen Demagogen", woraufhin eine Welle von Klageandrohungen, Pressemitteilungen, Gegendarstellungen und Widersprüchen gegen alles und jeden durch die deutsche Sport- und Presselandschaft rollte.

Wunderschön aufbereitet sieht man die Chronologie der Ereignisse in dieser Animation, die der sportticker zusammenstellt:

Der eigentliche Skandal

Die Fakten sind also hinlänglich bekannt und für jedermann zugänglich. Der Fall ist allerdings, nach einem ersten Sturm der Empörung, etwas aus dem Fokus der medialen Aufmerksamkeit geraten. Hinter den Kulissen gehen die Verhandlungen vor Gericht jedoch weiter, und der DFB hat offensichtlich beschlossen, die beliebte Taktik von Konzernanwälten anzuwenden, nämlich mit einer Fülle von formalen Einsprüchen das Verfahren in die Länge zu ziehen. Theo Zwanziger nutzt also den Apparat in seinem Rücken, um gegen einen freien Journalisten vorzugehen, der nicht annähernd dieselben Mittel zur Verfügung hat. Es liegt der Verdacht nahe, dass hier durch die bewusste Verschleppung psychischer und finanzieller Druck aufgebaut werden soll, um Weinreich zu schaden und schlussendlich in die Knie zu zwingen. Ein ungeheuerliches Vorgehen.

Wo bleibt der Rücktritt?

Betrachtet man das Verhalten des DFB, seines Präsidenten und der Presseabteilung (Wolfgang Niersbach und Harald Stenger), dann stechen drei Punkte besonders unschön heraus: Der versuchte Rufmord an Jens Weinreich durch eine Pressemitteilung an einflussreiche Personen im Sportbereich, gespickt mit Unwahrheiten und dreister Tatsachenverdrehung, der Versuch, den ehemaligen Arbeitsplatz von Ex-Richter Theo Zwanziger in Konstanz als Verhandlungsort für eine Klage durchzudrücken, und die oben erwähnte Taktik vor Gericht. Personelle Konsequenzen stehen hierbei leider noch aus, auch weil von Seiten der etablierten Medien nur wenig Lust an diesem Thema zu spüren ist.

Unterstützung für unabhängigen Journalismus

Jens Weinreich muss sich jetzt gleichzeitig mit einem kostspieligen Gerichtsverfahren herumschlagen und seinen Lebensunterhalt verdienen. Bei einem Prozess bis in die letzte Instanz könnten im schlimmsten Fall Kosten bis zu 70.000 Euro auf ihn zukommen, wie er bei 11Freunde im Interview erwähnt. Nach langer Überlegung hat er sich deshalb dazu entschlossen, auf seiner Website zu Spenden aufzurufen, die sein Risiko zumindest etwas dämpfen würden. Wir können uns da nur anschließen und diese Bitte weiter verbreiten, damit eine unabhängige Stimme nicht verstummt: Spendet für Jens Weinreichs Kampf gegen den DFB, ein Zwanziger gegen Zwanziger!

Kommentar Nr. 1
Jona | 10. März 2009 | 11:33
Da bleibt ja nur folgendes zu sagen: Der Zwanziger ist ein falscher Fünfziger!

Wenn Sie irgendetwas in dieses Feld eintragen, wird der Kommentar als Spam betrachtet

Wir wollen Dich als Neuzugang
Sei Teil einer Mannschaft, die etwas von Fußball versteht sowie darüber schreibt – einer Mannschaft ohne Grenzen. Denn unsere Farben kann jeder tragen. Gerade Du könntest uns entscheidend verstärken. Kurz angemeldet, kannst Du Dich überall und jederzeit einloggen, um Deiner Meinung zu verschiedenen Themen des Fußballs Ausdruck zu verleihen, ob in Worten oder Form von Bildern.
Meister 2008 ist der FC Barcode
Die prestigeträchtige Trophäe der Stuttgarter Stadtliga ist ein weiteres Jahr im Besitz des FC Barcode, der im Finale gegen die Pumas mit 6:0 triumphierte. MIT SCHMACKES gratuliert und freut sich, weiterhin als exklusiver Berichterstatter dabei zu sein und die Spiele, Ereignisse sowie Hintergründe beleuchten zu können und der Öffentlichkeit zu präsentieren. mehr...
Vom Blog zum Magazin
Dass der Fußball ein unerhörtes Medienspektakel darstellt, ist klar. Unklar war dem Fan bisher nur, wie er auf die Seite der Medienmacht gelangen kann. Sowohl als Blog als auch in gedruckter Form bieten wir ein Magazin, das offen ist für die Beiträge aller Fußballfans. Denn der Fußball findet in erster Linie dort statt, wo ihn die Leute gemeinsam erleben: im Austausch der Fans.
We are Fans for Football
Für die WM 2006 riefen wir unter dem Titel „wm0711" ein Projekt von Fans für Fans ins Leben, das über die Spiele und Ereignisse rund um das Turnier in Stuttgart authentisch und ungefiltert berichtete. So war das Sommermärchen quasi unser persönlicher Anpfiff. Die Initiative erhielt neben großer internationaler Aufmerksamkeit eine Auszeichnung der Friedrich-Ebert-Stiftung. mehr...