Die Aichwälder waren nach dem Aufstieg im Sommer beinahe furios in die neue Spielzeit gestartet und hatten sich zu Beginn gleich im oberen Viertel der Tabelle festgesetzt. Zum Teil hohe Siege, beispielsweise ein 7:1-Erfolg in Altbach, ließen die Liga aufhorchen. Seit einiger Zeit läuft es jedoch nicht mehr so gut für die Mannschaft vom Schurwald. Seit dem Rückrundenstart konnte noch kein dreifacher Punktgewinn gefeiert werden. Vielmehr reiste man mit drei Niederlagen im Gepäck nach Wendlingen. Erst unterlag man dem Tabellenvorletzten, den Wernauer Sportfreunden, überraschend 1:2, dann verlor man auf eigenem Platz mit dem gleichen Ergebnis gegen den TSV Denkendorf, um am Nachholspieltag unter der Woche zuhause gegen den VfB Reichenbach mit 1:7 böse unter die Räder zu kommen.
Der TSV Wendlingen schnupperte nach sechs Punkten zum Rückrundenstart bereits wieder am Relegationsplatz in die Bezirksliga. Doch zu Beginn der englischen Woche konnte die Elf von Trainer Matthias Schwarz dann nicht nachlegen. Gegen den Abstiegskandidaten TSV Wernau kam man nicht über ein torloses Unentschieden hinaus, beim TV Nellingen II war man letztlich ohne wirkliche Chance und verlor mit 0:2.
Also war für beide Mannschaften Rehabilitation für die erlittene Niederlage unter der Woche angesagt. Aichwalds Spielleiter Wolfgang Ulmschneider betonte, dass man vermeiden wolle, in die Gefahrenzonen abzurutschen. Seinem Team eröffnete sich die Gelegenheit, durch einen Erfolg in Wendlingen wieder auf einen Zähler an die Lauterstädter heranzurücken. Zudem galt es für die Gäste, die 1:2-Pleite aus dem Hinspiel auszumerzen.
Aichwalder Überlegenheit in Hälfte eins
Bereits nach zwei Spielminuten hatten die gefällig in die Partie startenden Gäste die große Chance zur frühen Führung, als nach einem schönen Zuspiel von Angreifer Christoph Gebhardt in die Nahtstelle der Wendlinger Abwehrkette ASV-Spielmacher Carmelo Schembri alleine vor Torhüter Alexander Kurz auftauchte, in diesem jedoch seinen Meister fand. Vor allem über die linke Angriffsseite entwickelte der Aufsteiger in der ersten halben Stunde immer wieder Gefahr für das Wendlinger Gehäuse. Auf der anderen Seite verpasste der aufgerückte Verteidiger Uwe Plitt, seit dem vergangenen Freitag 41 Jahre alt, eine Flanke Steffen Lorchs von rechts nur knapp. Aber außer einem Schuss Ercan Topdags aus spitzem Winkel brachte nichts wirklich Gefahr. Vor allem aus dem offensiven Mittelfeld kamen kaum Impulse, um die beiden Stürmer Benjamin Kaiser und Benjamin Haufe in Szene zu setzen, die sich in der ASV-Hintermannschaft um Herwig Rust und Spielführer Timo Geng in guter Bewachung befanden. So blieb es bis zum Halbzeitpfiff des Unparteiischen Christian Koch bei einem spielerischen Übergewicht der Schurwälder Gäste.
Haufe mit achtem Saisontor
Nach dem Seitenwechsel tat sich ersteinmal nicht allzu viel. Das ohnehin nicht unbedingt hochklassige Geschehen verflachte zusehends. Insbesondere der ASV Aichwald schien mit zunehmender Spieldauer abzubauen. So kam der TSV Wendlingen besser ins Spiel und folgerichtig auch zu ersten ernst zu nehmenden Torchancen. Bei zwei gut getimten Kopfbällen Christopher Amends war der Aichwalder Schlussmann jedoch auf dem Posten. In der 74. Minute war er dann aber chancenlos, als Benjamin Haufe nach einem Eckball mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze die Wendlinger Führung markierte – Haufes achter Saisontreffer.
Damit war die Begegung aber noch nicht entschieden, denn nur kurze Zeit später hatte zuerst Gebhardt den Ausgleich auf dem Fuß, dann der eingewechselte Spielertrainer Zoran Pavic. Doch gegen beide behielt Alexander Kurz im eins gegen eins die Oberhand und sicherte so seiner Mannschaft die Führung, die Christopher Amend zwei Minuten vor Ende der Partie mit einem Flachschuss von links ins lange Eck erhöhte. Das schöne Zuspiel in den Lauf war vom eingewechselten A-Junior Manuel Wagner gekommen. Das 2:0 bedeutete gleichzeitig auch den Endstand.
Damit bleibt der TSV im Dunstkreis des zur Relegation berechtigenden zweiten Platzes, der ASV auf dem zehnten sitzen. Nach dem Spiel konstatierte Pavic: „Wir haben uns Möglichkeiten erarbeitet, aber genutzt haben wir sie nicht.“
Stimmt.














