Von nichts kommt nichts – eine Weisheit, die sich im Fußball wie im Leben immer wieder bewahrheitet. Das traf auch zu auf das Gastspiel des Fünften der Kreisliga A1 Neckar-Fils TSV Wendlingen beim Tabellenelften TSV Baltmannsweiler. Nach dem 2:0-Heimsieg gegen den ASV Aichwald eine Woche zuvor gehörte das Team von Trainer Matthias Schwarz zum erweiterten Kreis der Relegationsanwärter, die Baltmannsweiler Gastgeber hingegen hatten sich schon seit geraumer Zeit mit dem Kampf um den Klassenerhalt zu beschäftigen. Dementsprechend motiviert gingen die Spieler von Coach Joannis Fotarellis in die Begegnung und erwischten auf dem tiefen Geläuf einen Start nach Maß: Nach lange bewährtem Muster verlängerte Sturmtank Stephan Bender einen Abstoß von Schlussmann Andreas Eisinger per Kopf in den Lauf seines Angriffspartners Marc Haidle, der sich einen Stellungsfehler in der Abwehrkette des TSV Wendlingen zunutze machte, sich dann im Zweikampf mit Wendlingens letztem Mann, Alexander Valet, durchsetzte und Torhüter Alexander Kurz mit der Picke zur frühen Führung überwand. Da noch keine fünf Minuten gespielt waren, bot sich den Gästen noch genug Zeit, um das Heft in die Hand zu nehmen. Doch nur allzu schwerlich fand man in die Partie. Die Schurwälder gingen aggressiv in die Zweikämpfe und erstickten so die Wendlinger Bemühungen bereits im Mittelfeld.
Über lange Bälle auf Bender und Haidle blieben die Gastgeber gefährlich, die ganz in Weiß angetretenen Wendlinger versuchten ihr Glück überwiegend mit Distanzschüssen. Einen Flachschuss Christopher Amends aus gut 18 Metern tauchte Andreas Eisinger in bravouröser Manier aus dem Eck, was allerdings die einzige nennenswerte Torchance der Schwarz-Elf darstellte.
Unmittelbar vor der Halbzeitpause dann die nächste kalte Dusche für den TSV Wendlingen: Nach einem Eckstoß von links kam Moritz Hansen in zentraler Position sieben Meter vor dem Kasten frei zum Kopfball, und es hieß 2:0 für Baltmannsweiler, Kurz blieb ohne Abwehrmöglichkeit. Damit ging es unter der Leitung von Schiedsrichter Andreas Fischer in die Pause.
Auch in der zweiten Halbzeit tat sich der Tabellenfünfte vor allem im Spiel nach vorne sehr schwer; die Gastgeber beschränkten sich auf dem kräftezehrenden Platz auf die Verteidigung des Ergebnisses. Die Schwarz-Elf wusste die massive Baltmannsweiler Hintermannschaft nur selten in Gefahr zu bringen. Bei einem Aufsetzer Christopher Amends war Eisinger wieder auf dem Posten, ebenso, als er nach einem Eckstoß einen Kopfball Uwe Plitts mit einem sehenswerten Reflex parierte. Auf der anderen Seite zielte Toschütze Hansen bei einer schönen Direktabnahme von der Strafraumgrenze zu hoch.
Den Wendlingern unterliefen schließlich zu viele einfachste Abspielfehler, und in den Zweikämpfen blieb man bis auf wenige Ausnahmen an diesem Tage zweiter Sieger. In der 88. Minute kam dann aber doch noch Spannung auf, als Plitt eine Flanke des eingewechselten Frank Herrmann mit dem Kopf in den Winkel setzte. Die Angriffsbemühungen in den Folgeminuten brachten jedoch letztlich keine nennenswerten Torchancen mehr hervor. Damit hatte der Wendlinger Routinier Uwe Plitt sein persönliches, gefühlt 25stes Duell mit Baltmannsweilers Sturmwaffe Stephan Bender zwar 1:0 für sich entschieden, doch wie schon im Hinspiel triumphierte am Ende das Team von Joannis Fotarellis mit 2:1. Während Wendlingen in der Tabelle um einen Rang auf den sechsten Platz zurückrutschte, kletterten die Baltimorener um einen auf den zehnten und haben nun auch schon 25 Punkte auf dem Konto.
Die anderen Partien
Für Bender, Fotarellis & Co sind die drei Punkte natürlich Gold wert in Sachen Abstiegskampf, zumal die direkte Konkurrenz vom TSV Köngen II und vom TSV Wernau bittere Niederlagen einstecken musste. Köngen unterlag zuhause in der Fuchsgrube der TSG Esslingen mit 0:4; Wernau kassierte nach einer 2:0-Führung auf dem heimischen Kehlenberg gar noch eine 2:3-Pleite gegen den Tabellenletzten, die SV 1845 Esslingen. Für die Esslinger Elf von Dion Green war es nach dem überraschenden Erfolg gegen Köngen eine Woche zuvor (2:0) der zweite Sieg in Folge, was die bisher aussichtslose Lage doch nicht ganz so hoffnungslos erscheinen lässt. Der TSV Wernau sowie der TSV Köngen II befinden sich hingegen auf gefährlichem Wege abwärts.
In der anderen Hälfte der Tabelle vergeigte nicht nur der TSV Wendlingen die Möglichkeit, die völlig unerwartete Niederlage des VfB Reichenbach gegen den Aufsteiger SC Altbach (1:3) zu seinem Vorteil auszunutzen, sondern mit ihm gleich alle Verfolger zusammen. Während der Zweite TV Nellingen II nur ein 1:1-Remis in Aichwald zustande brachte, unterlag der Vierte TSV Denkendorf beim TSV Wäldenbronn-Esslingen mit 0:2. Die Wäldenbronner sind mit sieben Siegen hintereinander die Mannschaft der Stunde schlechthin und haben sich plötzlich vom Abstiegskandidaten in der Winterpause zu einem möglichen Aufstiegskandidaten gemausert. Momentan liegt die Elf von Trainer Gerhard Römer punktgleich mit dem TSV Wendlingen auf dem siebten Platz. Ein weiterer Gewinner des Spieltags ist der TSV Sielmingen nach einem knappen 1:0-Sieg gegen den Vorletzten, die Wernauer Sportfreunde. Die SG Eintracht Sirnau hatte spielfrei und liegt unverändert auf Rang drei.
Der nächste Spieltag
Nach den spielfreien Osterfeiertagen kommt es am 19. April zu zwei interessanten Verfolgerduellen: Beim TSV Wendlingen gastiert der zur Zeit bärenstarke TSV Wäldenbronn-Esslingen, der Vierte TSV Denkendorf empfängt den Fünften TSV Sielmingen.
Der bedenklich schwächelnde Tabellenführer VfB Reichenbach sollte sich gegen die Wernauer SF keine weitere Blamage erlauben, will die Elf von Trainer Erkan Sevik die Spitzenreiterposition nicht leichtfertig verspielen. Der TV Nellingen II liegt nämlich bereits in Lauerstellung lediglich noch zwei Pünktchen dahinter. Die Landesliga-Reserve wird allerdings gegen die selbstbewussten Fotarellis-Schützlinge auch kein nachträgliches Ostergeschenk bekommen. Wer hier wem ein Ei legt, wird sich zeigen.
Die SV 1845 Esslingen hat die Chance, mit einem dritten Dreier in Serie den ASV Aichwald mit in den Abstiegskampf zu reißen und urplötzlich wieder alle Karten in der Hand zu haben. Ebenso der TSV Wernau, der bei der TSG Esslingen gastiert. Favoritenschreck SC Altbach empfängt die SG Eintracht Sirnau. Für die Sirnauer von Trainer Klaus Schipke geht es schlicht und ergreifend darum, die Chance auf den Aufstieg endlich beim Schopfe zu packen; zu unkonstant präsentierten sich Köstle & Co im bisherigen Verlauf der Saison.
Ein weiterer spannender Spieltag also in der A1. Und wir bleiben nah dran. Mit Schmackes eben.














