„Ich bin mit meiner Mannschaft hoch zufrieden“, freute sich Wendlingens Trainer Matthias Schwarz unmittelbar nach dem Spiel. Er hatte auch allen Grund dazu: Denn mit dem TSV Wäldenbronn-Esslingen hatte soeben das beste Rückrundenteam der Liga im alten Wendlinger Lauterstadion gastiert. Und durch das Tor des Tages des nur wenige Minuten zuvor eingewechselten A-Jugendlichen Dennis Bosch hatte sein Team einen nicht unbedingt erwarteten, jedoch wohltuenden dreifachen Punktgewinn feiern können. „Wir hatten einige Umstellungen, ein sehr junges Team heute auf dem Platz“, erinnerte Schwarz daran, dass in Spielführer Thorsten Gohl und Routinier wie Leistungsgarant der letzten Wochen Uwe Plitt die etatmäßige Innenverteidigung für das Duell gegen den direkten Tabellennachbarn nicht zur Verfügung stand. „Wir haben das Glück gehabt, dass wir das 1:0 gemacht haben“, wies er auf den ziemlich ausgeglichenen, ereignisarmen Spielverlauf hin. „Aber aufgrund der Schlussphase, wo dann doch nicht mehr so viel kam vom Gegner, am Ende verdient – mit etwas Glück, aber auch verdient.“
Im Gegensatz zu Schwarz zeigte sich Gäste-Trainer Gerhard Römer natürlich sichtlich bedient, denn im Vorfeld hatte man aufgrund der Serie von sieben Dreiern nacheinander bereits wieder ernsthafte Ansprüche auf den Relegationsplatz angemeldet. „Ich bin absolut enttäuscht. Wir haben schlecht gespielt und nicht an die Leistungen der letzten Spiele angeknüpft.“ Den Esslinger Aufstiegshoffnungen erteilte er eine Absage: „Wir hätten heute mindestens einen Punkt holen müssen. Wir haben auch gewusst, dass das heute mit das schwierigste Spiel wird in Wendlingen. Ein unangenehmer Gegner, mit dem wir immer unsere Probleme gehabt haben. Und so war’s auch heute wieder.“
„Vielleicht lag’s auch am Platz...“
Vor rund 120 Zuschauern und bei herrlichen Frühlingstemperaturen hatten die in den Vorwochen so überzeugenden Wäldenbronner von Beginn an ihre Schwierigkeiten, dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken. Zudem zeigte sich der Platz in sehr schlechtem Zustand, was dem Kombinationsfluss beider Mannschaften nicht gerade zugute kam. So entwickelte sich eine eher mäßige Begegnung ohne allzu viele Torraumszenen. Vor allem die neu formierte Wendlinger Hintermannschaft stand gut und ließ der Römer-Elf kaum Raum zur Entfaltung. Die erste nennenswerte Torchance resultierte aus einem Eckstoß Michael Kleins in der 32. Minute, den Christopher Amend per Direktabnahme aufs lange Eck brachte, doch das Gästegehäuse dabei um wenige Zentimeter verfehlte. Auf der anderen Seite prüfte Branko Malbasic Wendlingens Keeper Alexander Kurz aus spitzem Winkel. Alles in allem neutralisierten sich die Teams gegenseitig, so dass es torlos in die Halbzeitpause ging.
Nach dem Wiederanpfiff des Unparteiischen Wolfgang Scheu aus Wittlingen wurde die Begegnung etwas besser. Durch die Hereinnahme von Timm Fahrion wurden die Gästbemühungen geordneter, wirklich zwingend wurden sie jedoch nicht. Ein Distanzschuss Malbasics ging zwar nur knapp neben das Tor von Alexander Kurz – das war’s dann aber auch schon fast. Mit einem versuchten Heber scheiterte in der Folgezeit dann noch Egemen Altindil. Der TSV Wendlingen kam durch Angreifer Benjamin Haufe zu einer aussichtsreichen Möglichkeit, doch scheiterte er von der Strafraumgrenze am Esslinger Schlussmann.
Bosch kommt – und trifft
Als in der 65. Minute der A-Jugendliche Dennis Bosch zu seinem ersten Einsatz bei den Aktiven kam, dachte er vermutlich nicht, dass er keine zehn Minuten später zum Matchwinner avancieren würde. Nach einem feinen Zuspiel Michael Kleins aus dem Mittelfeld in den Lauf des schnellen Haufe legte der den Ball alleine vor dem Wäldenbronner Torhüter klug quer, so dass Bosch nur noch vollenden musste, und es hieß 1:0 für Wendlingen. Auch in der Schlussphase der Partie wussten sich die Gäste in der Offensive nicht entscheidend in Szene zu setzen. Es blieb wie schon im Hinspiel in Esslingen beim 1:0 für die Schwarz-Elf.
Richtungsweisend?
Mit diesen drei Punkten im Verfolgerduell meldet sich der TSV Wendlingen nach der 1:2-Pleite beim TSV Baltmannsweiler vor Ostern doch wieder zurück im Rennen um den zweiten Platz, der zur Relegation berechtigt. Trainer Matthias Schwarz glaubt aber in dieser Saison noch nicht an einen Sprung nach ganz oben: „Wir stehen in der Tabelle auch deswegen gut, weil wir mehr bereits absolvierte Spiele haben als die anderen. Und wir haben aber auch ein recht schweres Restprogramm – mit Reichenbach, Sirnau, Sielmingen und Altbach. Für uns ist toll, dass wir mal nicht um den Abstieg mitspielen. Wenn’s dann fürs erste Drittel reicht, dann ist’s grandios.“
Jedenfalls sind es noch fünf Punkte bis Rang zwei und zum TV Nellingen II, der gegen die Fotarellis-Elf aus Baltmannsweiler nicht über ein torloses Remis hinauskam. „Wir haben Charakter bewiesen“, meint Baltimore-Coach Joannis Fotarellis, „und keinen Klassenunterschied erkennen lassen.“ Nach dem verdienten Heimsieg gegen Wendlingen also der nächste Achtungserfolg für die Schurwälder, die sich sozusagen als Sonderprämie für ihre Schützenhilfe im Meisterschaftsrennen ein Essen verdienten, und zwar spendiert vom Gastwirt des Spitzenreiters VfB Reichenbach, wo Fotarellis vor einigen Jahren Übungsleiter gewesen ist. Der Tabellenführer beendete seine Schwächephase mit einem fulminanten, dennoch aber standesgemäßen 6:1-Kantersieg bei den Wernauer Sportfreunden, die aufgrund des überraschenden 3:0-Sieges der SV 1845 Esslingen gegen den ASV Aichwald nun plötzlich selbst das Ende der Tabelle zieren. Damit gerät das Pavic-Weippert-Team immer weiter in die gefährlichen Regionen, in denen sich der TSV Wernau nach dem 0:0 bei der TSG Esslingen immer mehr verliert. Nutznießer im oberen Tabellendrittel ist einmal mehr weniger die SG Eintracht Sirnau nach dem 1:1-Unentschieden beim SC Altbach, sondern zum wiederholten Mal der TSV Denkendorf, der sich im zweiten, möglicherweise richtungsweisenden Duell mit Aufsteiger TSV Sielmingen mit 1:0 durchsetzte.
Es bleibt also spannend in der A1, zumal es mit Riesenschritten weitergeht: Am Donnerstag, 23.04., steht ein kompletter Nachholspieltag auf dem Programm. Der TSV Wäldenbronn hat dann sogleich die Möglichkeit zur Wiedergutmachung, denn im Esslinger Seewiesen-Stadion gastiert der Spitzenreiter VfB Reichenbach. Durchaus interessant dürfte sein, ob der TSV Baltmannsweiler auch zum Stolperstein für die SG Eintracht Sirnau wird, die in Baltimore antreten muss. Der TSV Wernau empfängt die Wernauer Sportfreunde zum ewig jungen Stadtderby, das im Abstiegskampf für beide Teams noch einen zusätzlichen Reiz bedeutet. Für beide, insbesondere für die WSF, zählt nur ein Sieg.
Ob die SV 1845 Esslingen ihren unverhofften Frühling auch gegen den TV Nellingen II fortsetzen kann, wird sich zeigen. Gut möglich, dass die Elf von Dion Grenn Morgenluft geschnuppert hat. Der TSV Wendlingen wird versuchen, den Aufwärtstrend bei der TSG Esslingen fortzusetzen, der TSV Denkendorf den seinen beim TSV Köngen II. Für die beiden Gastgeber gilt es, sich von den Abstiegsrängen abzusetzen; ebenso für den schwächelnden ASV Aichwald, der den SC Altbach zum Duell der Aufsteiger empfängt.














