Die Saison neigt sich dem Ende und die Leistungskurve des TSV Wendlingen steil nach unten. Nachdem man die beiden Partien zuvor trotz zufrieden stellender Darbietungen verloren hatte – 0:1 in Sielmingen und 3:4 zuhause gegen den VfB Reichenbach –, kassierte man beim Aufstiegsaspiranten SG Eintracht Sirnau eine völlig verdiente 1:3-Niederlage. Dabei konnte die Mannschaft von Matthias Schwarz nie an die Leistungen anknüpfen, zu denen sie im bisherigen Verlauf der Spielzeit schon fähig gewesen war. Einmal mehr musste man erkennen, dass verletzungsbedingte Ausfälle den doch recht dünnen Kader wohl überstrapazieren.
Korkut und Köstle mit starker erster Halbzeit
Von Beginn an zeichnete sich ab, dass sich der TSV an diesem Tag gegen das kompakte Sirnauer Team sehr schwer tun würde. Sowohl spielerisch als auch im Zweikampf präsentierten sich die Gastgeber frischer und aktiver. Dennoch verzeichnete der TSV Wendlingen die erste Gelegenheit des Spiels, als Angreifer Benjamin Haufe den Sirnauer Torhüter mit einem strammen Schuss aus 18 Metern Entfernung prüfte; doch der Ball kam schließlich zu mittig auf das Gehäuse. Auf der anderen Seite zielte Mittelfeldakteur Ferhat Korkut im Anschluss an einen Einwurf in der 14. Spielminute genauer, indem er den Ball von der Strafraumgrenze ins obere Tordreieck zirkelte. Jochen Schmidt im Tor der Gäste konnte dem Ball nur nachschauen.
Zu diesem Zeitpunkt hätte es eigentlich bereits 2:0 stehen müssen, denn Schmidt hatte kurz zuvor Sirnaus Goalgetter Thorsten Köstle mit einem verunglückten Abwurf in Abschlussposition gebracht. Köstle zögerte aber einen Moment zu lange, weshalb Schmidt dessen Schuss noch parieren konnte und so seinen eigenen Fehler wieder gutmachte.
Die nächste große Chance ließ sich Thorsten Köstle dann aber nicht entgehen: Sturmpartner Gaetano Intemperante überrumpelte die Wendlinger Abwehrkette bei einem Konter mit einem Heber auf Köstle, der alleine auf Jochen Schmidt zusteuerte und letztlich keine Mühe hatte, die Führung seines Teams zu erhöhen. Noch keine halbe Stunde war bis hierhin gespielt, doch Köstles Treffer kam fast schon einer Vorentscheidung gleich. Zu harmlos agierte Wendlingen einmal mehr im Offensivspiel, zu lauf-, spiel- und zweikampfschwach präsentierte sich das Mittelfeld.
Valets Kopfball bringt noch einmal Hoffnung...
Nachdem Schiedsrichter Klaus Kämmler die zweiten fünfundvierzig Minuten angepfiffen hatte, wurde das Wendlinger Spiel besser; was sicherlich auch dem Umstand Tribut zollte, dass die Sirnauer Gastgeber deutlich nachließen. Prompt kam der TSV durch einen platzierten Kopfball Alexander Valets nach einer Ecke in der 51. Minute zum Anschlusstreffer. Nun hatten die Gäste ihre beste Phase. Möglichkeiten zum Ausgleich ergaben sich zwangsläufig. Das eine Mal scheiterte Stürmer Benjamin Kaiser nach einem schönen Haufe-Zuspiel mit der Picke am Sirnauer Torhüter; das andere Mal ging sein Kopfball nach einer Flanke von der linken Seite knapp über das Gehäuse.
...aber Intemperante die Entscheidung
Letztlich entpuppten sich die Wendlinger Bemühungen jedoch eher als Strohfeuer; denn ein schön vorgetragener Konter über David Plodek auf rechts außen, der seinen Gegenspieler stehenließ und mit einem optimalen Zuspiel in den Rücken der Gästeabwehr Gaetano Intemperante in Szene setzte, beseitigte schließlich jegliche Zweifel, wer an diesem Tag den Platz als Sieger verlassen würde. Intemperante hatte letztlich keine allzu große Mühe, den Ball rechts unten knapp neben den Pfosten zum 3:1 in die Maschen zu setzen. Die angebrochene Schlussviertelstunde brachte keine Ergebnisänderung mehr. Wie im Hinspiel setzte sich die Sirnauer Elf von Trainer Klaus Schipke dank einer effizienten Offensivabteilung durch.
Kurz vor Ende der Begegnung verließen die ersten Wendlinger Anhänger das Sirnauer Sportgelände: „Hoch gewinnen werden wir heute nicht mehr.“ Vielmehr müssen Schwarz und sein Team nach einer bisher ansehnlichen Saison den Blick nach unten richten und schnellstmöglich die Kurve bekommen, will man nicht am letzten Spieltag (Wendlingen hat spielfrei) noch um den Klassenerhalt zittern müssen. In dieser Liga ist nämlich alles möglich: Genauso, wie sich mittlerweile ganze sieben Teams noch Chancen auf den zweiten Tabellenplatz ausrechnen, müssen sich die restlichen mit dem Abstiegskampf auseinandersetzen.
Reichenbach mit eineinhalb Beinen in der Bezirksliga
Den Big Point schlechthin landete der Tabellenführer VfB Reichenbach im Spitzenspiel gegen seinen bis dato schärfsten Verfolger TV Nellingen II. Yasin Konyali entschied die spannende Partie mit einem Foulelfmeter kurz nach der Halbzeitpause für die Sevik-Elf, die mit nunmehr sieben Zählern Vorsprung wohl nicht mehr einzuholen ist. Die Nellinger hingegen fielen prompt auf den vierten Rang zurück und mussten sowohl die SG Eintracht Sirnau als auch den neuen Zweiten TSV Denkendorf (3:1 in Altbach) vorbeiziehen lassen.
Das Feld von hinten aufzurollen gewillt ist urplötzlich die TSG Esslingen, die nach einem glatten 3:0-Coup bei der besten Rückrundenmannschaft TSV Wäldenbronn-Esslingen und zwei absolvierten Partien weniger als der TSV Denkendorf im Rennen um den Relegationsplatz ebenfalls noch nicht abzuschreiben ist. Ob die Wäldenbronner sowie die punktgleichen Sielminger, die nicht über ein enttäuschendes 2:2-Unentschieden gegen den Vorletzten der Liga, die SV 1845 Esslingen, hinauskamen, nach diesen Rückschlägen nocheinmal oben angreifen können, ist zwar möglich, aber doch eher unwahrscheinlich.
SV 1845 Esslingen und die Wernauer SF durchgereicht
Vor einem Jahr noch in der Bezirksliga, jetzt bereits in der Kreisliga B angekommen – Zukunft ungewiss... Das gilt sowohl für die Wernauer Sportfreunde als auch für die SV 1845 Esslingen. Die Wernauer sind seit dem Muttertag nun auch rechnerisch abgestiegen, die Esslinger trotz des Aufbäumens in der Rückrunde bei zehn Punkten Rückstand und vier noch ausstehenden Partien im Grunde auch. Ob es bei beiden Teams überhaupt weitergeht, steht noch in den Sternen.
Den Termin für die Relegation ernsthaft in ihre Urlaubsplanungen einbeziehen müssen der TSV Köngen II und der TSV Baltmannsweiler, die sich bei ihrem Aufeinandertreffen (2:2) gegenseitig die Punkte wegnahmen, sowie der ASV Aichwald und der TSV Wernau. Die Wernauer vom Kehlenberg haben den ASV durch einen ungefährdeten 3:0-Erfolg auf dessen eigenem Platz nun endgültig in den Abstiegskampf gerissen. Das sieht auch Aichwalds Spielleiter Wolfgang Ulmschneider so: „Wir hatten keine Chance und das Ergebnis ist in dieser Höhe gerecht.“ Dumm nur, dass dem ASV das Verletzungspech der bisherigen Rückrunde auch weiterhin treu bleibt; denn die Liste der angeschlagenen Spieler erweiterte sich um Lukas Kipp (muskuläre Probleme) und Alexander Hörauf (Fußprellung). Bleibt zu hoffen, dass sich die personellen Ausfälle im Kampf gegen den Abstieg nicht entscheidend niederschlagen. Die Wernauer um ihren überragenden Spielmacher Aydin Kisakol, mit seinem Doppelpack binnen fünf Minuten kurz nach dem Seitenwechsel maßgeblich am Auswärtssieg in Aichwald beteiligt, haben im Schlussspurt der Saison wieder gar keine schlechte Ausgangsposition, allerdings auch kein leichtes Restprogramm.
Der nächste Spieltag
Am 17. Mai treffen mit dem SC Altbach und dem TSV Wendlingen die beiden Mannschaften aufeinander, die momentan das Mittelfeld der Liga bilden. Der Gewinner kann für ein weiteres Jahr Kreisliga A planen, für den Verlierer könnte es nocheinmal eng werden. Die beiden topplatzieren Teams, Reichenbach und Denkendorf, haben mit den beiden Schlusslichtern, 1845 Esslingen und SF Wernau, durchaus lösbare Aufgaben vor sich. Der TSV Köngen II hingegen steht im Heimspiel gegen den TSV Wäldenbronn vor einer ungleich schwierigeren Begegnung. Wahre Sechs-Punkte-Spiele stehen auch auf dem Programm: Die SG Eintracht Sirnau, Dritter, muss zum Vierten TV Nellingen II; die TSG Esslingen, Fünfter, empfängt den Tabellennachbarn TSV Sielmingen. Im Tabellenkeller fährt Baltmannsweiler zum TSV Wernau.
Spannung pur in der A1. Wir sind dabei. Jetzt aber mit Schmackes!














