Seit dem dritten Spieltag steht der VfB Reichenbach an der Spitze der Kreisliga A1 Neckar-Fils. Als der Meisterschaftsfavorit schlechthin zog das Team um Spielertrainer Erkan Sevik der Konkurrenz in der Vorrunde recht schnell und mit Riesenschritten davon. Nach einem kleinen Einbruch der zuvor konstanten Leistungen im Anschluss an die Winterpause schien der Favorit ins Straucheln zu geraten. Doch zu groß war bereits der Vorsprung auf die Verfolger, die selbst zu viele Zähler liegen ließen, um wirkliches Kapital aus den Niederlagen des Ligaprimus zu schlagen. Und in den letzten Wochen fand man schließlich wieder zu alter Form, beispielsweise mit Siegen gegen Denkendorf (1:0) und in Wendlingen (4:3).
Nun stand am 26. Spieltag mit dem Gastspiel des zweitplatzierten TV Nellingen II in Reichenbach ein absolutes Sechs-Punkte-Spiel im Kampf um die Meisterschaft auf dem Programm. Mit einem Auswärtssieg wäre die Nellinger Mannschaft von Trainer Matthias Schober wieder ganz dick im Geschäft gewesen; auf der anderen Seite ergab sich für die Gastgeber die große Chance, den bis dahin hartnäckigsten Verfolger endgültig abzuschütteln.
Spannend, aber erstmal langweilig
Spannung war im Filstal also garantiert. „Und spannend war es“, bemerkte Erkan Sevik nach der Partie. Allein die Tabellen- und Konkurrenzsituation garantierte dies bereits im Vorfeld. Klar war, dass sich keine der beiden Mannschaften geschlagen geben wollte. Und so beschränkten sich beide Teams im ersten Durchgang hauptsächlich auf die Sicherung der Defensive: Die Krux der Spitzenspiele. Daher entwickelte sich vorerst eine Begegnung, die die Zuschauer im Reichenbacher Hermann-Traub-Stadion nicht gerade berauschte. Torlos ging es in die Halbzeitpause.
„Ein Tor würde dem Spiel gut tun“
Das Wort eines älteren Zuschauers in unserem Ohr. Prompt schepperte es: Der Nellinger Torhüter Simon Haaga verschätzte sich bei einem langen Ball aus dem Mittelfeld und konnte den agilen Reichenbacher Angreifer Mario Petrocelli nur noch mit einem Foulspiel stoppen. Schiedsrichter Christian Cretnik aus Herrenberg blieb nichts anderes übrig, als auf den ominösen Punkt zu zeigen. Yasin Konyali, Toptorschütze des Tabellenführers und in ansprechender Form, ließ sich nicht zweimal bitten und verwandelte sicher zur Führung.
Die taktische Ausrichtung der Nellinger, Reichenbach kommen zu lassen und gegebenenfalls über Konter erfolgreich zu sein, war damit über den Haufen geworfen. So stellten sich die Gastgeber von nun an hinten rein, um im Gegenzug selbst auf sporadische Kontergelegenheiten zu warten, während Nellingen gezwungen war, die Initiative zu ergreifen. Chancen zum Ausgleich ergaben sich dann auch, ohne dass aber etwas Zählbares dabei herausspringen sollte. Die beste Gelegenheit auszugleichen bot sich Murat Kulak zehn Minuten vor dem Ende, als er nach einer Flanke zu lang zögerte und den Ball schließlich vertändelte. „Wir hatten Chancen, konnten sie aber nicht nutzen“, meinte Schober sichtlich enttäuscht, „jetzt müssen wir eben die nächsten Spiele gewinnen, um die Relegation zu erreichen.“
Auf den vierten Tabellenplatz zurückgefallen, wird es für die Reserve der Nellinger Landesliga-Mannschaft sicherlich nicht einfach, den zweiten Rang zurück zu erobern. Denn nicht nur der TSV Denkendorf (3:1 in Altbach) wird etwas dagegen haben, sondern ein gehöriges Wörtchen im Kampf um den begehrten Relegationsplatz möchte auch die SG Eintracht Sirnau mitreden. Der Sirnauer Heimsieg gegen Wendlingen hat die Schipke-Elf in gute Ausgangsposition gebracht, wenn es am nächsten Sonntag zum direkten Duell mit den Nellingern kommt.
Der VfB Reichenbach hingegen kann schon einmal den Meistersekt kaltstellen; denn ein Sieg gegen den Tabellenvorletzten SV 1845 Esslingen würde bereits vorzeitig die Meisterschaft bedeuten. Zur Info: Das Hinspiel im Esslinger Eberhard-Bauer-Stadion endete 9:3 für Reichenbach.














