Als Gaetano Intemperante, immerhin erfolgreichster Sirnauer Angreifer der abgelaufenen Saison, in der 72. Minute des Aufstiegsrelegationsspiels gegen den TV Unterboihingen die Querlatte traf, war die Begegnung längst entschieden. 4:1 stand es zu diesem Zeitpunkt bereits – für den TVU. Und das völlig verdient, denn das Sirnauer Team von Trainer Klaus Schipke hatte an Fronleichnam nie wirklich eine Chance gegen die Mannschaft von Dieter Hiller, die sich im Gegensatz zur müde wirkenden Eintracht immens frisch, dynamisch und spielfreudig präsentierte. So konstatierte Intemperante nach dem Spiel, dass er und seine Mannschaftskollegen mit zunehmender Spieldauer „nur noch reagiert“ hätten; zum Agieren habe letztlich die Kraft gefehlt. Zu kräftezehrend war die Runde für die Schipke-Elf verlaufen.
Thorsten Köstle köpft Sirnau früh in Führung
Dabei zeigte sich die junge Unterboihinger Mannschaft vor 800 Zuschauern auf dem Waldheim der SPV 05 Nürtingen in der Anfangsphase ebenfalls noch verwundbar. Denn nach gerade mal acht Spielminuten köpfte Intemperantes Sturmpartner Thorsten Köstle nach einem Angriff über die linke Seite und einer anschließenden Flanke Serhat Korkuts zum überraschenden 1:0 für die SG Eintracht Sirnau ein. Doch die Hiller-Truppe zeigte sich in der Folgezeit kaum beeindruckt und legte richtig los. Dreh- und Angelpunkt einer starken Mannschaftsleistung war dabei immer wieder Mittelfeldmotor Sebastian Krieg, der eine überragende Leistung auf den Platz brachte. Es war nur eine Frage der Zeit, bis der TVU zum Ausgleich kommen würde.
Sven Römer markiert den Ausgleich
Nachdem Kopfballspezialist Sebastian Reiser in der 17. Minute mit seinem Kopfball noch am auf der Linie postierten David Plodek gescheitert war, erzielte sieben Minuten darauf Stürmer Sven Römer, etwa zwölf Meter vor dem Sirnauer Gehäuse freigespielt, mit einem trockenen Rechtsschuss den da bereits längst verdienten Ausgleich. Auch danach kombinierte der TVU gefällig weiter und erspielte sich eine Torchance nach der anderen. Erst verpasste Krieg nach einem sehenswerten Spielzug die Führung mit einem schönen Schlenzer nur äußerst knapp, dann scheiterte Römer aus kurzer Distanz am Sirnauer Torhüter Alexander Späth, der seine Mannschaft so mit diesem Remis in die Halbzeitpause rettete.
Unterboihingen wirbelt sich zum 4:1
Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild: Unterboihingen funktionierte wie ein Uhrwerk, die SG Eintracht taumelte. Schließlich machten die weit überlegenen TVUler schnell den Sack zu. Nur drei Minuten waren in der zweiten Hälfte gespielt, als Kapitän Patrik Baumann das 2:1 gelang. Kurze Zeit später legte Sven Römer sein zweites Tor an diesem Tag nach, und eine schöne Einzelleistung Yasin Metins schraubte das Ergebnis bis zur 63. Minute auf 4:1 hoch.
Nun schaltete die Hiller-Elf einen Gang zurück, wobei die Sirnauer außer Intemperantes Lattentreffer sowie einer Chance Jens Schobers kaum mehr aussichtsreiche Torgelegenheiten zu verzeichnen hatten. Die Gelb-Rote Karte gegen David Plodek kurz vor dem Abpfiff des sicher leitenden Unparteiischen Stefan Daniel (Göppingen) nahmen lediglich noch die Statistiker zur Kenntnis. Sirnaus Trainer Klaus Schipke nahm das frühe Ausscheiden recht gelassen: „Wir haben mit Glück noch in letzter Sekunde überhaupt die Relegation erreicht. Wir haben eine tolle Saison gespielt, alles andere wäre nur ein Sahnehäubchen gewesen. Wir waren in den Punkten Dynamik, Zweikampfverhalten und Passspiel eindeutig unterlegen. Der Sieg für den TVU geht in Ordnung.“
Der Weg nach oben führt über den TV Deggingen
Schipkes Gegenüber Dieter Hiller freute sich natürlich riesig über die Leistung seiner jungen Mannschaft, dachte jedoch bereits an die nächste Aufgabe, nämlich das zweite Relegationsspiel des TVU gegen Deggingen, den Vizemeister der Kreisliga A3, am Sonntag darauf: „Unser nächster Gegner Deggingen ist eine starke, kompakte Mannschaft. Aber jedes Spiel geht bei null los.“ Mit diesem Auftritt hat sich der TV Unterboihingen in die Rolle des Favoriten katapultiert. Und nur wenige Beobachter trauen der jungen Elf nicht zu, diese Rolle auch zu erfüllen.














