Hasenohr – eigentlich ein ungewöhnlicher Name, für einen Torwart... Dass er aber bei weitem kein Angsthase geschweige denn ein Hasenfuß ist, konnte er im zweiten wichtigen Aufstiegsspiel seiner Mannschaft beweisen. Denn der TV Unterboihingen traf nach dem überzeugenden 4:1-Sieg in der ersten Relegationsrunde gegen die SG Eintracht Sirnau drei Tage später in Albershausen auf den TV Deggingen.
Und nur wenige Minuten waren gespielt, bis sich Timo Hasenohr ein erstes Mal auszeichnen konnte; allerdings wurde er von Deggingens Johannes Maier noch nicht allzu ernsthaft geprüft. Nachdem sich die stark ins Spiel gestarteteten Filstäler mit einigen Kopfbällen immer näher an das Unterboihinger Gehäuse herangetastet hatten – Stefan Hoffmann und Timo Rebmann scheiterten dabei äußerst knapp –, musste Hasenohr gleich sein ganzes Können aufbieten; und das tat er bravourös, als er nach zwanzig Spielminuten einen weiteren Kopfball Rebmanns mit einer Glanztat parierte.
Die Anfangsphase gehörte also eindeutig dem A3-Vizemeister, der es jedoch versäumte, aus seinem guten Beginn Kapital zu schlagen. So war wieder Hasenohr zur Stelle, als Stefan Hoffmann seinen Angreiferkollegen Timo Rebmann sechs weitere Minuten erneut in Szene setzte. Kurz zuvor hatte auf der anderen Seite Daniel Seidler über Außen für die erste Unterboihinger Torgelegenheit gesorgt, die Deggingens Schlussmann Ertan Halcin mit einer ebenso respektablen Parade entschärfte.
Sebastian Reiser mit dem Paukenschlag
In der Folgezeit verflachte die Begegnung etwas, wobei der TVU nun besser ins Spiel kam. Dennoch fiel die Führung für die Hiller-Elf überraschend und zudem aus einer Standardsituation: Drei Minuten vor dem Halbzeitpfiff des souverän leitenden Unparteiischen Kai-Marc Lechner war Sebastian Reiser nach einem Freistoß Sebastian Kriegs mit dem Kopf zur Stelle und markierte das umjubelte 1:0 für Unterboihingen. Nur hundertzwanzig Sekunden später hätte ein Ebenbild dieser Situation beinahe für die Vorentscheidung gesorgt, doch dieses Mal zielte Reiser um Haaresbreite zu hoch. Mit diesem Paukenschlag ging es in die Halbzeitpause.
Der Ausgleich und zweimal Aluminium
Die Degginger hatten diesen Rückschlag kurz vor dem Seitenwechsel offensichtlich gut verdaut, denn keine Minute war in Hälfte zwei gespielt, als Marc Rebmann ein Zuspiel Stefan Wiedmanns zum 1:1-Ausgleich verwertete. Vier Minuten später wäre der TVU beinahe wieder in Führung gegangen, doch das altbewährte Muster „Freistoß Krieg – Kopfball Reiser“ verfehlte sein Ziel denkbar knapp: Reisers Kopfball klatschte gegen die Querlatte. Weitere fünf Minuten darauf endete dann auf der anderen Seite ein Angriffsversuch am Pfosten, nämlich ein Schuss Timo Rebmanns, der in den Folgeminuten weiter zur tragischen Figur avancierte. Erst setzte er in der 58. Minute einen Kopfball knapp daneben, in der 63. Minute, diesmal völlig freistehend, ebenfalls neben das Gehäuse Hasenohrs.
Timo Hasenohr sichert das große Finale
Apropos Hasenohr. Dessen Zeit schlug dann im Elfmeterschießen, nachdem die Schlussphase des Relegationsspiels sowie die anschließende Verlängerung nichts Zählbares mehr hervorgebracht hatte. Wiedmann auf Degginger Seite und der eingewechselte Unterboihinger Andreas Kerber auf der anderen Seite hatten die Entscheidung zwar auf dem Fuß, doch diese blieb nach 120 spannenden und teilweise hochklassigen Minuten dem ominösen Punkt vorbehalten – und Hasenohr. Der TVU-Keeper verwandelte nämlich den zweiten Unterboihinger Elfmeter sicher, um direkt im Anschluss den zweiten Degginger Versuch, getreten von Samuel Leutner, abzuwehren. Mit dem fünften Unterboihinger Versuch, verwandelt von Daniel Seidler, war das Shootout dann beendet.
TVU-Trainer Dieter Hiller wusste den Relegationskrimi richtig einzuschätzen: „Deggingen war in der ersten Halbzeit klar besser, doch wir haben uns mit Glück durchgesetzt. Nun freuen wir uns auf nächste Woche.“ Deggingens Coach Michael Böhm war trotz des erneuten Scheiterns in der Relegation „stolz auf die Mannschaft“, die sich „taktisch hervorragend verhalten“ habe. Den Knackpunkt sah Böhm im Auslassen klarster Tormöglichkeiten und kündigte sogleich den nächsten Anlauf in Richtung Bezirksliga an, aber diesmal „besser ohne Relegation“. Hätten seine Mannen in der abgelaufenen Saison „nur halbwegs so gespielt“, wären sie „direkt aufgestiegen.“
Der TV Unterboihingen hat damit die große Chance, nach dem Aufstieg aus der Kreisliga B im vergangenen Sommer den direkten Durchmarsch wahrzumachen und eine schier unglaubliche Erfolgsserie fortzusetzen. Am Sonntag, den 21. Juni, trifft die Hiller-Truppe um 17 Uhr auf dem Sportgelände des TSV Bad Boll auf den Fünftletzten der abgelaufenen Bezirksliga-Saison, den TSV Neckartailfingen.
Spannung pur also. Und wir bleiben dran. Mit Schmackes eben.














