Unterboihingen macht den Durchmarsch

Uwe Gahala | 22. Juni 2009 | 2 Kommentare
Die 1. Mannschaft des TV Unterboihingen macht die Sensation perfekt und steigt innerhalb von zwölf Monaten zum zweiten Mal auf, um ab der kommenden Spielzeit im Oberhaus des Bezirks Neckar-Fils aufzulaufen. Nach den über weite Strecken überzeugenden Auftritten in den ersten beiden Relegationsspielen bezwang die Elf von Trainer Dieter Hiller in der finalen Runde den Bezirksligisten TSV Neckartailfingen mit 3:0.

Rund 900 Zuschauer waren nach Bad Boll gekommen, um den mit großer Spannung erwarteten Showdown zwischen dem Vizemeister der Kreisliga A2 und dem Fünftletzten der Bezirksliga Neckar-Fils mitzuerleben. Die stimmungsvolle Kulisse hierzu lieferte der mitgereiste Musikverein aus Unterboihingen, der seine Mannschaft lautstark unterstützte. Und nach den beiden Siegen gegen die SG Eintracht Sirnau (4:1) und den TV Deggingen (6:4 n.E.) in den ersten beiden Relegationsrunden war die Euphorie auf Unterboihinger Seite natürlich groß.

Neckartailfinger Drangphase ohne Tor

Allerdings hatte der TVU in der Anfangsviertelstunde erhebliche Probleme, ins Spiel zu finden. Die Neckartailfinger von Interimstrainer Alberto Guillen hatten zu Beginn nicht nur mehr vom Spiel, sondern gleich eine Reihe von aussichtsreichen Torgelegenheiten. Erst scheiterte Angreifer Kai Bauknecht nach einem Abstimmungsfehler in der Unterboihinger Hintermannschaft alleine vor dem Gehäuse an TVU-Keeper Timo Hasenohr; dann setzte Stürmerkollege Benjamin Frimmel zwei Kopfbälle nach gut getimten Flanken freistehend neben das Tor – alles in den ersten zehn Minuten des Spiels.

Elfmeter gibt dem Spiel die Richtung

In der 20. Minute hätte ein Freistoß Gaetano Farruggias aus 20 Metern dann beinahe die Führung für den Bezirksligisten gebracht, doch der Ball ging knapp über den Querbalken. Danach kam der A2-Vize besser in Schwung und prompt zur Führung: In der 24. Minute zeigte der Unparteiische Stefan Waiss aus Altbach umstrittenerweise auf den Punkt, als eine Flanke Massimiliano Ciccones Neckartailfingens Verteidiger Michael Hiemer an den Arm sprang. Marcel Süßer ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen und verwandelte zum 1:0 für den TVU, der nur fünf Minuten später fast zum zweiten Treffer kam, als Christian Jaissle eine Hereingabe Sven Römers gefährlich in Richtung des eigenen Gehäuses abfälschte. Neckartailfingen war ob des überraschenden Rückstands sichtlich geschockt, laut Guillen „nach dem Elfmeter nicht mehr auf dem Platz“.

Krieg und Baumann machen den Sack zu

Damit lag der Interimscoach des Bezirksligisten richtig, denn nach der Halbzeitpause war von den Neckartailfingern fast nichts mehr zu sehen; es spielte nur noch der TVU. Sebastian Krieg scheiterte zu Beginn der zweiten Halbzeit an TSVN-Schlussmann Finsterbusch, Sven Römer kurz darauf an dem in höchster Not rettenden Stefan Wilhelm. Wieder Römer fand nach einer Ciccone-Flanke in der 63. Minute mit einem Kopfball seinen Meister in Finsterbusch, der sein Team nun mit mehreren Paraden in der Begegnung hielt. Aber in der 78. Spielminute war dann auch er machtlos, als Sebastian Krieg einen herrlichen Angriff über Yasin Metin und Patrik Baumann zum 2:0 abschloss und damit den Sack zumachte. Denn kaum jemand unter den zahlreichen Zuschauern rechnete noch damit, dass der Bezirksligist wieder ins Spiel zurückkäme, zumal Demis Kavvadias wegen Nachtretens kurz vor dem zweiten Unterboihinger Treffer mit Rot des Feldes verwiesen worden war. So legte TVU-Kapitän Baumann fünf Minuten nach dem 2:0 das 3:0 nach und sorgte gleichzeitig für den Endstand. Gegen jetzt resignierende Neckartailfinger wäre aus Unterboihinger Sicht sogar noch ein höherer Sieg drin gewesen, doch letztlich interessierte das nicht mehr.

TSV Neckartailfingen dennoch gerettet

Viel mehr von Interesse war nach der Begegnung eine Nachricht, die wie ein Lauffeuer die Runde machte: Nämlich, dass trotz der Niederlage auch Verlierer TSV Neckartailfingen in der kommenden Saison in der Bezirksliga Neckar-Fils verbleibt. Möglich machte dies der 4:1-Sieg des SV Göppingen, Vizemeister der Landesliga, gegen den nun als Absteiger aus der Verbandsliga feststehenden VfL Sindelfingen.

Dennoch zeigte sich Alberto Guillen von der Leistung seiner Elf vor allem in den zweiten fünfundvierzig Minuten sichtlich enttäuscht, während sich sein Gegenüber Dieter Hiller mit Sicherheit auf das Fortschreiben der Unterboihinger Erfolgsgeschichte freut. Nach dem Abpfiff kannte der Jubel auf Seiten des TVU jedenfalls keine Grenzen: Der TV Unterboihingen kehrt nach 14 Jahren Abstinenz ins Bezirksoberhaus zurück.

MIT SCHMACKES gratuliert und wünscht weiterhin viel Erfolg.

Kommentar Nr. 1
Köngener | 23. Juni 2009 | 20:08
Super! Viele Glückwünsche nach Unterboihingen. Absolut verdienter Aufstieg. Und mit dem Potential dieser jungen Mannschaft ist auch in der Bezirkse einiges drin. Die Klasse zu halten sollte ohne weiteres möglich sein. Grüsse.
Kommentar Nr. 2
Exilboihinger | 10. Juli 2009 | 21:13
Davon geh ich doch aus... ; ))

Wenn Sie irgendetwas in dieses Feld eintragen, wird der Kommentar als Spam betrachtet

Wir wollen Dich als Neuzugang
Sei Teil einer Mannschaft, die etwas von Fußball versteht sowie darüber schreibt – einer Mannschaft ohne Grenzen. Denn unsere Farben kann jeder tragen. Gerade Du könntest uns entscheidend verstärken. Kurz angemeldet, kannst Du Dich überall und jederzeit einloggen, um Deiner Meinung zu verschiedenen Themen des Fußballs Ausdruck zu verleihen, ob in Worten oder Form von Bildern.
Meister 2008 ist der FC Barcode
Die prestigeträchtige Trophäe der Stuttgarter Stadtliga ist ein weiteres Jahr im Besitz des FC Barcode, der im Finale gegen die Pumas mit 6:0 triumphierte. MIT SCHMACKES gratuliert und freut sich, weiterhin als exklusiver Berichterstatter dabei zu sein und die Spiele, Ereignisse sowie Hintergründe beleuchten zu können und der Öffentlichkeit zu präsentieren. mehr...
Vom Blog zum Magazin
Dass der Fußball ein unerhörtes Medienspektakel darstellt, ist klar. Unklar war dem Fan bisher nur, wie er auf die Seite der Medienmacht gelangen kann. Sowohl als Blog als auch in gedruckter Form bieten wir ein Magazin, das offen ist für die Beiträge aller Fußballfans. Denn der Fußball findet in erster Linie dort statt, wo ihn die Leute gemeinsam erleben: im Austausch der Fans.
We are Fans for Football
Für die WM 2006 riefen wir unter dem Titel „wm0711" ein Projekt von Fans für Fans ins Leben, das über die Spiele und Ereignisse rund um das Turnier in Stuttgart authentisch und ungefiltert berichtete. So war das Sommermärchen quasi unser persönlicher Anpfiff. Die Initiative erhielt neben großer internationaler Aufmerksamkeit eine Auszeichnung der Friedrich-Ebert-Stiftung. mehr...