Schön, wenn man einen fußballbegeisterten Bürgermeister hat. Beuren hat jedenfalls einen. Und schön, wenn dieser – um im Jargon zu bleiben – das richtige Näschen hat. Denn trotz der Niederlage des TSV Beuren im entscheidenden Relegationsmatch gegen den zu diesem Zeitpunkt noch klassenhöheren TB Neckarhausen hatte der Ortsvorsteher nach dem Spiel zum festlichen Empfang vor das Rathaus geladen. Sogar Christian Gentner, wohl der bekannteste kickende Sohn der Stadt und frisch gebackener Deutscher Meister mit dem VfL Wolfsburg, war gekommen.
Eine Aufstiegsfeier quasi. Doch an diesem Abend war eigentlich noch stand der Dinge: Beuren hatte den Aufstieg knapp verpasst. Wusste Hartmann also mehr? Vielleicht. Sei es Instinkt oder Vorsehung, am nächsten Tag war es dann amtlich: Durch den Aufstieg des SV Göppingen in die Verbandsliga ergab sich die Konstellation, dass in den Ligen darunter, bis hinunter in die Kreisliga, jeweils ein Platz frei wurde, und sich somit auch die Verlierer einiger Relegationspartien als Sieger fühlen durften. So auch der TSV Beuren, der durch den Göppinger Coup nach 25 Jahren Abstinenz wieder in die Kreisliga A zurückkehrt. Da sah sogar Christian Gentner mit seinem Geschenkkorb ziemlich altbacken aus – und der ist ja bekanntlich ein junger Wilder.
Wie dem auch sei. Also fand kurzerhand am Tag nach der vermeintlichen Aufstiegsfeier, als die Nachricht vom Göppinger Erfolg die Runde im kleinen Örtchen mit der bekannten Therme gemacht hatte, erneut die Aufstiegsfeier statt. Diesmal ohne Geschenkkorb. Und etwas kleiner. War ja Sonntag. Und schon Zapfenstreich im Kurort.
Relegationsspiel Makulatur
Das Spiel, um das sich eigentlich ursprünglich alles drehen sollte, nämlich das Aufeinandertreffen des Kreisliga B5-Vizemeisters mit dem Viertletzten der abgelaufenen Kreisliga-A2-Saison TB Neckarhausen interessierte nun niemanden mehr, naja, vielleicht noch den einen oder anderen Statistiker. Auch interessierte nicht mehr, dass der TBN einen sehr glücklichen 2:1-Sieg davongetragen hatte, Mark Ebinger verantwortlich gewesen war für die Neckarhausener Führung, Dominik Renner für den zwischenzeitlichen Ausgleich per verwandeltem Foulelfmeter und wieder Mark Ebinger für die erneute Führung für den A-Ligisten, ebenfalls per Strafstoß. Zu später Feierstunde erinnerte sich kaum mehr jemand daran, dass sowohl Stürmer Gökhan Demir mit Gelb-Rot als auch Torschütze Renner mit Rot des Feldes verwiesen worden waren, und Trainer Marc Claus, nach dem überzeugenden 5:0 gegen den TSV Neckartenzlingen noch so euphorisch, nach den neunzig nervenaufreibenden Minuten doch ziemlich am Ende gewesen war.
Und so geriet das Relegationsspiel TSV Beuren gegen TB Neckarhausen schnell in Vergessenheit. Die Feierlichkeiten drumherum wird allerdings niemand so schnell vergessen. Meistermacher Hartmann sei Dank!














