„Cutruneoliberal!“ – SGEH-Stürmer vogelfrei

Thorsten Gohl | 29. Juli 2009 | 0 Kommentare
Das eigentliche Toppspiel am Dienstag Abend des Sennerpokals bestritten der TB Neckarhausen und die SG Erkenbrechtsweiler / Hochwang in der Gruppe D. Der Bezirksligist von der Berghalbinsel hatte einiges zu tun gegen die Überraschungsmannschaft vom Neckar. Es ging hin und her, wobei sieben der acht Tore bereits in der furiosen ersten Halbzeit fielen. Schließlich hieß es 5:3 für die SGEH, allein drei Treffer gingen auf das Konto des überragenden Stürmers Fabio Cutruneo.

Im letzten Spiel des Abends auf dem Kunstrasenspielfeld trafen der TB Neckarhausen, der im ersten Spiel am Sonntag überraschend den ehemaligen Bezirksligisten TSV Raidwangen mit 3:1 bezwungen hatte, und die erstmals zum Einsatz kommende SG Erkenbrechtsweiler/Hochwang aufeinander. Und von Beginn an bekamen die noch zahlreich vorhandenen Zuschauer bei lauen Sommertemperaturen ein Spiel geboten, das nichts missen ließ, was der Fußballfan begehrt – Tempo, Technik, Tore. Und gleich acht Treffer an der Zahl.

Anfangsviertelstunde gehört dem TBN

Den Torreigen eröffnete Tobias Klingler in der 7. Spielminute, indem er mit einem abgefälschten Schuss aus dem Hinterhalt im Anschluss an eine Ecke (Sven Musiol hatte nach einem Missverständnis zwischen SGEH-Keeper Martin Habram und Innenverteidiger-Kollege Serdar Dere in höchster Not gegen TBN-Spielertrainer Pero Babic zum Eckstoß geklärt) die Führung für den Underdog erzielte. Unmittelbar im Gegenzug fiel ebenfalls nach einem Eckball der 1:1-Ausgleich durch einen platzierten Kopfball Musiols ins rechte Eck gegen die Laufrichtung des Neckarhausener Torhüters Benjamin Hipp.

Dann war wieder der TBN an der Reihe, und zwar doppelt: Erst nutzte Spielertrainer Babic einen Schnitzer Musiols mit einer Bogenlampe, die sich nicht ganz unhaltbar über Habram ins SGEH-Tor senkte, zur erneuten Führung für sein Team (11.); dann setzte sich Stürmer Robin Luz gleich gegen beide Innenverteidiger Dere und Musiol energisch durch und setzte seinen Schlenzer Marke Traumtor aus 18 Metern von halbrechts unhaltbar ins Netz (15.).

Cutruneo und Singh drehen das Spiel

Nur zwei Minuten später antwortete schon wieder die SGEH: Zunächst scheiterte Fabio Cutruneo noch mit einem Freistoß aus 24 Metern an der Latte, eine weitere Minute später war er nach einem langen Ball Sven Musiols von der Mittellinie mit dem Kopf parat und markierte ebenfalls sehenswert gegen die Laufrichtung Hipps den 2:3-Anschlusstreffer. Hier war Benjamin Hipp noch machtlos. In der 24. Minute leistete er sich aber einen kapitalen Bock, indem er einen an sich harmlosen Freistoß nach vorne abklatschte, und Cutruneo-Sturmpartner Antonio Singh hellwach zum Ausgleich abstaubte. Damit nicht genug: Eine Hereingabe von der rechten Seite nahm Fabio Cutruneo unmittelbar vor dem Pausenpfiff in der Mitte gekonnt an und versenkte den Ball trocken im Eck zur erstmaligen Führung für den Bezirksligisten. Danach konnten die begeisterten Zuschauer erstmal durchatmen; Schiedsrichter Cevat Altuntas (TV Tischardt) bat zur Halbzeit.

Die zweite Spielhälfte war nicht mehr so ereignisreich, wobei die ersten dreißig Minuten zu toppen doch recht schwierig geworden wäre. Die Gangart auf dem Platz wurde etwas verbissener. Viele Spielunterbrechungen nahmen das Tempo etwas aus dem Geschehen. Es dauerte bis zur 45. Minute, bis wieder etwas Nennenswertes passierte. Plötzlich stand Fabio Cutruneo alleine vor dem Neckarhausener Tor, sein Heber ging jedoch deutlich drüber. Der TBN versuchte vergeblich, die SGEH-Hintermannschaft in Bedrängnis zu bringen. Gelingen wollte es aber nicht; so versuchte man es mit zwei, drei Distanzschüssen, die das Habram-Gehäuse jedoch klar verfehlten.

Cutruneo mit der endgültigen Entscheidung

Kurz vor Schluss dann doch noch die Riesenchance zum Ausgleich, der Ball ging aber nach einem Gestocher vor dem SGEH-Tor knapp neben den rechten Pfosten (57.). Im Gegenzug probierte es Cutruneo mit einem Schuss von der Strafraumgrenze. Hipp parierte prächtig. Doch in der 60. Minute markierte Cutruneo schließlich die endgültige Entscheidung, als er eine gefühlvolle Flanke Sven Musiols von der linken Seite mit dem Kopf ins kurze Eck bugsierte.

Nach dieser Begegnung sowie dem ersten Auftritt des TB Neckarhausen wäre es wünschenswert, wenn beide Teams den Einzug ins Achtelfinale schaffen würden. Schlechte Karten haben beide nicht; der TBN muss allerdings auf fremde Schützenhilfe hoffen. Momentan steht er in der Gruppe D mit 6:6 Toren auf dem zweiten Rang und kommt in der Vorrunde nicht mehr zum Einsatz. Die SGEH trifft am Donnerstag auf den aus dem Bezirksoberhaus abgestiegenen TSV Raidwangen (17:45 Uhr).

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