Passend zu Ottmars treffenden Kommentaren ereignete sich auf dem Rasenspielfeld zunächst nicht besonders viel. Gut, der B5-Meister Altdorf musste auch nicht wirklich, denn der 7:0-Kantersieg gegen Linsenhofen war ja ein beruhigendes Polster. Marsonia hingegen musste was tun, denn nach dem 2:2 im ersten Spiel wäre eine erneute Punkteteilung mit Sicherheit zu wenig, um in die Runde der letzten 16 Teams einzuziehen.
Die erste richtige Tormöglichkeit hatten allerdings die Altdorfer nach gut einer Viertelstunde, aber Bernhard Alexander, bereits in aussichtsreicher Abschlussposition zentral sechs Meter vor dem gegnerischen Gehäuse, zögerte zu lange. Auf der anderen Seite ergab sich die erste Torchance aufgrund eines Riesenfehlers des Altdorfer Torhüters Andreas Bauknecht, der unter einem aufspringenden Ball durchlief; aber Marsonia-Angreifer Adrian Ilic verpasste die Führung.
Zeit, sich Ottmars Kommentaren zuzuwenden, die sich zunächst überwiegend dem zeitgleichen Spiel auf Platz 2 zwischen der SGEH und dem TSV Raidwangen widmeten: „Seit der Portale weg isch, sen die besser g‘worden. Komischerweise...“, meinte Ottmar in Anspielung an die starke Leistung gegen den TB Neckarhausen (5:3) am Dienstag. „Die den um d’r Aufstieg mit. Die sen technisch subbr, mei lieber Mann!“ Und prompt fiel auf dem Nebenplatz die Führung – für den TSV Raidwangen. Ottmar schweigt.
In diese große Philosophie hinein fiel auch auf Platz 1 ein Tor: Bloschies war mit einem sehr schönen Schlenzer von der halblinken Strafraumseite ins lange Eck zum 1:0 für Altdorf erfolgreich (25.). Ottmar staunt. Nur zwei Minuten später lief der Ball über das gesamte Spielfeld schön durch die Altdorfer Reihen, doch das letzte Zuspiel geriet zu schlampig. Auf der Gegenseite war Adrian Ilic plötzlich durch und knallte den Ball aus vollem Lauf an den rechten Pfosten. Das war’s dann auch in Hälfte eins, und der Unparteiische Fabian Schindler vom TV Unterboihingen bat zur Pause.
Ottmars Halbzeitbilanz: „Koi guts Spiel“
Der TSV Altdorf, mit 1:0 in Front, erwischte den besseren Start in die zweiten dreißig Minuten. Ein schöner Konter gleich zu Beginn brachte aber nichts Zählbares ein. In den Reihen der Marsonia war ersteinmal nicht viel los, Fehlpässe zuhauf prägten das Bild. „Hm, bei Kroatia geht ja gar nix“, echauffiert sich unser alter Bekannter, „Wunder was, han’ i denkt... Wunder, was die könnet. Die könnet gar nix!“
Sekunden später erzielt Raidwangen gegen die SGEH auf Platz 2 das 4:0. Ottmar: „Um Gottes Willen, das darf doch nicht wahr sein! Die müsset mit d’r AH komma sei, anders isch das nicht möglich.“
Aber zurück zu Platz 1: Ab der 40. Minute wurden die Frickenhausener deutlich besser. Prompt markierte Ilic, schön angespielt und durchgesetzt, mit einem sehenswerten Abschluss den 1:1-Ausgleich. Marsonia blieb nun am Drücker, die Gangart der Altdorfer wurde ruppiger, was wieder Ottmar auf den Plan rief: „A richtige Giftnudel, der Fettsack da!“ oder „Des isch ja en ganz fauler Hund, die Nummr 12!“
In der 52. Minute bekam wieder ein Marsonia-Spieler sein Fett weg, genauer gesagt Torschütze Adrian Ilic, der zu eigensinnig aus sehr spitzem Winkel sein Glück versuchte – nicht mit Ottmar: „Hat der’n Vogel? Schießt aus dem Winkel aufs Tor und in der Mitte stehn drei frei...“ Recht haste, Ottmar.
Zwei Minuten darauf dann die Entscheidung zugunsten Marsonias: Benjamin Löffler setzte einen Kopfball nach einer Ecke unglücklich in die eigenen Maschen zum 2:1-Endstand für Frickenhausen, was bedeutet: Ja, Marsonia ist Erster in der Gruppe C und steht im Achtelfinale am Samstag Vormittag. Der TSV Altdorf hat angesichts der phänomenalen Tordifferenz von +6 sehr gute Aussichten, trotz der Niederlage ebenfalls in die Runde der letzten 16 einzuziehen, als einer der vier besten Zweiten.
Ottmar ist bedient. Einerseits wegen des schlechten Spiels, das er über sich ergehen lassen musste, andererseits über das ihm völlig unverständliche Endergebnis von Platz 2, wo der TSV Raidwangen am Ende 4:0 gewann.














