Über 200 Besucher zählte an diesem Tag das neue Wendlinger Sportgelände Im Speck, fand doch zu den Spielen der beiden aktiven Mannschaften des heimischen TSV die Einweihung des neu gebauten Clubheims statt, Chili-Maultaschen der Firma Settele inklusive. Passend zum Anlass gab der Spitzenreiter der Kreisliga A1 Neckar-Fils, der TSV Harthausen, seine Visitenkarte ab. Ihre Heimstärke konnte die junge Elf der Gastgeber vor der stattlichen Kulisse schließlich eindrucksvoll demonstrieren und die Gäste mit 3:0 Toren nach Hause schicken – bessere Werbung für sich konnte sie nicht machen.
Harthausener Übergewicht in Hälfte eins
Die Anfangsphase gestaltete sich zunächst ausgeglichen ohne allzu große Torgelegenheiten auf beiden Seiten. Die Harthausener, mit vier Siegen aus den ersten vier Saisonspielen und dem besten Torverhältnis im Gepäck, zeigten sich erstaunlich einfallslos im Spiel nach vorne und zu umständlich, die gut sortierte Wendlinger Abwehr in Bedrängis zu bringen. Nach etwa zwanzig Minuten nahmen die Gäste dann aber das Heft in die Hand und kamen auch prompt zur ersten Einschusschance, doch Sturmtank Berkan Durak scheiterte an TSVW-Schlussmann Alexander Kurz, der per Fußabwehr zur Stelle war. In der Folgezeit versuchten es die Gäste immer wieder über ihre nun funktionierende linke Angriffsseite, der finale Pass wollte aber nicht gelingen bzw. kam schlichtweg zu spät, und die Wendlinger Hintermannschaft um Torhüter Kurz war aufmerksam zur Stelle. Der TSVW hielt sich in der Offensive noch vornehm zurück. Schließlich pfiff der Unparteiische Senad Jerkovic beim Stand von 0:0 zur Halbzeit.
Wendlinger Paukenschlag in Hälfte zwei
Nach dem Wechsel überschlugen sich die Ereignisse. Erst versetzte Benjamin Haufe dem Spitzenreiter nach schneller Wendlinger Balleroberung mit einem platzierten Flachschuss von halblinks ins lange Eck einen Tiefschlag, von dem dieser sich nicht mehr zu erholen schien (47.). Denn nur fünf Minuten später tauchte der zur Halbzeit eingewechselte Stürmer Tim Beck frei vor dem Harthausener Gehäuse auf und schloss eine Wendlinger Ballstaffette eiskalt aus 13 Metern zum 2:0 ab. Als Sturmpartner Florian Neumann in der 59. Minute nach Haufe-Zuspiel mit einem trockenen Schuss in den Torwinkel auch noch den dritten Wendlinger Treffer nachlegte, kam das einer Vorentscheidung gleich. Die Anhänger des TSVW waren begeistert – zurecht.
Kurz hält Strafstoß von Useini
Nur weitere fünf Minuten darauf keimte jedoch wieder Hoffnung im Lager des Tabellenführers auf, als Schiedsrichter Jerkovic nach einem Foul von Kevin Fritsch an Ismael Useini im Strafraum der Gastgeber auf den ominösen Punkt zeigte. Useini trat selbst an und scheiterte am glänzend reagierenden Alexander Kurz. Damit war die Moral der Harthausener endgültig gebrochen. In der hektisch werdenden Schlussphase der Partie behielt die junge Wendlinger Mannschaft kühlen Kopf und brachte den Sieg letztlich ungefährdet nach Hause.
Mit diesem unerwarteten Erfolg klettert der TSV Wendlingen in der Tabelle gleich um vier Plätze auf den fünften Rang. Spitzenreiter ist nach wie vor der TSV Harthausen, der vom Unentschieden des Verfolgers aus Denkendorf (1:1 gegen Aufsteiger Odyssia Esslingen) profitierte. Am sechsten Spieltag empfängt Harthausen dann den TSV Denkendorf, und der TSV Wendlingen muss zum auf Rang 4 gelegenen Tabellennachbarn TSV Sielmingen, der mit einem 3:1-Sieg bei der SG Eintracht Sirnau ebenfalls überraschte.
Es bleibt also spannend in der A1. Und wir sind weiterhin ganz nah dabei – mit Schmackes eben.
Für den TSV Wendlingen war der Heimerfolg gegen Harthausen nach dem indiskutablen Auftritt beim Aufsteiger GFV Odyssia Esslingen (0:3) eine Woche zuvor die zweite Wiedergutmachung innerhalb weniger Tage. Denn gegen den TSV Wäldenbronn-Esslingen gelang der Achtelfinaleinzug im Bezirkspokal-Wettbewerb (2:1).
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TSV Wendlingen - TSV Harthausen 3:0 (0:0)
1:0 (47.) Haufe, 2:0 (52.) Beck, 3:0 (59.) Neumann.
Besondere Vorkommnisse
Useini scheitert mit Foulelfmeter an Kurz (64.).
Schiedsrichter
Jerkovic (TB Holzheim)
TSV Wendlingen
(1) Alexander Kurz – (2) Gohl, (3) Murr, (4) Fritsch, (11) Ghebremariam – (10) Wiest, (6) Wolf, (8) Wagner (84. (12) Seidler), (7) Klein (46. (13) Beck) – (9) Neumann, (5) Haufe (76. (14) Andreas Kurz).














