Schwäbisches Liedgut – Teil 1

Thorsten Gohl | 24. Sept. 2009 | 0 Kommentare
Fußball ohne Musik wäre so viel wie Musik ohne Fußball. Oder so ähnlich. Was wäre der Kaiser heute ohne seine „Elf Freunde“, was die Anfield Road ohne ihr „You’ll never walk alone“. Aus diesem Grund fühlen auch wir uns, als das Stuttgarter Fußballmagazin, dazu verpflichtet, fußballerisches Liedgut hochzuhalten – besonders schwäbisches, das versteht sich natürlich von selbst. Heute: Ein besonderes Schmankerl aus dem Stuttgarter Süden. Der Schöpfer bleibt unbekannt, soll aber auf den Namen Siegi hören.

Ob es sich hier eher um Sprechgesang à la Fanta 4 handelt oder nicht, konnten wir noch nicht ausfindig machen; aber inhaltlich bestechen Siegis Zeilen in regelmäßig wiederkehrenden Zyklen durch erstaunliche Aktualität. Vom VfB, em Hansi und schwäbischer Verzagtheit. Natürlich in Mundart:

„Oh je, mei VfB. I glaub, du bisch bald hee. Was machsch du denn für Sache, do ka i nemme lache. Denn onders schönste Kicke nei brisch du sang- ond klanglos ei. I kanns kaum no verhebe ond fang glei a zu bebe.

Au mei Freund send scho verrickt, wie waret mir doch einscht entzickt. Mir möchtet wieder juble, so wie einscht als kleine Buabe. Onsre Fahne schwenke lasse, em Hansi on sei Hos nafasse, wo die dr Gegner hot verrisse, doch heut isch alles so beschisse.

Ond i häng – es isch koe Wonder – jedes Mol de Rüassel nonder, denn die hent, grad mir zum Posse, laufend nebe s Tor nagschosse. Saget mir, was isch bloß dees, jeder spielt sein eigne Käs. I könnt mir alles Hoar ausraufe, mei Dauerkart will i verkaufe.

Ihr schwätzet bloß no lauter Kleischter. L.m.a.A. – do hoscht dei Meischter!“

Stichwörter: VfB Stuttgart

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