Wie Mario Gomez auszog, um Europa zu erobern...

Jona Ghebremariam | 29. Sept. 2009 | 0 Kommentare
Viele beglückwünschten den FC Bayern zur Verpflichtung von Mario Gomez für die vereinsinterne Rekordsumme von 35 Millionen (35.000.000 Euro). Schließlich gilt Gomez als der beste Stürmer Deutschlands, der alle Fähigkeiten eines modernen Mittelstürmers vereint. Sprechen doch 43 Tore in den letzten zwei Bundesligaspielzeiten eine eindeutige Sprache. Jedoch gab es von Anfang an einige Experten, die dieser Verpflichtung skeptisch gegenüber standen.

Ungünstige Voraussetzungen in München

Einerseits verfügten die Münchner mit Miroslav Klose, Luca Toni und Ivica Olic ohnehin über drei sehr gute Mittelstürmer; und andererseits wiesen Kritiker darauf hin, dass „Super-Mario“ auf internationalem Parkett – hierbei sei vor allem die Europameisterschaft 2008 hervorzuheben – bisher keine guten Leistungen zeigen konnte. Erschwerend hinzu kam die taktische Änderung im System der Münchner von einem 4-4-2 zu einem 4-3-3 mit nur einer zentralen Spitze. Nun kämpfen also nach der Verpflichtung von Arjen Robben (Real Madrid) Gomez, Olic, Klose und der nach seiner langwierigen Achillessehnenverletzung wiedergenesene Toni um den einen verbliebenen Platz in der Sturmspitze.

Überraschenderweise scheint im Moment Ivica Olic, der als eigentliche Nummer vier in der Sturmhierarchie in die Saison ging, die berühmte Nase vorn zu haben. Doch Toni, Klose und Gomez werden alles versuchen, um diese Momentaufnahme Lügen zu strafen. Insgesamt eine schwierige Situation für Gomez, da ihn nun sogar sein einstiger Fürsprecher Karl-Heinz Rummenigge in einem Interview mit WELT ONLINE aufgefordert hat, das „Jammern“ zu unterlassen und zu kämpfen. Darüber hinaus scheint Gomez’ Stellenwert bei Trainer van Gaal nicht der höchste zu sein.

Gomez, der Kämpfer

Doch Mario Gomez wäre nicht Mario Gomez, wenn er sich kampflos mit der Rolle des Ersatzspielers zufrieden geben würde. Immerhin bewies er schon im Nationalmannschaftsdress seine Nehmerfähigkeiten, als er nach 829 torlosen Minuten gegen die Vereinigten Arabischen Emirate seine Torflaute und damit seine erste große Krise beendete. Es bleibt ihm also zu wünschen, dass ihm das ein zweites Mal gelingt. Zuzutrauen ist es ihm auf alle Fälle. Wenn er dennoch bei Bayern scheitern sollte, bleibt ja immer noch der von Red Bull finanzierte RB Leipzig. Den passenden Torjubel kennt er ja bereits schon.

Abschließend bleibt nur noch zu sagen, dass es bereits einem Prinzen aus Nordrhein-Westfalen weder glückte Europa noch Bayern zu erobern. Wir bleiben dran, ganz nah – mit Schmackes eben.

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