Kevin Großkreutz

Ist Kevin Großkreutz blind oder dumm?

Siegi Assfalg | 30. Sept. 2009 | 0 Kommentare
Dass Fußballer für gewöhnlich eine ganz eigene Wahrnehmung der Realität haben, die nicht unbedingt mit der wirklichen, also tatsächlichen Realität übereinstimmen muss, ist hinlänglich bekannt. In Derby-Zeiten ganz besonders sogar. Die Vereinsbrille schärft dabei nicht immer den Blick für die wirkliche, also tatsächliche Realität. O.K. Dass aber Dortmunds Kevin Großkreutz drei Tage nach dem 134. Revierderby gegen Schalke immer noch behauptet, von Manuel Neuer per Ellenbogenschlag attackiert worden zu sein, obwohl aufgetauchte Fernsehbilder das längst widerlegt haben, lässt nur zwei Möglichkeiten zu: Entweder ist Kevin Großkreutz blind oder er ist dumm. Entscheiden sie selbst.

Ich bin kein Schalke-Fan. Beileibe nicht! Und dass Manuel Neuer neuerdings den Hans Dampf macht, wenn Königsblau etwas zu feiern hat – man erinnere sich an die schlechte Kahn-Imitation beispielsweise –, kann man durchaus mit kritischem Auge sehen. Dennoch verblasst dies angesichts eines balkenbiegenden Verhaltens von BVB-Profi Kevin Großkreutz nach dem Revierderby gegen den FC Schalke 04. Schon recht befremdlich waren die Fernsehbilder von Großkreutz und Nuri Sahin, die beide behaupteten, dass Manuel Neuer Kevin Großkreutz beim Rückwärtslaufen mit dem Ellenbogen auf die Nase geschlagen habe. Im Mittelkreis, nach Spielende. Absichtlich. Dummerweise ließen sich am Samstag, zur Fußball-Prime-Time, keine Fernsehbilder sehen, die diese Anschuldigung entweder bekräftigten oder widerlegten.

Umso befremdlicher muteten dann die Fernsehbilder an, die der WDR am Sonntag Abend veröffentlichte, die die vermeintliche Tätlichkeit Neuers im Mittelkreis zum Inhalt hatten. Man sieht einen Manuel Neuer, der sich freut, Mannschaftskollegen umarmt und dann, um den schwarz-gelben Kontrahenten zu foppen, rücklings in Großkreutz’ Weg hineinläuft. Dabei ist ein Rempler, mit leichtem Einsatz des Hinterkopfs, erkennbar. O.K., muss nicht sein. Aber ein Schlag mit dem Ellenbogen? Auf die Nase? Gewiss nicht! Olaf Thon würde sagen: „Ich habe ihn nur ganz leicht retuschiert.“

Dass ein Spieler, zudem ein junger, im Eifer des Gefechts unbedacht irgendwelche Anschuldigungen erhebt, und sei es im TV, mag vielleicht noch gewöhnlich erscheinen heutzutage. Was Felix Magath davon hält, hat er bereits im Sportstudio verlauten lassen. Aber dass Kevin Großkreutz nun, angesichts der ihm nicht gerade entgegen kommenden Fernsehbilder, den vermeintlichen Tatort vom Mittelkreis, den er am Samstag noch in alle Kameras und Mikrofone hinein beschwor, kurzerhand in den Kabinentrakt verlegt, lässt nur den Schluss zu: Kevin Großkreutz ist blind oder dumm.

Wie ein kleines Kind, beim Lügen ertappt, verbreitet Großkreutz seine neue Sicht der Dinge. Was soll man dazu noch sagen?

Lieber Kevin Großkreutz, hast du denn kein Rückgrat?

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