Der von Dieter Schmid trainierte TSV Berkheim war im Sommer nach zweijähriger Abstinenz in die Kreisliga A1 Neckar-Fils zurückgekehrt. Einigen Experten ist die Geschichte des Berkheimer Abstiegs 2007 noch präsent, als der TSV Wendlingen von einem Wechselfehler der Berkheimer im direkten Duell profitierte und sich aufgrund dessen noch ins letztlich siegreiche Relegationsspiel (3:0 gegen den SC Altbach) retten konnte – welches pikanterweise in Berkheim ausgetragen wurde. Der TSV Berkheim musste damals, als die drei Punkte gegen Wendlingen am grünen Tisch aberkannt waren, den bitteren Gang in die „Sicherheitsliga“ antreten.
Dennoch ist diese Geschichte längst passé, vor allem nach dem Wiederaufstieg im Juni dieses Jahres. Zurück in der Kreisliga A starteten die Berkheimer recht wechselhaft in die neue Saison. Dem fulminanten Auftakt mit einem 6:3-Erfolg beim anderen Aufsteiger TSV Oberensingen folgte eine 0:1-Heimpleite gegen den TSV Baltmannsweiler und wieder ein Auswärtssieg beim TSV Wernau (3:2). Danach setzte es jedoch gegen die TSG Esslingen (2:3), den TSV Wäldenbronn (1:4) sowie die SG Eintracht Sirnau (1:2) drei Niederlagen in Serie. Die vierte kassierte die Schmid-Elf dann unter der Woche gegen den Tabellenführer aus Denkendorf, dem man mit 0:3 Toren unterlag.
Damit nahm man vor dem Gastspiel beim TSV Wendlingen einen der vier direkten Abstiegsränge ein; allerdings war die Möglichkeit, zu den auf Rang acht gelegenen Lauterstädtern aufzuschließen, durchaus gegeben, waren diese doch nur drei Zähler entfernt. Das blieb auch nach der Begegnung im Wendlinger Speck so, denn nach neunzig Minuten hieß es, leistungsgerecht, 1:1 unentschieden.
Stefan Baumer per Strafstoß zur Berkheimer Halbzeitführung
Klar war, dass die Berkheimer Gäste alles daran setzen würden, nicht die sechste Pleite im achten Saisonspiel erleiden zu müssen. Dementsprechend ging das Team von Dieter Schmid konzentriert zu Werke. So hatten die Einheimischen mit der dicht gestaffelten Defensive des Neulings so ihre Probleme und konnten sich in des Gegners Hälfte nicht zwingend in Szene setzen. Der TSV Berkheim hingegen kam vor allem über die Außen recht geschickt vor das Wendlinger Gehäuse von Keeper Alexander Kurz, allerdings ebenfalls ohne nennenswerte Einschussmöglichkeiten. Dennoch fiel nach einer knappen halben Stunde Spielzeit die nicht unverdiente Berkheimer Führung durch einen souverän verwandelten Foulelfmeter Stefan Baumers, womit es auch in die Halbzeitpause ging.
Andreas Kurz beschenkt sich selbst
Nach dem Seitenwechsel kam Wendlingen zusehends besser in die Partie; die Berkheimer versuchten durch tiefes Verteidigen und sporadische Konter den Erfolg herbeizuführen. So machte die Schwarz-Elf das Spiel, ohne allzu gefährliche Szenen heraufzubeschwören, Berkheim lauerte und kam auch fast zum zweiten Treffer, doch Kurz und eine vielbeinige Abwehraktion der Defensive vereitelten die Vorentscheidung aus kurzer Distanz mit vereinten Kräften (62.). Nun wechselte TSVW-Coach Schwarz drei Mal, wobei es dem an diesem Tag seinen 24. Geburtstag feiernden Andreas Kurz wenige Minuten nach seiner Einwechslung vorbehalten war, den umjubelten Ausgleich für sein Team zu erzielen. Seine Flanke von der linken Außenbahn segelte über Freund und Feind hinweg ins lange Eck des Berkheimer Gehäuses – glücklich, aber insgesamt verdient, zumal kurz zuvor ein von Benjamin Haufe abgefälschter Flachschuss Jan Seidlers an den Gästepfosten geholpert war. In den Schlussminuten ergab sich sogar die Möglichkeit zum Heimsieg, als Innenverteidiger Benjamin Murr im Sechzehnmeterraum des Gegners frei zum Schuss kam, aber letztlich am langen Eck vorbeizielte. Es blieb beim gerechten 1:1-Unentschieden.
Die Situation in der Tabelle bleibt damit nahezu unverändert, was auch den vielen Unentschieden an diesem A1-Spieltag geschuldet ist: Neben dem TSV Wendlingen und dem TSV Berkheim trennten sich auch die SG Sirnau und der SC Altbach (4:4), die TSG Esslingen und der TV Nellingen II (2:2), der FV Plochingen und der TSV Baltmannsweiler (3:3) sowie der TSV Wäldenbronn-Esslingen und der TSV Köngen II (1:1) mit einem Remis. Tabellenführer Denkendorf hingegen entschied das Spitzenspiel gegen den bis dahin Zweiten TSV Sielmingen mit 3:1 für sich; der TSV Harthausen kehrte nach zwei Niederlagen hintereinander mit einem 1:0-Erfolg vom Aufsteiger GFV Odyssia Esslingen nach Hause und auf Rang zwei zurück. Das Kellerduell zwischen dem TSV Wernau und dem TSV Oberensingen sah mit einem knappen wie späten 1:0 einen glücklichen Wernauer Gewinner.
Das 1:1-Unentschieden des TSV Wendlingen wahrte zumindest den Wendlinger Heimnimbus, denn nach den überzeugenden Auftritten auf dem neuen Wendlinger Sportgelände Im Speck gegen den TSV Denkendorf (3:2) und den FV Plochingen (4:3) sowie gegen den TSV Harthausen (3:0) bleibt die Schwarz-Elf zuhause weiterhin ungeschlagen. Gegen die Auswärtsflaute mit einem Torverhältnis von 0:12 (!) aus den ersten drei Partien auf fremdem Geläuf sollte man allerdings dringend etwas tun. Wie berichtet blieb man sowohl gegen die SG Eintracht Sirnau (0:6) und den GFV Odyssia Esslingen (0:3) als auch gegen den TSV Sielmingen (0:3) ohne Chance.
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TSV Wendlingen - TSV Berkheim 1:1 (0:1)
0:1 (26./FE) Baumer, 1:1 (82.) Kurz.
Schiedsrichter
Seremi (SV Rotfelden)
TSV Wendlingen
(1) Alexander Kurz – (2) Gohl, (3) Murr, (4) Fritsch (75. (14) Andreas Kurz), (8) Ghebremariam – (10) Wiest, (6) Wolf (69. (12) Klein), (7) Wagner (69. (13) Seidler), (5) Haufe – (9) Neumann, (11) Beck.














