Beinahe schon schallend war es über die Dorfplätze der Kreisliga A1 zu hören gewesen: Der TSV Wendlingen stand vor dem achten Spieltag der Saison auswärts immer noch mit leeren Händen da. Deutliche Niederlagen gegen Sirnau zum Saisonauftakt (0:6), gegen Aufsteiger Odyssia Esslingen sowie beim TSV Sielmingen (jeweils 0:3) hatten für Ernüchterung im blau-weißen Wendlinger Lager gesorgt, nachdem in den Heimspielen teils sehr gute Leistungen präsentiert worden waren – beispielsweise wurde man gleich zweimal dem Tabellenführer zum Verhängnis, erst den Gästen vom TSV Denkendorf (3:2), dann dem TSV Harthausen (3:0).
So hatte auch der SC Altbach die jungen Wilden aus der Lauterstadt im Vorfeld in seiner Stadionzeitung als „Stolperstein“ erkannt. Selbst stellte man sich in Person von Abteilungsleiter Stephan Schnabel die Identitätsfrage, nämlich ob man angesichts der ungeschlagenen ersten sieben Partien mit drei Siegen und vier Unentschieden nun eben eine Spitzenmannschaft – weil ungeschlagen – sei oder ein mittelmäßiges Team ob der vier Begegnungen, die die Kirkopoulos-Elf nicht für sich entscheiden hatte können.
Die Wahrheit liegt wohl, wie so oft, irgendwo in der Mitte. Jedenfalls wurde man von den Wendlingern zum ersten Mal in dieser Saison bezwungen, wobei man angesichts der Tormöglichkeiten ein deutliches Chancenplus zu verzeichnen hatte. So war es Spielertrainer Athanasios Kirkopoulos selbst, der nach wenigen Minuten die Chance zur frühen Altbacher Führung auf dem Schlappen hatte, aber frei vor dem Wendlinger Gehäuse ein erstes Mal am hellwachen Alexander Kurz scheiterte, der per Fußabwehr reaktionsschnell zur Stelle war. Ebenso bravourös parierte Kurz wenige Minuten später die nächste Möglichkeit der Gastgeber, als Hakan Yildiz nach einem trickreich ausgeführten Kirkopoulos-Freistoß aus spitzem Winkel zum Torschuss kam; aber der TSV-Torwart verkürzte geschickt, so dass er auch den Nachschuss abwehren konnte.
Nach diesen beiden „Hallo-wach“-Torchancen kamen die Wendlinger ganz gut in die Partie und nach etwa zwanzig Spielminuten zur ersten dicken Einschussmöglichkeit, als Benjamin Haufe seinen Sturmpartner Florian Neumann auf die Reise schickte, dieser dann an Carsten Lohrmann im Altbacher Gehäuse scheiterte, der ebenso stark reagierte wie Kurz auf der anderen Seite und den Ball noch um den Pfosten lenkte. Es entwickelte sich eine kampfbetonte Begegnung, in der die Zuschauer Unterhaltung fanden. In der 28. Minute scheiterte Yildiz nach einer Unachtsamkeit in der Wendlinger Hintermannschaft mit seinem Versuch aus der Drehung wieder an Alex Kurz; vor dem Altbacher Gehäuse verpassten gleich drei Wendlinger Akteure nach einem Eckball, der bis in den Fünfmeterraum vordrang, die TSV-Führung. Schließlich ging es unter der Leitung von Schiedsrichter Bernd Schraitle vom TSV Beuren torlos aber ereignisreich in die Halbzeitpause.
Nach dem Seitenwechsel ging die erste Chance wieder auf das Konto der Gastgeber: Nach einem ärgerlichen Wendlinger Abspielfehler im Mittelfeld drang Kirkopoulos beim anschließenden Altbacher Konter gefährlich von halbrechts in den Gästestrafraum ein, wurde jedoch von Innenverteidiger Benjamin Murr gerade noch abgegrätscht.
Doppelpack durch Florian Neumann
Dann fiel aber auf der anderen Seite das Tor: Nach einem abgeblockten Freistoß Jan Seidlers hob Frank Herrmann den Ball zurück in den Altbacher Strafraum, wo Florian Neumann, sträflich alleine gelassen, nicht lange fackelte und den Ball flach am herausstürzenden Lohrmann vorbei ins linke Eck bugsierte (62.). Die Gastgeber antworteten mit wütenden Angriffen, wobei sie sich vorerst nicht gegen die gute Wendlinger Abwehr in Szene setzen konnten. In der 73. Minute konnte Serdar Acikgöz den blau-weißen Abwehrriegel über die Außenbahn überwinden, aber sowohl Hakan Yildiz als auch der kurz zuvor eingewechselte Halil Culha scheiterten am bravourös parierenden Kurz unmittelbar vor der Torlinie. Als dann Athanasios Kirkopoulos mit einem direkten Freistoß von der Strafraumgrenze, der im Torwinkel des Wendlinger Gehäuses eingeschlagen hätte, wiederum an Alexander Kurz scheiterte, waren die Gastgeber – gut zehn Minuten waren noch zu absolvieren – mit ihrem Latein am Ende.
Die endgültige Entscheidung zugunsten der Lauterstädter folgte auf dem Fuß: Florian Neumann setzte im Altbacher Sechzehnmeterraum robust nach und überwand den herauseilenden Lohrmann ein zweites Mal (81.). In der Schlussphase wurde die ohnehin schon hart geführte Begegnung insbesondere von Altbacher Seite ruppiger. Letztlich beendeten beide Teams die Partie zu zehnt: Sowohl Tim Beck vom TSV als auch Serdar Acikgöz wurden mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen.
Damit konnte der TSV Wendlingen punktemäßig zu Altbach aufschließen. Wie man erneut gesehen hat, kann in dieser Liga jeder jeden schlagen, was sich in erster Linie ja an der eng zusammen gerückten Tabelle ablesen lässt. Für die Wendlinger geht es am nächsten Spieltag im Lokalderby gegen die Bezirksliga-Reserve des TSV Köngen, die momentan noch sieglos auf dem letzten Platz rangiert. Auch gegen die schwächelnde SG Eintracht Sirnau unterlag die Elf von Trainer Stephan Hartenstein verdient mit 1:4.
Wir bleiben ganz nah dran. Mit Schmackes eben.
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SC Altbach - TSV Wendlingen 0:2 (0:0)
0:1 (62.) Neumann, 0:2 (81.) Neumann.
Gelb-Rot
Acikgöz (86./SCA), Beck (90./TSVW).
Schiedsrichter
Schraitle (TSV Beuren)
TSV Wendlingen
(1) Alexander Kurz – (2) Gohl, (3) Murr, (4) Herrmann (68. (13) Fritsch), (7) Seidler – (8) Ghebremariam (77. (14) Ruff), (6) Wolf, (11) Andreas Kurz (68. (12) Wiest), (10) Beck – (9) Neumann, (5) Haufe.
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In der Saison 2008/09 bot sich den Zuschauern in Altbach ein ziemlich ähnliches Bild: Damals verzeichneten allerdings die Gäste vom TSV Wendlingen das eindeutige Chancenplus der Begegnung, und Carsten Lohrmann im Altbacher Gehäuse war, so wie jetzt der Wendlinger Kurz, einfach nicht zu überwinden. Das Spiel endete durch einen Treffer Halil Culhas 1:0 für den SC Altbach.














