Babbel lehnt Rücktritt ab

Franz Messing | 24. Okt. 2009 | 8 Kommentare
Die von den Medien hochstilisierten Endspiele um Markus Babbels Posten beim VfB Stuttgart gehen – trotz erneuter Niederlage in Hannover – in die Verlängerung. Babbel jedenfalls gibt sich weiterhin kämpferisch und schloss nach Spielende einen eigenen Rücktritt aus. Auch Horst Heldt sicherte seinem Teamchef erneut Rückendeckung zu. Nichtsdestotrotz wird die Lage natürlich immer prekärer, ist man doch nun punktgleich mit dem Vorletzten. Wann wird der mediale Druck zu groß?
Tja, da wurden die letzten drei Spiele des VfB Stuttgart, zuhause gegen den FC Schalke 04, in der Champions League gegen den FC Sevilla und nun auswärts bei Hannover 96, von den Medien landauf- wie landabwärts allesamt als „Endspiele“, „Schicksalsspiele“, „letzte Chance“ für Markus Babbels Verbleib auf dem Chefsessel auserkoren. Selbst die seriösen Medien titelten Schlagzeilen wie „Babbel vor dem Aus“ oder „Babbel ist nicht mehr zu halten“. Alle drei Spiele verlor der VfB; insbesondere vor dem letzten, dem 0:1 bei Hannover 96, hieß es, wenn die Schwaben nicht gewännen, würde Markus Babbel quasi sofort entlassen werden.

Nun, was entspricht davon der Realität? Unmittelbar nach Spielende zeigte sich der Teamchef gewohnt selbstbewusst, Vorstand Sport Horst Heldt – in im Grunde bewundernswerter Ruhe – erklärte weiterhin die Geduld des Vereins mit seinem Trainer. Was aber haben die Medien denn erwartet? Die Mannschaft spielt definitiv nicht gegen den Trainer, zu gewillt zeigte sich das Team bei den genannten Begegnungen. Ob die genannten Trainer-Alternativen adäquate Lösungen darstellten, wäre sicherlich sehr fraglich.

Bedenklich ist allerdings, dass das Abrutschen in der Bundesliga nun unbedingt Resultate einfordert. Mit acht Zählern aus zehn Partien ist man punktgleich mit dem Vorletzten aus Nürnberg. Lange hat der VfB und natürlich vor allem Markus Babbel nicht mehr Zeit, die Wende zu schaffen, zu bedrohlich ist die Lage mittlerweile. Der Druck von Seiten der Medien ist bereits immens und wird bei erneuten Pleiten diese Woche, im DFB-Pokal gegen Fürth und im Anschluss gegen den FC Bayern, schließlich zu groß werden. Und irgendwann ist der Verein praktisch zum Einlenken gezwungen.

Kommentar Nr. 1
schwabenhero | 25. Okt. 2009 | 03:16
Richtig. Anhand der vergangenen Woche hat man gesehen, wie es ist, wenn man unten drin hängt. Die Mannschaft gibt alles, und hat dann Pech ohne Ende. Ein Witz, dass Hannover dieses Spiel gewonnen hat. Das Tor war klares Abseits, und dann hält die Pfeife Fromlowitz alles. Beim VfB muss der Knoten einfach mal platzen. Team und Trainer sind gut genug, um da wieder raus zu kommen. Jedenfalls meine Meinung!
Kommentar Nr. 2
herrmann | 26. Okt. 2009 | 01:07
Ja, die Medien, wo übrigens auch die renommierte Stuttgarter Zeitung dabei war, auch die Süddeutsche, haben sich erstaunlich weit aus dem Fenster gelehnt. Da wird nach Schlagzeilen gekeift. Die haben nicht damit gerechnet, dass der VfB so cool bleibt. Kompliment an Heldt, aber auch an Babbel. Trotzdem müssen jetzt Ergebnisse her.
Kommentar Nr. 3
M. Haar | 26. Okt. 2009 | 21:57
Dennoch wird dem VfB bei einer erneuten Niederlage in Fürth und dem damit verbundenen Aus im DFB-Pokal nichts anderes übrig bleiben, als Babbel von seinen Aufgaben zu entbinden.
Kommentar Nr. 4
TJHOOL | 26. Okt. 2009 | 22:43
Ich frage mich, warum Babbel seinen Jungs "nichts vorwerfen" kann. Wenn sie gewinnen würden, o.k. Aber zu einer gewissen Klasse gehört nun mal der Erfolg und der ist einfach nicht da. Basta!!
Kommentar Nr. 5
Fanfan | 27. Okt. 2009 | 09:51
Jetzt mal abwarten! Heut abend gehts erstmal in die nächste Runde und dann putzen wir die Bayern
Kommentar Nr. 6
Amateur | 27. Okt. 2009 | 10:00
War doch klar, dass es auf die Mütze gibt, wenn es schlecht läuft und dann rächt sich auch die Doppelbelastung mit dem Trainerlehrgang. Das wird ein prima Argument für seine Entlassung nach der Niederlage gegen Bayern am Wochenende.
Kommentar Nr. 7
vanBommel | 27. Okt. 2009 | 10:09
Die Lederhosen-Connection hat sich ja wohl die größte Krücke an Trainer andrehen lassen... der "Tulpen-General"... der hat mal gar nichts drauf. Schlechtere Bilanz als Klinsi seinerzeit. Van Buyten hat ihm den Kopf gerettet gegen die Eintracht.
Kommentar Nr. 8
Amateur | 28. Okt. 2009 | 10:32
Wann kommt die Meldung 'Babbel enlassen, Buchwald übernimmt' über den Ticker?

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