Die von den Medien hochstilisierten Endspiele um Markus Babbels Posten beim VfB Stuttgart gehen – trotz erneuter Niederlage in Hannover – in die Verlängerung. Babbel jedenfalls gibt sich weiterhin kämpferisch und schloss nach Spielende einen eigenen Rücktritt aus. Auch Horst Heldt sicherte seinem Teamchef erneut Rückendeckung zu. Nichtsdestotrotz wird die Lage natürlich immer prekärer, ist man doch nun punktgleich mit dem Vorletzten. Wann wird der mediale Druck zu groß?
Tja, da wurden die letzten drei Spiele des VfB Stuttgart, zuhause gegen den FC Schalke 04, in der Champions League gegen den FC Sevilla und nun auswärts bei Hannover 96, von den Medien landauf- wie landabwärts allesamt als „Endspiele“, „Schicksalsspiele“, „letzte Chance“ für Markus Babbels Verbleib auf dem Chefsessel auserkoren. Selbst die seriösen Medien titelten Schlagzeilen wie „Babbel vor dem Aus“ oder „Babbel ist nicht mehr zu halten“. Alle drei Spiele verlor der VfB; insbesondere vor dem letzten, dem 0:1 bei Hannover 96, hieß es, wenn die Schwaben nicht gewännen, würde Markus Babbel quasi sofort entlassen werden.
Nun, was entspricht davon der Realität? Unmittelbar nach Spielende zeigte sich der Teamchef gewohnt selbstbewusst, Vorstand Sport Horst Heldt – in im Grunde bewundernswerter Ruhe – erklärte weiterhin die Geduld des Vereins mit seinem Trainer. Was aber haben die Medien denn erwartet? Die Mannschaft spielt definitiv nicht gegen den Trainer, zu gewillt zeigte sich das Team bei den genannten Begegnungen. Ob die genannten Trainer-Alternativen adäquate Lösungen darstellten, wäre sicherlich sehr fraglich.
Bedenklich ist allerdings, dass das Abrutschen in der Bundesliga nun unbedingt Resultate einfordert. Mit acht Zählern aus zehn Partien ist man punktgleich mit dem Vorletzten aus Nürnberg. Lange hat der VfB und natürlich vor allem Markus Babbel nicht mehr Zeit, die Wende zu schaffen, zu bedrohlich ist die Lage mittlerweile. Der Druck von Seiten der Medien ist bereits immens und wird bei erneuten Pleiten diese Woche, im DFB-Pokal gegen Fürth und im Anschluss gegen den FC Bayern, schließlich zu groß werden. Und irgendwann ist der Verein praktisch zum Einlenken gezwungen.