Siegi Assfalg |
27. Okt. 2009 |
Immer wieder kurios, der Fußball in der Region. Am zehnten Spieltag der Kreisliga A1 Neckar-Fils ereigneten sich – einmal mehr – Sensationen sowie Skandale. Dass ein Tabellenletzter gegen den Tabellenersten gewinnt, kommt öfters einmal vor. Dann aber gleich mit 5:0, das ist eher selten. Dass ein Spieler wegen Beleidigung mit Rot vom Platz fliegt, kommt auch des öfteren mal vor, vor allem in den niedrigen Klassen. Dass der Schiedsrichter dabei jedoch einem grandiosen Irrtum unterliegt und den falschen Spieler vom Platz stellt, ja sogar einen Akteur der falschen Mannschaft, tja, das ist eher selten. Und dass Zuschauer sich berufen fühlen, den Unparteiischen unflätig verbal anzugehen, hat man ebenfalls bisweilen schon gehört. Dass dieser das Spiel dann kurzerhand für beendet erklärt, gab’s schließlich auch noch nicht so oft. Das alles gab’s am Wochenende in der Kreisliga A1 im Bezirk Neckar-Fils.
Das hätten auch die kühnsten Optimisten im Köngener Lager und die größten Pessimisten auf Denkendorfer Seite nicht gedacht: Der Spitzenreiter TSV Denkendorf verlor am Sonntag beim noch sieglosen Tabellenletzten TSV Köngen II mit sage und schreibe 5:0. Dabei sind die Denkendorfer seit jeher als defensivstark bekannt, verzeichnen auch in dieser Saison wieder mit die wenigsten Gegentreffer. Die Bezirksliga-Reserve des TSV Köngen hingegen hatte vor der Partie nicht nur die meisten Tore kassiert, sondern auch die wenigsten geschossen. Dass es dann gegen Denkendorf gleich fünf an der Zahl waren, stimmte Trainer Stephan Hartenstein natürlich hoch zufrieden, der seiner Mannschaft schließlich „richtig guten Fußball“ attestierte. Ja, Wunder gibt es immer wieder.
Einen Platzverweis der kuriosen Sorte sahen die Zuschauer des Verfolgerduells zwischen dem TV Nellingen II und dem TSV Wendlingen auf dem Nellinger Kunstrasenplatz. Lediglich zehn Minuten waren gespielt, als der Unparteiische Matthias Müller Wendlingens Mittelfeldakteur Michael Klein vor der Ausführung eines Nellinger Eckballs die Rote Karte zeigte. Dass er dabei nicht nur einen falschen Spieler bestrafte, sondern auch einen Akteur der falschen Mannschaft, ahnte er dabei wohl nicht. Er ging davon aus, dass Klein seinen Gegenspieler beleidigt hatte. In Wahrheit verhielt es sich genau anders herum, wie der Nellinger Spieler schon in der Halbzeitpause entschuldigend zugab. Da war die Messe, wie man so schön sagt, allerdings bereits gelesen.
Dass Altbach nicht immer ein friedvolles Pflaster ist, hat sich in der Liga mittlerweile herumgesprochen. Dass ein Schiedsrichter sich jedoch massiv von den Zuschauern bedroht fühlt und daraufhin ein Spiel abbricht, ist im Grunde neu in der A1. So geschehen bei der Begegnung zwischen dem gastgebenden SC Altbach und dem GFV Odyssia Esslingen. Altbachs Abteilungsleiter Stephan Schnabel betont, dass es weder zu Handgreiflichkeiten gekommen sei, noch dass Spieler oder Trainer in das Chaos involviert gewesen seien. Dem hat sich natürlich das Sportgericht anzunehmen. Es wäre empfehlenswert, solchen Vorgängen einmal gründlich nachzugehen. Eine Platzsperre und ein empfindliches Bußgeld auf der einen und ein Punktabzug auf der anderen Seite sind natürlich angebracht.
Fair geht vor. In diesem Sinne und mit sportlichem Gruß.