Die sogenannten „oberen“ Wernauer entgingen in der letzten Spielzeit 2008/09 nur knapp dem Abstieg. Am Ende landete man mit zwei Punkten Vorsprung auf den Abstiegsrelegationsplatz auf Rang 10 der Tabelle – natürlich weit hinter den eigenen, schon traditionell hohen Ansprüchen; denn vor der Saison hatte sich der Verein angesichts der starken Halbserie zuvor erhofft, oben mitspielen zu können. Daraus wurde schließlich von Beginn an nichts. Ebenso im Sande verliefen nach dem Abstieg des Rivalen SF Wernau die aufkeimenden Fusionsgerüchte mit den „unteren“ Wernauern. Seit der Sommerpause 2009 nun ist ein neuer Mann am Ruder: Marc Köstle hat das Traineramt übernommen. Assistiert wird er von seinem Bruder Thorsten Köstle, für den die Begegnung beim TSV Wendlingen eine ganz besondere darstellte, trainiert er dort doch seit Beginn der Saison die Bambinis. Der sportliche Erfolg hat sich beim Wendlinger Stadtnachbarn bislang noch nicht einstellen wollen. Im Gegenteil, nach fünf Niederlagen hintereinander stand das Köstle-Team vor der Partie im Speck auf dem Vorletzten Rang in der Tabelle und bereits mit dem Rücken zur Wand.
Der TSV Wendlingen war selbst drei Spiele ohne Sieg geblieben. Den herben Pleiten auswärts gegen den TV Nellingen II (0:5) und zuhause gegen den Aufsteiger TSV Oberensingen (2:5) folgte zumindest ein Punktgewinn beim Vierten TSV Baltmannsweiler (0:0). Dennoch stand die Elf von Trainer Matthias Schwarz unter erheblichem Druck, wollte sie in der Tabelle nicht nach unten durchgereicht werden. Ein Sieg war also Pflicht.
Wernau verpasst Großchancen
Dieser Marschroute kamen die Lauterstädter in den ersten fünfundvierzig Minuten jedoch ganz und gar nicht nach. Nach recht gefälliger Anfangsphase gerieten die Einheimischen teilweise völlig aus der Spur. Durch unnötige Abspielfehler im Spielaufbau und ungeschicktes Zweikampfverhalten lud man die Gäste regelrecht zu Torgelegenheiten ein. In der 22. Minute beispielsweise düpierte Wernaus Philip Scheiben auf der rechten Außenbahn seinen Gegenspieler und konnte den Ball unbedrängt vor das von Alexander Kurz gehütete Gehäuse bringen; einen Abnehmer in der Mitte fand er allerdings nicht. Bei der nächsten Möglichkeit durchbrach der schnelle Manuel Selesnik, aus der eigenen Hälfte gestartet, die komplette Wendlinger Abwehr; sein Schuss auf Höhe der Strafraumgrenze ging schließlich über das Tor. Nach einer halben Stunde hätte der Tabellenvorletzte aber dann in Führung gehen müssen: Wieder wurde die Wendlinger Hintermannschaft über die linke Abwehrseite überlaufen, Selesnik passte punktgenau auf Goalgetter Thorsten Köstle im Fünfmeterraum, der den Ball jedoch aus kürzester Distanz nicht im Gehäuse unterbringen konnte; der Ball sprang gegen Köstles Schienbein. So ging Wendlingen glücklich ohne Gegentreffer in die Halbzeitpause.
Doppelschlag bringt Wendlingen auf die Siegerstraße
Nach dem Seitenwechsel ergab sich dann ein grundverschiedenes Bild: Wernau zog sich etwas zurück, Wendlingen übernahm das Kommando. Nun sollte ein schneller Doppelschlag die Vorentscheidung bringen. Nachdem Wendlingens Stürmer Florian Neumann in der 50. Minute aus spitzem Winkel noch am Pfosten gescheitert war, gelang es ihm drei Minuten später aus beinahe gleicher Position besser, indem er nach einem feinen Zuspiel Manuel Wagners im Nachschuss Wernaus Torsteher Torsten Schwarz zur 1:0-Führung für seine Farben überwand. Weitere drei Minuten später stand Tim Beck wenige Meter vor der gegnerischen Torlinie goldrichtig und musste einen schönen Querpass von Benjamin Haufe, der seinen Gegenspieler mit einem schnellen Haken ins Leere laufen ließ, nur noch einschieben. So stand es plötzlich 2:0 für Wendlingen. Der TSV Wernau tat in der Folge noch sein Bestes, um vielleicht wieder zurück in die Partie zu kommen. Aber der eingewechselte Demirkaya scheiterte mit der einzigen sich nun noch ergebenden Chance für den Vorletzten.
Michael Klein mit „Goldenem Schuss“
Stattdessen sahen die Zuschauer auf der anderen Seite drei weitere sehenswerte Treffer. Erst überwand Manuel Wagner Schwarz mit einem gefühlvollen Ball von der Strafraumgrenze, nachdem sich Neumann energisch auf der linken Angriffsseite gegen seinen Kontrahenten durchgesetzt hatte (68.). Knappe zehn Minuten später traf der soeben erst eingewechselte Michael Klein mit einem tollen Schuss in den oberen Torwinkel zum 4:0. Zu guter Letzt traf Benjamin Haufe in der Schlussminute per Heber zum 5:0-Endstand, bevor der hervorragend leitende Unparteiische Halil Kilic vom TSV Betzingen die Begegnung abpfiff.
Damit begibt sich der TSV Wendlingen mit nunmehr 20 Punkten aus 13 Begegnungen ins obere Mittelfeld der Tabelle, wobei es für die Schwarz-Elf sowohl zum Aufstiegs- als auch zum Abstiegsrelegationsplatz lediglich fünf Zähler sind. Die Wernauer werden es angesichts ihrer mageren Ausbeute von lediglich acht Punkten sehr schwer haben, sich aus dem Abstiegsstrudel zu befreien.
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TSV Wendlingen - TSV Wernau 5:0 (0:0)
1:0 (53.) Neumann, 2:0 (56.) Beck, 3:0 (68.) Wagner, 4:0 (77.) Klein, 5:0 (90.) Haufe.
Schiedsrichter
Kilic (TSV Betzingen)
TSV Wendlingen
(1) Alexander Kurz – (2) Herrmann (60. (12) Andreas Kurz), (3) Murr, (4) Valet, (8) Ghebremariam – (10) Wiest, (6) Wolf, (7) Wagner (80. (14) Klein), (11) Beck (75. (14) Ruff) – (9) Neumann, (5) Haufe.
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In der Saison 2008/09 schlug der TSV Wendlingen den TSV Wernau zuhause ebenfalls deutlich: Damals hieß es 4:2. Unmittelbar im Anschluss gab es in Wernau dann einen Trainerwechsel. Das Rückspiel auf dem Kehlenberg endete 0:0 unentschieden.














