„Love Sports – Hate Neonazism“: Initiative gegen Nazigewalt im Fußball

Peter Schwarz | 13. März 2010 | 0 Kommentare
Unter dem Motto „Love Sports – Hate Neonazism“ haben alle in den Fußballfachverbänden aktiven linksgerichteten Roten Stern Vereine eine gemeinsame Initiative ins Leben gerufen, die überregional „für eine Gesellschaft ohne Diskriminierung“ sowie gegen rechte Gewalt und Rassismus eintreten soll. Die Kampagne ist Reaktion auf sich häufende Neonaziattacken auf Vereine und Fans, die sich offen gegen Rechts engagieren.

„Wir sind der Meinung gerade Teamsport fördert gesellschaftliche Integration und politische Willensbildung. In den Mannschaften wird zusammen gespielt und Gesellschaft im Kleinen gelebt. Wir haben in den vergangenen Jahren in verschiedenen Städten eigene Vereine gegründet, die wir als Alternativmodell zum herkömmlichen deutschen Sportverein verstanden wissen wollen. Integration und der Spaß am Spiel stehen bei uns im Vordergrund, einen ausgrenzenden Leistungswahn lehnen wir ab“, heißt es in dem gemeinsamen Aufruf der Roten Stern Vereine.

Die Kampagne fordert mehr Unterstützung für kleine, unabhängige Klubs, beispielsweise bei der Vergabe von Platz- und Hallenzeiten. Desweiteren ist sie gegen die Verbannung von Transparenten und Fahnen sowie politischen Symbolen gegen Diskriminierung und Neonazismus aus den Stadien.

Unterstützt wird die Initiative auch von Politikern von FDP, SPD und Grünen. Der Grüne Bundestagsabgeordnete Volker Beck formulierte: „Wenn die sportliche Auseinandersetzung zu Hass und Gewalt wird und antisemitisches, rassistisches und homophobes Verhalten den Platz dominiert, dürfen wir kein Auge zudrücken.“

Der Berliner SPD-Abgeordnete Peter Treichel findet zudem lobende Worte für den Klub Roter Stern Nordost Berlin, der die Aktion „Love Sports – Hate Neonazism“ angestoßen hat. „Ich finde es toll, wie er sich mit seiner Kampagne für Fairness und Toleranz in der Gesellschaft einsetzt und eine Möglichkeit für zivilgesellschaftliches Engagement gibt, was wirklich eine gute Präventivmaßnahme gegen Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus darstellt“, so Treichel.

Startschuss der Initiative stellte ein von Roter Stern Nordost Berlin organisiertes Futsal-Turnier in Berlin mit 18 Amateur-Mannschaften dar. Hintergrund der Kampagne sind häufiger werdende massive Übergriffe von Rechts im Fußball, z.B. gegen den Roten Stern Leipzig beim FSV Brandis, als im Oktober des vergangenen Jahres etwa 50 vermummte Neonazis die Spieler und Fans des RSL angriffen und es zu drei Schwerverletzten kam.

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