Eigentlich wollte der TSV Wendlingen seine 0:3-Pleite aus dem Hinspiel beim Esslinger Aufsteiger wieder gutmachen; doch Trainer Matthias Schwarz musste aufgrund gleich mehrerer verletzter oder angeschlagener Akteure noch kurz vor dem Anpfiff improvisieren. Nach dem Remis gegen Altbach vier Tage zuvor war klar, dass sich Torhüter Alexander Kurz mit einem Handbruch zu den Wendlinger Langzeitverletzten gesellen würde; für ihn hütete A-Junior Fabian König das TSV-Gehäuse. Nach dem Warmlaufen fiel auch Goalgetter Thorsten Köstle aus; für ihn lief Frank Herrmann im Angriff auf. Der Aufsteiger aus Esslingen konnte hingegen aus dem Vollen schöpfen.
Haufe vergibt, Pouridis trifft
Erst vier Minuten waren gespielt, als der TSV Wendlingen die große Chance zum Führungstreffer hatte. Stürmer Benjamin Haufe lief alleine auf das Gästegehäuse zu, umspielte den gegnerischen Torhüter, aber schaffte es letztlich nicht, den Ball im Kasten unterzubringen – ein Esslinger Abwehrspieler rettete auf der Linie. Praktisch im Gegenzug, im Anschluss an den folgenden Eckball, fing sich der TSV dann durch einen Konter den frühen Rückstand: Auch Odyssia-Angreifer Theodoros Pouridis entwischte allen Wendlinger Verteidigern, umspielte Keeper Fabian König und schob den Ball locker zur Gästeführung ein (05.).
Danach hatte Odyssia kurzzeitig klares Oberwasser, und Pouridis wäre um ein Haar sogleich der zweite Treffer gelungen, als er völlig ungedeckt wenige Meter vor dem Tor zum Kopfball kam. Aber König rettete. Danach verflachte die Begegnung zwischen dem Tabellenvierten Odyssia und dem Fünften Wendlingen; spielerisch ließen beide Teams einige Wünsche offen. In der 22. Minute dann die aussichtsreiche Möglichkeit zum Ausgleich. Innenverteidiger Alexander Valet stieg bei einem Eckball von der linken Seite am höchsten, platzierte seinen Kopfball jedoch zu mittig, um den Schlussmann der Gäste zu überwinden, der den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte lenken konnte (22.). Acht Minuten später war es wieder Valet, der nach einer Ecke zum Kopfball kam; diesmal brachte er nicht genügend Druck hinter das Spielgerät, so dass ein Esslinger Abwehrspieler kurz vor der Torlinie klären konnte. Von der Odyssia war in dieser Phase offensiv kaum etwas zu sehen, so dass spätestens bei Jan Seidlers etwas zu hoch angesetztem Schuss aus 19 Metern Torentfernung (45.) der Ausgleich für Wendlingen verdient gewesen wäre; doch so ging es mit dem knappen 1:0 für die Gäste in die Kabinen.
Odyssia mit mehreren Hochkarätern
Zu Beginn der zweiten Halbzeit war ersteinmal nicht viel los im Wendlinger Speck. Die Einheimischen meldeten sich dann in der 64. Minute wieder zu Wort, als Florian Wiest mit einem strammen 20-Meter-Schuss nach schöner Einzelleistung nur knapp scheiterte. Danach waren wieder die Gäste an der Reihe. Binnen 180 Sekunden vergab der Esslinger Angriff zweimal die große Möglichkeit, die Entscheidung herbeizuführen. Das eine Mal stand der Pfosten im Weg, das andere Mal parierte Fabian König glänzend. So war der TSV weiterhin im Spiel. In der 77. Minute verzog Benjamin Haufe nach einem schnell ausgeführten Freistoß des nun doch hereingekommenen Thorsten Köstle aus aussichtsreicher Position. Nur kurz darauf lief Athanasios Gountoulas auf der anderen Seite wieder alleine auf Wendlingens Gehäuse zu. Er umspielte den herauseilenden König zwar, doch dieser setzte gekonnt nach und spitzelte dem eingewechselten Odyssia-Akteur noch den Ball vom Fuß.
Pouridis mit Treffer 2 und 3
Schließlich trat Theo Pouridis wieder auf den Plan, als Wendlingen nach der Gelb-Roten Karte gegen Benjamin Haufe wegen wiederholten Foulspiels die letzten fünf Minuten in Unterzahl agieren musste. In der 89. Minute überwand Pouridis eiskalt aus halblinker Position den entgegenkommenden König mit einem trockenen Abschluss ins lange Eck. Eine Minute später war er nach einem Eckball per Kopf erfolgreich, ehe Schiedsrichter Rolf Bardua aus Waiblingen unmittelbar nach dem darauf folgenden Anstoß die Partie für beendet erklärte.
Dieser 3:0-Auswärtssieg lässt die Odyssia um Spielertrainer Alexandros Alexandrou weiter mit in den Aufstiegsgewässern schwimmen. Für Wendlingen stellte das klare Resultat sicherlich einen Rückschlag im Kampf um den Relegationsplatz dar. Nun muss man abwarten, ob sich das junge Team von Matthias Schwarz nach den sieglosen Spitzenspielen wieder fangen kann, zumal die Verletzungssorgen nicht kleiner zu werden scheinen. Im bevorstehenden Lokalderby gegen den abstiegsbedrohten TSV Köngen II wird es mit Sicherheit nicht einfach werden, wieder dreifach zu punkten. Es sei das Hinspiel in Wendlingen in Erinnerung gerufen, das trotz des verdienten 2:0-Erfolgs am Ende durchaus eine zähe Angelegenheit war.
Jetzt aber mit Schmackes! Wir bleiben dran.
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TSV Wendlingen - GFV Odyssia Esslingen 0:3 (0:1)
0:1 (05.) Pouridis, 0:2 (89.) Pouridis, 0:3 (90.) Pouridis.
Gelb-Rot
Haufe (85./TSVW).
Schiedsrichter
Bardua (TSV Schmiden)
TSV Wendlingen
(1) König – (2) Ruff, (3) Murr, (4) Valet (73. (14) Fritsch), (8) Ghebremariam – (10) Wiest, (6) Wolf, (7) Seidler (60. (12) Klein), (11) Kurz – (9) Herrmann (70. (13) Köstle), (5) Haufe.














