340 Minuten ohne Tor: Wendlingen geht Zielwasser aus

Uwe Gahala | 3. Mai 2010 | 0 Kommentare
Mit vier sieglosen Spielen in Folge hat sich der TSV Wendlingen aus dem Aufstiegsrennen der Kreisliga A1 Neckar-Fils verabschiedet. Trotz klarer Torgelegenheiten verlor man auf eigenem Platz gegen die effizientere Landesliga-Reserve des TV Nellingen am Ende mit 0:2. Bemerkenswert, dass Trainer Matthias Schwarz – zwar gelernter Torhüter, inzwischen aber 46 Lenze alt – aufgrund der Wendlinger Verletzungsmisere zwischen den Pfosten stand. An ihm lag es freilich nicht, dass die Partie verloren ging.

Dummerweise hat sich beim TSV Wendlingen in den entscheidenden Wochen im Aufstiegsrennen das Verletzungspech eingeschlichen. Aufgrund der Ausfälle der etatmäßigen Torhüter Alexander Kurz (Handbruch), Jochen Schmidt (Knie) und Fabian König (Rippenprellung) musste nun Trainer Matthias Schwarz (46) selbst das Gehäuse hüten. Gegner an diesem Tag war die Nellinger Landesliga-Reserve, die sich aufgrund des spielfreien Wochenendes der 1. Mannschaft aus deren Kader bedienen konnte.

Dennoch gehörte die Anfangsphase den Wendlinger Einheimischen, die gleich nach sechs Spielminuten die große Chance zur Führung hatten: Nach einer Freistoßflanke von der linken Seite zögerte der Nellinger Schlussmann Gregor Hottenroth, so dass TSV-Angreifer Thorsten Köstle volley abziehen konnte; der Ball krachte jedoch gegen die Querlatte. In der Folgezeit kam Wendlingen nach zwei weiteren Standardsituationen der Führung nochmals nahe, aber der aufgerückte Innenverteidiger Alexander Valet vergab zwei Mal aus aussichtsreicher Position.

So konnten sich die Gäste besser ins Spiel einfinden und das Geschehen Mitte der ersten Spielhälfte ausgeglichen gestalten. Nach Fehlern in der Wendlinger Hintermannschaft kam das Team von Trainer Matthias Schober nun ebenfalls zur Torgelegenheiten. Einen Schuss von der Strafraumgrenze verzog Erkan Canbolat noch deutlich; bei der Möglichkeit durch Resul Tunc, der alleine vor dem Wendlinger Gehäuse auftauchte, musste Matthias Schwarz dann aber eingreifen und tat das mit einer reaktionsschnellen Parade bravourös (40.). Schließlich ging es torlos in die Halbzeitpause.

Trübsbach erzielt die glückliche Gästeführung

Nachdem Schiedsrichter Hans-Jürgen Schmidt die Partie wieder angepfiffen hatte, ergab sich den nicht so zahlreich wie gewohnt erschienenen Zuschauern auf dem Wendlinger Sportgelände Im Speck ein gleiches Bild. Eine ausgeglichene Begegnung sah klarere Torgelegenheiten für Wendlingen, das diese aber nicht in Zählbares ummünzen konnte. Nach einem tollen diagonalen Ball von Linksverteidiger Benjamin Ruff war Rechtsaußen Tim Beck alleine durch, traf jedoch den Ball nicht richtig, so dass Nellingens Verteidiger Thilo Bunkhofer den Ball ohne Probleme noch vor der Torlinie abfangen konnte (58.). Auf der anderen Seite nutzten dann die Gäste die erste Torchance in der zweiten Hälfte zur glücklichen Führung, als Amadeus Trübsbach eine Hereingabe von der rechten Seite unhaltbar für Schwarz über die Linie drückte (63.).

Evgenikos mit der Vorentscheidung

Der zweite Nellinger Torerfolg knappe zehn Minuten später durch Omiros Evgenikos, der einen Abpraller nur noch ins Wendlinger Gehäuse einschieben musste, kam einer Vorentscheidung gleich; obwohl auch danach noch beste Einschussmöglichkeiten auf Wendlinger Seite zu verzeichnen waren. Binnen 180 Sekunden vergab man gleich zwei Mal die große Chance zum Anschluss. Zuerst traf Benjamin Haufe nach einem kapitalen Schnitzer Hottenroths aus 14 Metern das leere Tor nicht, dann zielte Frank Herrmann aus zentraler Position aus 9 Metern Entfernung neben den linken Pfosten. So blieb es beim 0:2-Auswärtserfolg für Nellingen.

Wendlingen verabschiedet sich aus dem Aufstiegsrennen

Bitter für den TSV Wendlingen, dass man nach der überaus guten Vorrunde und dem erfolgreichen Rückrundenstart nun nach drei Pleiten in Serie – vorausgegangen waren das 0:3 gegen den GFV Odyssia Esslingen sowie die 0:2-Derbyniederlage beim abstiegsbedrohten TSV Köngen II – in der Tabelle auf den achten Platz zurückrutscht.

Größter Nutznießer der schwächelnden Aufstiegskandidaten ist der Neuling TSV Berkheim, der sich durch einen 3:1-Coup bei Spitzenreiter TSV Harthausen selbst auf den zweiten Platz setzte und nun dick im Rennen ist. Seine Ambitionen untermauern konnte auch der GFV Odyssia Esslingen, der im Verfolgerduell gegen den SC Altbach mit 2:1 die Oberhand behielt. Der Vierte TSV Denkendorf hingegen kam nicht über ein 2:2-Unentschieden gegen den Vorletzten TSV Köngen II hinaus.

Das Schlusslicht TSV Wernau ist durch die 0:2-Niederlage bei der TSG Esslingen rechnerisch beinahe schon abgestiegen. Die SG Eintracht Sirnau (4:0 gegen den Drittletzten TSV Oberensingen) und der FV Plochingen (3:0 gegen den TSV Sielmingen) scheinen sich vehement gegen den Gang in die „Sicherheitsliga“ stemmen zu können. Das Mittelfeldduell zwischen dem TSV Wäldenbronn-Esslingen und dem TSV Baltmannsweiler endete torreich 4:4.

Auch in den vergangenen drei Begegnungen war der TV Nellingen II für den TSV Wendlingen kein gutes Pflaster: In der Hinrunde ging die Schwarz-Elf in Nellingen mit 0:5 unter; in der Saison 2008/09 gewann das Schober-Team sowohl das Hinspiel im Wendlinger Lauterstadion als auch das Rückspiel verdientermaßen.

TSV Wendlingen - TV Nellingen II 0:2 (0:0)

0:1 (63.) Trübsbach, 0:2 (72.) Evgenikos.

Schiedsrichter

Hans-Jürgen Schmidt

TSV Wendlingen

(1) Schwarz – (2) Ruff, (3) Fritsch, (4) Valet, (8) Herrmann (81. (13) Seidler) – (10) Wiest, (6) Wolf (62. (12) Schopper), (7) Kurz, (11) Beck (85. (14) Klein) – (5) Haufe, (9) Köstle.

TV Nellingen II

(1) Hottenroth – (2) Aksy, (3) Laipple, (4) Erdal Tunc, (5) Bunkhofer – (6) Konlechner, (7) Trübsbach, (8) Evgenikos, (10) Canbolat – (9) Weitz, (11) Resul Tunc.

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