Altbach und Wendlingen trennen sich unentschieden im Spitzenspiel

Uwe Gahala | 7. Sept. 2010 | 0 Kommentare
Das erste Spitzenspiel der noch jungen Saison 2010/11 stand in der Kreisliga A1 Neckar-Fils am dritten Spieltag auf dem Programm. Beim SC Altbach, der sich in der Sommerpause für das Unternehmen „Meisterschaft“ nocheinmal punktuell verstärkt hat und zu den Top-Favoriten gezählt wird, gastierte der Tabellenführer TSV Wendlingen um Spielertrainer Alessandro Di Martile. Letztlich stand am Ende zweier grundverschiedener Halbzeiten ein gerechtes 1:1-Unentschieden.

Der gastgebende SC Altbach von Spielertrainer Athanasios Kirkopoulos hatte in der Vorwoche spielfrei, nachdem man die Auftaktbegegnung zuhause gegen den Aufsteiger TV Hochdorf klar mit 3:0 gewonnen hatte. Unter der Woche schlug man dann auch den Bezirksligisten FV Neuhausen in der zweiten Runde des Bezirkspokals. Also sah sich der SC durchaus gerüstet für das Aufeinandertreffen mit dem bisherigen Spitzenreiter aus Wendlingen, der mit sechs Punkten in die Saison gestartet war.

Wendlingen gehört eindeutig die erste Halbzeit

Die Gäste um Spielertrainer Alessandro Di Martile begannen mit der gleichen Startformation wie beim überzeugenden 5:1-Heimsieg gegen Sielmingen und machten im Grunde dort weiter, wo sie aufgehört hatten. Hoch überlegen präsentierte man sich in den ersten fünfundvierzig Minuten. Bereits in der Anfangsphase hatte der Altbacher Torhüter Carsten Lohrmann mehr zu tun, als ihm lieb war. Nach sieben Spielminuten parierte er einen Kopfball von TSV-Stürmer Thorsten Köstle, nachdem Ercan Topdag von der linken Angriffseite geflankt hatte. Doch der Kopfball war letztlich zu mittig platziert. Wenige Minuten später spielte Dominik Wolf Köstle frei, doch Lohrmann klärte bravourös per Fußabwehr.

Während die Altbacher in der Offensive außer einem Distanzschuss Ömer Cakirs keinerlei Akzente gegen die aufmerksame Wendlinger Hintermannschaft setzen konnten, stand Lohrmann weiter unter Beschuss. So parierte er erst einen strammen Freistoß Kevin Fritschs aus 26 Metern (24.), dann kam ihm bei einem Versuch Wolfs von der Strafraumgrenze die Querlatte zuhilfe (28.). Kurze Zeit später war wieder die Latte im Spiel, als Thorsten Köstle einen von dort zurück prallenden Ball im Nachsetzen zur vielumjubelten und hochverdienten Führung für den TSV über die Torlinie drückte (32.). Damit ging es schließlich auch in die Halbzeitpause.

Danach wendete sich jedoch das Blatt. Während die Gäste zu wenig nach vorne unternahmen, um möglicherweise nachzulegen, kam der SC viel engagierter und zielstrebiger aus der Kabine, was sicherlich auch mit der Einwechslung von Martin Frankowski zusammenhing. Der hatte wiederum nach einer Unachtsamkeit in der Wendlinger Abwehr die erste Gelegenheit auszugleichen, scheiterte aber mit seinem Heber am herauskommenden Torwart Alexander Kurz, der den Ball zur Ecke klärte. Ab der 57. Minute musste der Tabellenführer dann in Unterzahl weiterspielen; Spielertrainer Alessandro Di Martile sah nach einem Foulspiel an Hakan Yildiz von Schiedsrichter Steffen Nierobisch (TV Jahn Göppingen) die Gelb-Rote Karte – eine vertretbare Entscheidung.

In Überzahl dreht Altbach auf

In Überzahl übernahmen die Altbacher nun vollends das Kommando und setzten die Wendlinger Abwehr gehörig unter Druck. Die größten Torchancen resultierten aber aus Standardsituationen. Zuerst rettete der starke Jonatan Ghebremariam nach einem Kopfball von Hakan Yildiz mit dem Kopf auf der Linie (61.), dann setzte Martin Frankowski einen Schuss von der Strafraumgrenze an den Torpfosten (64.).

Der SC drängte weiter und brachte nun seinen Spielertrainer Athanasios Kirkopoulos in die Begegnung, der wenige Minuten nach seiner Einwechslung mit einem Freistoß aus 19 Metern ebenfalls den Pfosten traf (68.). Sechs weitere Minuten später kam Kirkopoulos nach einer Freistoßsituation wenige Meter vor dem Wendlinger Gehäuse zum Abschluss; sein Schuss prallte jedoch von der Lattenunterkante zurück ins Feld.

Eine Viertelstunde vor Ende der Begegnung war es dann aber soweit: Frankowski traf aus 14 Metern per Aufsetzer unhaltbar für Alexander Kurz zum 1:1-Ausgleich, was wilde Proteste der Wendlinger nach sich zog – zurecht, denn nach einem Querpass Ömer Cakirs von der rechten Angriffseite wurde der klärende Ghebremariam in der Mitte rüde von Kirkopoulos von den Beinen geholt. Schiedsrichter Nierobisch, eigentlich mit freier Sicht, verweigerte den Pfiff, mit dem jeder rechnete, und Frankowski besorgte den Rest. So blieb das Spitzenspiel mit den sehr verschiedenen Halbzeiten bis zum Ende spannend und umkämpft. Dominik Wolf hätte beinahe für die Wendlinger zurück geschlagen, traf aber im Nachsetzen aus spitzem Winkel nur den Pfosten. Auf der anderen Seite vergaben zuerst Cakir, dann Kirkopoulos in der siebenminütigen Nachspielzeit aus aussichtsreicher Position.

Damit stand am Ende ein wohl leistungsgerechtes Unentschieden.
Davon profitierte der TSV Baltmannsweiler, der durch ein spätes Tor von Sturmtank Stephan Bender gegen die SG Eintracht Sirnau 1:0 gewann und damit die Führung in der Tabelle eroberte. Mehr zum 3. Spieltag der A1...

Auch in der Spielzeit 2009/10 waren die Duelle zwischen Altbach und Wendlingen sehr umkämpft und mit engem Ausgang. So entführte der TSV in der Vorrunde durch ein 2:0 alle drei Punkte aus dem Altbacher Stadion; im Rückspiel trennte man sich auf dem Wendlinger Sportgelände am Speckweg 1:1 unentschieden.

SC Altbach - TSV Wendlingen 1:1 (0:1)

0:1 (32.) Köstle, 1:1 (75.) Frankowski.

Gelb-Rot

Di Martile (57./TSVW)

Schiedsrichter

Steffen Nierobisch (TV Jahn Göppingen)

TSV Wendlingen

(1) Alexander Kurz – (2) Gohl, (4) Di Martile, (3) Fritsch, (5) Haufe (70. (12) Andreas Kurz) – (6) Ghebremariam (80. (13) Seidler), (8) Wolf, (10) Wiest, (7) Beck, (11) Topdag – (9) Köstle (70. (14) Ruff).

Die 2. Mannschaft des TSV Wendlingen kommt in der Kreisliga B3 des Bezirks Neckar-Fils nicht richtig in die Gänge. Auch beim von Makedonikos Nürtingen in FC International Nürtingen umbenannten Club hatte das Team von Spielertrainer Antonio Ostuni das Nachsehen. Das Spiel endete 3:2 für Nürtingen.

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