Trainer Bruno Labbadia hatte vor der Partie auf Schalke die Hammerwochen ausgerufen und erhoffte sich natürlich ein Erfolgserlebnis zum Auftakt. Gegen das als konterstark bekannte Team von Huub Stevens wollte der VfB eine leidenschaftliche Leistung mit ebenso schnellem Umschaltverhalten aufbieten. Ja, wollte. Denn der überaus frühe Rückstand nach gerade einmal zwei absolvierten Minuten im Anschluss an einen Eckball spielte genau in die Karten der Einheimischen. Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes konnte die von Cristian Molinaro nicht gut genug abgewehrte Hereingabe in zentraler Position völlig unbedrängt in Richtung Stuttgarter Tor köpfen. Joel Matip beförderte den Ball schließlich aus kürzester Distanz über die Linie, und Sven Ulreich war düpiert.
Ein Start, wie er schlechter nicht hätte sein können. Und der FC Schalke blieb am Drücker, der VfB lief vorerst nur neben- wie hinterher und hatte in Minute acht Glück, nicht noch weiter ins Hintertreffen zu geraten: Ulreich konnte einen scharf auf den kurzen Pfosten getretenen Freistoß von Linksfuß Christian Fuchs nur abklatschen und Schalkes Torjäger Klaas-Jan Huntelaar hatte keine Mühe, das Leder per Abstauber einzunetzen. Das Schiedsrichter-Gespann um Felix Brych erkannte jedoch eine Abseitsstellung von Matip und verweigerte dem Treffer die Anerkennung.
Nach dieser Anfangsoffensive schalteten die Gastgeber etwas zurück, standen geordnet sowie tief, um ihr Konterspiel aufzuziehen. Ideen im Spiel des VfB, daraufhin zu agieren: Mangelware. Die fehlende Durchschlagskraft gen Schalker Gehäuse dürfte also die Verantwortlichen noch zu einem der in der Winterpause in den Medien kolportierten Transfers (Lakic/Ibisevic?) bewegen. Jedenfalls sahen die mitgereisten Stuttgarter Fans kaum Zwingendes im königsblauen Sechzehner. Ein recht ungefährlicher Schuss Tamas Hajnals aus der Halbdistanz von rechts stellte Torhüter Lars Unnerstall vor keinerlei Probleme (13.) und auch einen etwas aussichtsreicheren Versuch von Martin Harnik aus spitzem Winkel parierte der junge Keeper (28.). Die beste und dem Grunde nach einzige wirklich gute Torchance ergab sich durch einen Flugkopfball von Stoßstürmer Pavel Pogrebnyak bei einer Flanke Zdravko Kuzmanovics kurz vor dem Seitenwechsel, auch hier behielt Unnerstall die Oberhand. Zu diesem Zeitpunkt war Schalkes Spielführer Höwedes im Übrigen nicht mehr auf dem Platz; er wurde aufgrund eines Zusammenpralls mit Mannschaftskollege Marco Höger noch vor dem Halbzeitpfiff durch Christoph Metzelder ersetzt.
Nach Wiederanpfiff blieb die Labbadia-Elf weitestgehend harmlos. An diesem Tag befand sich keiner in den Reihen der Schwaben, der Impulse setzen konnte. Nach etwa zehn auf beiden Seiten nahezu ereignislosen Minuten entschieden die sogenannten Knappen die Begegnung vorzeitig: Erst gelang es Sven Ulreich noch, einen Schuss Huntelaars aufs kurze Eck zum Eckstoß zu lenken. Dieser führte dann aber zum 2:0, als sich Kyriakos Papadopoulos robust im Luftduell gegen Pogrebnyak behauptete und unter die Latte einköpfen konnte (57.).
In der Folge kamen für William Kvist und Martin Harnik Shinjij Okazaki und Julian Schieber in die Partie. Ihnen gelang es auch, den Angriff des VfB etwas zu beleben. So wurde es nach einer Aktion Schiebers am gefährlichsten: Seine von Papadopoulos abgefälschte Hereingabe wurde von Christian Fuchs unmittelbar vor der Torlinie noch aus der Gefahrenzone befördert (71.). Kurz zuvor hatten Huntelaar und der zur Halbzeit für Baumjohann eingewechselte und besonders agil wirkende Julian Draxler gar den dritten Schalker Treffer auf dem Fuß gehabt, frei vor Ulreich aber vergeben (67.).
In der 80. Minute war es dann soweit, Draxler traf zum verdienten 3:0. Dabei konnte man sich eindrucksvoll davon überzeugen, dass der FC Schalke auch unter Huub Stevens einen höchst gepflegten Kombinationsfußball spielt. Eine sehenswerte Kombination über vier Stationen – Marica, Raul, Huntelaar und Draxler – brachte den Schalker Youngster in beste Abschlussposition, und Ulreich war erneut geschlagen. Wenigstens zum Ehrentreffer kam der VfB noch, da er trotz allem nicht aufsteckte: Okazaki staubte nach einem Pfostenschuss Hajnals ab zum 1:3-Endstand aus Stuttgarter Sicht.
Während die Schalker nun mit dem Tabellenführer FC Bayern München nach Punkten (37) gleichgezogen haben, wird sich der VfB (22 Zähler) im nächsten halben Jahr auf das graue Tabellenmittelfeld einstellen müssen. Vielmehr gilt es, die Konkurrenz auf den nachfolgenden Rängen im Auge zu behalten und ein Abrutschen in die abstiegsgefährdete Zone der Liga zu verhindern. Zum nächsten Spieltag empfängt man am kommenden Sonntag, 29.01., um 17:30 Uhr die Borussia aus Mönchengladbach. Schalke gastiert tags zuvor um 18:30 Uhr beim 1. FC Köln.
Der Punktspielauftakt des VfB Stuttgart II in der 3. Liga am Samstag musste witterungsbedingt leider abgesagt werden. Nach einer Platzbesichtigung im GAZi-Stadion wurde durch die Sportplatzkommission die Unbespielbarkeit des Platzes festgestellt. Schade, denn zu Gast wäre Tabellenführer SSV Jahn Regensburg gewesen. Ein Nachholtermin steht noch nicht fest. Nächsten Samstag gastiert die Elf von Trainer Jürgen Kramny beim punktgleichen FC Rot-Weiß Erfurt (14 Uhr).
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FC Schalke 04 - VfB Stuttgart 3:1 (1:0)
1:0 (03.) Matip, 2:0 (57.) Papadopoulos, 3:0 (80.) Draxler, 3:1 (87.) Okazaki.
Schiedsrichter
Dr. Felix Brych (SV Am Hart München)
Gelb
(29.) Hajnal, (45.) Höger.
Zuschauer
61.673
FC Schalke 04
(36) Lars Unnerstall – (22) Atsuto Uchida, (14) Kyriakos Papadopoulos, (4) Benedikt Höwedes (42. (21) Christoph Metzelder), (23) Christian Fuchs – (12) Marco Höger, (32) Joel Matip, (11) Alexander Baumjohann (46. (31) Julian Draxler), (19) Chinedu Obasi (75. (8) Ciprian Marica), (7) Raul – (25) Klaas-Jan Huntelaar. Trainer: Huub Stevens.
VfB Stuttgart
(1) Sven Ulreich – (3) Cristian Molinaro, (14) Maza, (5) Serdar Tasci, (27) Stefano Celozzi – (4) William Kvist (62. (23) Julian Schieber), (8) Zdravko Kuzmanovic, (28) Tamas Hajnal, (7) Martin Harnik (62. (31) Shinji Okazaki), (18) Cacau – (29) Pavel Pogrebnyak (85. (26) Raphael Holzhauser). Trainer: Bruno Labbadia.














