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Drei Ecken, kein Elfer: Rückschlag für den VfB bei Hannover 96

Uwe Gahala | 19. Feb. 2012 | 0 Kommentare
Nachzulegen galt es. Herauskam ein Rückschlag. Bei Europa-League-Teilnehmer Hannover 96 brachten drei Eckstöße den VfB Stuttgart wieder einmal uneinholbar ins Hintertreffen und so auf die Verliererstraße. Selbst agierte das Labbadia-Team zu uninspiriert und ließ neben der Aufmerksamkeit im Defensivverhalten auch jegliche Zielstrebigkeit gegen eine gewohnt sortierte 96-Abwehr vermissen. Besonders auffällig auf Seiten der Gastgeber agierte Christian Pander mit drei Torvorlagen und einem eigenen Treffer. Am Ende hieß es 4:2 für die Slomka-Elf.

Kapitän Serdar Tasci musste aufgrund von Oberschenkelproblemen passen; für ihn kam Maza in der Innenverteidigung zum Einsatz. Ansonsten ließ Bruno Labbadia die gleiche Startformation ran wie beim 5:0-Heimsieg gegen Hertha BSC am letzten Wochenende. Bei den Hannoveranern, unter der Woche mit einem 2:1-Erfolg in der Europa League gegen Brügge, rotierte Coach Mirko Slomka für den rotgesperrten Emanuel Pogatetz und die verletzten Steven Cherundolo und Mohammed Abdellaoue die Akteure Karim Haggui, Sofian Chahed und Didier Ya Konan aufs Feld.

Die Schwaben starteten gut in die Begegnung und attackierten früh. Hannover fand zunächst nicht zu seinem Spielfluss. Gefährliche Torraumaktionen blieben in der Anfangsphase aber aus. In der 20. Minute dann die erste gute Gelegenheit für die Gastgeber. Nach einem Eckstoß Sergio Pintos verfehlte 96-Angreifer Mame Diouf mit seinem Kopfball nur knapp den gegnerischen Torwinkel. Nur fünf Minuten später war es jedoch passiert und die Schwaben, wie so oft schon in der Rückrunde, nach einer Standardsituation im Hintertreffen: Diesmal brachte Linksfuß Christian Pander eine Ecke von der rechten Seite mit Zug vor das Stuttgarter Gehäuse, wo Karim Haggui unbedrängt aus kurzer Distanz oben links zum 1:0 einköpfen konnte.

Harnik vergibt, Diouf erhöht 

Lediglich zwei Zeigerumdrehungen darauf hätte Martin Harnik, gegen Berlin noch dreifacher Torschütze, beinahe den Ausgleich markiert, scheiterte aber am glänzend parierenden Ron-Robert Zieler im Tor von Hannover 96; Innenverteidiger Mario Eggimann klärte daraufhin, ehe Harnik den Nachschuss unterbringen konnte. In der 32. Minute fast ein Spiegelbild des Hannoveraner Führungstreffers: Ein Eckstoß Panders fand am kurzen Pfosten den Kopf von Diouf, der das Leder zum 2:0 ins lange Eck bugsierte – der erste Treffer des senegalesischen Winter-Neuzugangs von Manchester United. In der 40. Spielminute hatte Manuel Schmiedebach nach einem kapitalen Fehlpass von William Kvist frei vor VfB-Keeper Sven Ulreich sogar die Möglichkeit, für seine Farben weiter zu erhöhen, traf jedoch nur das Außennetz.

Stuttgart hatte sich also nach der guten Anfangsphase durch Unachtsamkeiten bei Standards wieder einmal auf die Verliererstraße gebracht. In einer Partie ohne allzu große Torraumszenen stand es zur Halbzeitpause somit 2:0 für die Einheimischen.

Pander krönt seine Leistung 

Gerade einmal eine Minute war in Durchgang zwei absolviert, als der dritte 96-Treffer folgte – wieder nach einer Ecke: Pinto trat von links, Pander stand beim Abpraller goldrichtig und traf aus elf Metern ins rechte Eck. Bei der Labbadia-Elf lief nun so gut wie nichts zusammen, so dass die Slomka-Schützlinge dem vierten Torerfolg näher schienen als der VfB dem Anschluss. Erst Diouf, dann Ya Konan verfehlten jedoch deutlich (60.).

In der 73. Minute war es dann wieder soweit: Die Stuttgarter Hintermannschaft brachte den Ball nicht weg, Chahed flankte in den Sechzehner, Schmiedebach verlängerte und Lars Stindl beförderte das Gerät aus halbrechter Position ins rechte Toreck: 4:0! Immerhin gelang es dem VfB in der Schlussphase noch, Ergebniskosmetik zu betreiben. In der 75. Minute erzielte Harnik unter Mithilfe Zielers das 1:4 aus Schwaben-Sicht, als ein Flachschuss des Österreichers von halbrechts unter Zieler hindurch ins Tornetz rutschte. Vier Minuten später traf auch Shinji Okazaki mit einem sehenswerten Seitfallzieher aus zwölf Metern in den Winkel.

Plötzlich wäre für den VfB die Gelegenheit, unverhofft zurück zu kommen, da gewesen, wenn kurz darauf auch Vedad Ibisevic getroffen hätte. Seinen Versuch aus sieben Metern lenkte Zieler mit einem bravourösen Reflex über die Querlatte (83.). So blieb es beim verdienten 4:2-Heimsieg der Hannoveraner, denen wieder eine ereignisreiche Woche bevorsteht: Am Donnerstag geht es für die Slomka-Elf nach Brügge zum Europa-League-Rückspiel, am Sonntag zum Meister und Tabellenführer Borussia Dortmund (17:30 Uhr). Der VfB Stuttgart muss seinen Blick einmal mehr nach unten richten und empfängt am kommenden Samstag, 25.02., um 15:30 Uhr das Schlusslicht SC Freiburg zum baden-württembergischen Derby in der Mercedes-Benz Arena.

3. Liga: Wieder abgesagt

Von der 2. Mannschaft des VfB Stuttgart in Liga drei gibt es erneut eine Spielabsage zu vermelden, bereits die dritte in der noch kurzen Rückrunde. Das Heimspiel gegen den Tabellenzwölften SC Preußen Münster am Samstag wurde aufgrund der Unbespielbarkeit des Platzes im GAZi-Stadion kurzerhand abgesagt. Der Nachholtermin steht noch nicht fest. Das Team von Trainer Jürgen Kramny belegt zur Zeit Rang zehn in der Tabelle und gastiert am kommenden Samstag, den 25.02., um 14 Uhr beim Vierten 1. FC Heidenheim. Erfreuliches: Torhüter André Weis, einer der Top-Spieler der 3. Liga, verlängerte seinen Vertrag bis 2014.

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Hannover 96 - VfB Stuttgart 4:2 (2:0)

1:0 (25.) Haggui, 2:0 (32.) Diouf, 3:0 (46.) Pander, 4:0 (73.) Stindl, 4:1 (75.) Harnik, 4:2 (79.) Okazaki.

Schiedsrichter

Tobias Welz (SpVgg Nassau Wiesbaden)

Zuschauer

37.800

Hannover 96

(1) Ron-Robert Zieler – (23) Sofian Chahed, (5) Mario Eggimann, (3) Karim Haggui, (24) Christian Pander (67. (19) Christian Schulz) – (7) Sergio Pinto, (28) Lars Stindl, (33) Manuel Schmiedebach, (13) Jan Schlaudraff (74. (34) Konstantin Rausch) – (39) Mame Diouf (77. (17) Moritz Stoppelkamp), (11) Didier Ya Konan. Trainer: Mirko Slomka.

VfB Stuttgart

(1) Sven Ulreich – (2) Gotoku Sakai, (6) Georg Niedermeier, (14) Maza, (21) Khalid Boulahrouz – (4) William Kvist, (20) Christian Gentner (46. (18) Cacau), (28) Tamas Hajnal (76. (8) Zdravko Kuzmanovic), (31) Shinji Okazaki, (7) Martin Harnik – (9) Vedad Ibisevic. Trainer: Bruno Labbadia.

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